Schienenlärm


Schienenlärm

  • Güterverkehr auf der Schiene (Bild: Fotolia/ ThKatz)

Schienenbonus

Für Schienenlärm gibt es im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern einen Bonus in Bezug auf zulässigen Lärm. Dafür sorgt der sogenannte „Schienenbonus" (§ 3 der 16. BImSchV Verkehrslärmschutzverordnung). Dieser besagt, dass rechnerisch 5 dB(A) von den Lärmbelastungen der Schiene abgezogen werden. Mit den gesetzlich erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen an neu zu bauenden oder bei wesentlichen Änderungen von Schienenwegen ist es damit um 5 dB(A) lauter als bei entsprechenden Straßenbauvorhaben. Auch bei Lärmsanierungsmaßnahmen an Bestandstrecken nach dem freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes wird der Schienenbonus berücksichtigt.

Der Schienenbonus beruht auf Studien aus den 1970er und 1980er Jahren. Damals galt die Annahme, dass Schienenlärm weniger belastend ist als Straßenlärm. Diese Meinung wird heute nicht mehr vertreten. Zudem gibt es massive Zuwächse beim Schienengüterverkehr und Schienenlärm hat sich zu einem zentralen Umweltproblem entwickelt.

Abschaffung des Schienenbonus

Am 23. April 2013 hat der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat einem Kompromiss zugestimmt, wonach der Schienenbonus zum 1. Januar 2015 wegfallen soll. Das bedeutet, dass bei den Lärmschutzvorschriften das Privileg für Schienenlärm von zusätzlich 5 Dezibel (dB (A)) gegenüber dem übrigen Verkehrslärm wegfällt. Für Stadt- und Straßenbahnen soll eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2019 gelten.

Der Kompromiss geht damit über das vom Bundestag beschlossene Gesetz hinaus. Es sah den Wegfall der Sonderregelung ohne konkreten Stichtag vor. Baden-Württemberg hatte sich auf Bundesebene schon frühzeitig für eine möglichst frühe Abschaffung des Schienenbonus eingesetzt. Minister Hermann MdL war Mitglied in der Arbeitsgruppe, die den Weg für das Ergebnis des Vermittlungsverfahrens vorbereitet hat. Die jetzt vereinbarte Regelung bedeutet, dass der Schienenbonus vom 1. Januar 2015 an für diejenigen Vorhaben nicht mehr zum Zug kommt, soweit zu diesem Zeitpunkt für den jeweiligen Abschnitt eines Vorhabens das Planfeststellungsverfahren noch nicht eröffnet ist und die Auslegung des Plans noch nicht öffentlich bekannt gemacht wurde.

Lärmmessung im Schienenverkehr

Im Auftrag des Ministeriums für Verkehr betreibt die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) an der Aus- und Neubaustrecke Karlsruhe - Basel, zwischen Achern-Önsbach und Renchen eine Lärmmessstation. Die vollautomatische Messstation erfasst den Lärm angepasst an bestehende Normen und kontinuierlich. Die Daten können in Echtzeit auf den Internetseiten der LUBW abgerufen werden. Mit den Messdaten soll die Beobachtung von kurz- und langfristigen Tendenzen ermöglicht werden, aber auch eine Grundlage zum besseren Verständnis des Schienenlärms geschaffen werden.

Lärmminderung an der Quelle

Um dem Schienenlärm wirkungsvoll entgegenzutreten ist auch eine Lärmminderung an der Quelle erforderlich. Denn in der technischen Ausstattung der Güterwagen liegt ein hohes Lärmminderungspotential. Schallemissionen lassen sich um rund 10 dB(A) reduzieren, wenn die Güterzüge mit anderen Bremsen ausgestattet werden, auch lärmabhängige Trassenpreise können eine Lenkungsfunktion haben. Positiven Wirkungen von Lärmschutzwänden oder Lärmschutzfenstern am Ausbreitungsweg bleiben dagegen lokal begrenzt. 

Lärmschutz an Bahnstrecken


Schienenbonus

Die Abschaffung des Schienenbonus ist ein großer Schritt zum Schutz der Menschen an Schienenstrecken. Mein jahrelanger persönlicher Einsatz auf Bundesebene hat sich gelohnt. Denn es gibt keinen guten Lärm.

Weiterführende Links

Broschüren

Lärmsanierung bei Mehrfachbelastungen durch Straßen und SchienenwegeKonzept für eine ruhigere Umwelt (MVI)


Städtebauliche Lärmfibel (MVI)


Lärmschutz im Schienenverkehr (BMVI)


Bundesministerium

Informationen des BMVI zur Lärmsanierung


Service-BW

Schutz vor Lärm

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