Fluglärm


Fluglärm

  • Startendes Flugzeug am Flughafen Stuttgart (Bild: Flughafen Stuttgart)

Der Lärm von startenden und landenden Flugzeugen gehört neben dem Ausstoß von Treibhausgasen zu den negativen Begleiterscheinungen des Luftverkehrs. Staatliche Stellen versuchen auf verschiedenen Ebenen die Lärmbelästigung für Anwohner so weit wie möglich zu verringern - zum Beispiel durch die Ausweisung von Fluglärmschutzbereichen und Lärmaktionspläne, an deren Aufstellung die Öffentlichkeit beteiligt wird.

Bei der Minderung des Fluglärms wurden in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. So verkehren an den Flughäfen in Baden-Württemberg fast nur noch sogenannte Kapitel 3-Flugzeuge sowie besonders lärmreduzierte Kapitel 4-Flugzeuge.

Ansprechpartner vor Ort

Bei konkreten Fragen und Beschwerden über Lärm im Umfeld von Flughäfen oder durch Militärjets können sich Betroffene an folgende Stellen wenden:

  • Der Flughafen Stuttgart hat einen eigenen Lärmschutzbeauftragten, der Angestellter des Landes ist. Anwohner erreichen ihn unter Telefon: 0711 948-4711. Weitere Infos zum Lärmschutz finden Sie auch auf der Internetseite des Flughafens Stuttgart.
  • Zuständig für den Flughafen Friedrichshafen ist der Leiter Verkehr und Betriebstechnik. Kontakt: Postfach 15 20, 88005 Friedrichshafen, Telefon: 07541 284-0. Weitere Infos zum Lärmschutz finden Sie auch auf der Internetseite des Bodensee-Airports Friedrichhafen.
  • Fragen zum Flugbetrieb des Flughafens Karlsruhe/ Baden-Baden können Sie entweder schriftlich oder telefonisch an den zuständigen Flugbetriebsleiter richten. Kontakt: Baden-Airpark GmbH, Flughafen Karlsruhe/ Baden-Baden, Leiter Flugbetrieb/ Flugsicherung, Quebec Avenue B410, 77836 Rheinmünster, oder Sie wenden sich an die Hotline des Flughafens: 07229 662000 bzw. info@baden-airpark.de
  • Wer sich durch Militärluftfahrzeuge wie Jets oder Helikopter belästigt fühlt, erreicht das Bürgertelefon der Bundeswehr unter der kostenfreien Nummer 0800 8620730.

Lärmbegrenzung bei Flugzeugen

Um Fluglärm zu verringern, müssen neu zugelassene Flugzeuge Lärmgrenzwerte einhalten. Durch lärmabhängig gestaffelte Landeentgelte der Flughäfen entsteht für die Luftfahrtgesellschaften ein zusätzlicher finanzieller Anreiz, moderne und damit sparsamere und leisere Flugzeuge einzusetzen.

Fluglärmschutzbereiche

Die Landesregierung hat auf der Basis des Fluglärmgesetzes für die Flughäfen Stuttgart, Karlsruhe/Baden-Baden und Friedrichshafen sowie für den Verkehrslandeplatz Mannheim Ende 2010 Lärmschutzbereiche ausgewiesen. Unterschieden werden die Tag-Schutzzonen 1 und 2 (jeweils 6 bis 22 Uhr) und die Nacht-Schutzzone (22 bis 6 Uhr).

Entscheidend für die räumliche Ausdehnung der Lärmschutzbereiche ist der voraussehbare Flugbetrieb in 10 Jahren. Dieser ergibt sich aus den aktuellen Flugbetriebsdaten und einer Prognose der Verkehrsentwicklung, die in einem vorgegebenen Datenerfassungssystem (DES) abgebildet sind. Die Tag-Schutzzone 1 umfasst die Bereiche mit Lärmpegeln über 65 Dezibel (A), die Tagschutzzone 2 solche mit Lärmpegeln über 60 Dezibel (A). Die Nacht-Schutzzone umfasst die Bereiche mit Lärmpegeln über 55 Dezibel (A) oder mehr als sechs Lärmereignissen über 72 Dezibel (A) im Freien.

Die Karten der Lärmschutzbereiche für die einzelnen Standorte, das zugrunde liegende Datenmaterial für deren Festlegung sowie die maßgeblichen Gesetze und Verordnungen stehen auf den Internetseiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) zur Verfügung.

Folgen für Grundstückseigentümer

Mit der Ausweisung von Lärmschutzbereichen sind bauplanungsrechtliche Einschränkungen und Bauverbote verbunden. In einem Lärmschutzbereich dürfen Krankenhäuser, Altenheime, Erholungsheime und ähnliche in gleichem Maße schutzbedürftige Einrichtungen nicht errichtet werden. In den Tag-Schutzzonen des Lärmschutzbereichs gilt Gleiches für Schulen, Kindergärten und ähnliche in gleichem Maße schutzbedürftige Einrichtungen.

In der Tag-Schutzzone 1 und in der Nacht-Schutzzone dürfen keine Wohnungen gebaut werden. Grundstückseigentümer haben ab 2016 unter Umständen Anspruch auf Erstattung von Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen für ihre dort schon errichteten Einrichtungen oder Wohnungen. Am Flughafen Stuttgart werden die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen bereits jetzt vorzeitig finanziert. 

Weitere Informationen zum Schallschutzprogramm finden Sie unter www.schallschutzprogramm-flughafen-stuttgart.de.

Zuständig für Entscheidungen über Ausnahmen von Bauverboten sind die Regierungspräsidien. Um die Festsetzung von Entschädigungszahlungen kümmern sich diejenigen unteren Verwaltungsbehörden (Stadt- und Landkreise, Große Kreisstädte und Verwaltungsgemeinschaften), in deren Zuständigkeitsbereich ein Fluglärmschutzbereich ausgewiesen ist.

Lärmaktionsplan für den Flughafen Stuttgart

Für Großflughäfen wie den Flughafen Stuttgart müssen Lärmaktionspläne aufgestellt werden. Mögliche lärmmindernde Mittel sind Maßnahmen der Verkehrsplanung, der Raumordnung, des primären Lärmschutzes an den Flugzeugen sowie wirtschaftliche Anreize für Fluggesellschaften, möglichst leise Maschinen einzusetzen. Die Zuständigkeit für die Erstellung des Planes liegt beim Regierungspräsidium Stuttgart. 

Weitere Informationen zum Lärmaktionsplan für den Flughafen Stuttgart finden sich auf den Internetseiten des Regierungspräsidiums Stuttgart.

NORAH-Studie

Die NORAH-Studie (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health) untersuchte die Wirkungen von Verkehrslärm auf die Gesundheit, Lebensqualität und kindliche Entwicklung im Rhein-Main Gebiet. Schwerpunkt ist dabei der Fluglärm am Frankfurter Flughafen, wobei Vergleiche zu anderen Flughäfen (Stuttgart und Köln/Bonn) und zum Straßen- und Schienenverkehr gezogen werden. Die Ergebnisse wurden im Oktober 2015 vorgestellt.

Lärm macht krank. Auch die NORAH-Studie bestätigt mit ihren zahlreichen Untersuchungen diese Aussage. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sich die Lärmwirkungen im Detail je nach Verkehrsträger von den bisherigen Forschungsergebnissen unterscheiden. Die Studie kommt unter anderem zu dem Schluss, dass Depressionen bei Fluglärm eine höhere Bedeutung haben als Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Autoren der NORAH-Studie schließen sich aber auch den Schlussfolgerungen anderer Untersuchungen an. So besteht Konsens darüber, dass eine zeitnahe Absenkung der Lärmbelastung auf Werte von maximal 65 dB(A) tags und 55 dB(A) nachts an der Außenfassade von Wohngebäuden für einen wirksamen Gesundheitsschutz zwingend erreicht werden müssen.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie hier


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