Tag gegen Lärm

Lärm

Tag gegen Lärm 2016 - International Noise Awareness Day

  • Tag gegen Lärm 2016 (Bild: Deutsche Gesellschaft für Akustik)

Die Deutsche Gesellschaft für Akustik veranstaltet zum 19. Mal in Deutschland den Tag gegen Lärm. Unter dem diesjährigen Motto „So geht leise!“ will die Deutsche Gesellschaft für Akustik Bürgerinnen und Bürger dazu animieren, sich aktiv für einen besseren Lärmschutz einzusetzen. Zum Beispiel können sie sich in die kommunale Lärmaktionsplanung nach der europäischen Umgebungslärmrichtlinie einbringen. Auch die persönliche Lebensweise bietet oft Ansatzpunkte, durch rücksichtsvolles und bewusstes Handeln die allgegenwärtige Lärmbelastung zu reduzieren.

Unterstützung bei der Bürgerbeteiligung und Information

Die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bei den Entscheidungsprozessen der öffentlichen Verwaltung ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung. Für die Erstellung von Lärmaktionsplänen ist die Beteiligung der Öffentlichkeit gesetzlich vorgeschrieben. Als Wissensbasis stellt das Land auf den Internetseiten des Ministeriums für Verkehr  sowie auf den Seiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) umfangreiche Informationen zum Lärm und Lärmschutz bereit. Eine Auswertung der bis November 2014 vorgelegten Meldungen zu kommunalen Lärmaktionsplänen wurde im vergangenen Jahr erstellt. Eine Übersicht über die Lärmbetroffenheit von Gemeinden und Städten (Lärmkartierung 2012) ist auf den Seiten der LUBW zu finden.

Bei der LUBW sind auch die Messergebnisse der jüngst in Betrieb genommenen Lärmmessstation an der Rheintalschiene und der beiden seit mehreren Jahren in Betrieb befindlichen Messstation an Hauptverkehrsstraßen in Karlsruhe und Reutlingen abrufbar. Ziel dieser Messungen ist es, die langfristige Entwicklung der Verkehrslärmbelastung zu beobachten.

Lärmbewusst und rücksichtsvoll Handeln 

Um lärmbewusste Handeln zu unterstützen, hat die Lärmschutzbeauftragte zahlreiche Projekte initiiert und unterstützt. So sind zum Beispiel diesen Monat zwei neu Publikationen zum Thema Lärmschutz erschienen. Der Praxisleitfaden „Sichtschutz mit Schallschutz“ des Fraunhofer-Institutes für Bauphysik gibt Privatpersonen das wichtigste Wissen an die Hand, wie mit einfachen Mitteln ein wirksamer Lärmschutz realisiert werden kann. 

In Baden-Württemberg gehen bereits heute einige Kommunen mit gutem Beispiel voran und zeigen, wie z.B. durch den Einsatz lärmreduzierter Geräte bei der Grünflächenpflege die Lärmbelastung für die Anwohnerinnen und Anwohner in Grenzen gehalten werden kann. Als Hilfestellung zur Beschaffung lärmarmer Produkte, hat die LUBW für engagierte Kommunen (aber auch Privatpersonen) den Themenwegweiser „Leiser werdeN!“ veröffentlicht. 

Ein weiterer Schlüssel zu mehr Ruhe ist die Sensibilisierung für das eigene Verhalten. An einigen Lärmschwerpunkten an Autobahnen mit angrenzender Wohnbebauung hängen daher Banner, die für eine rücksichtsvolle Fahrweise werben. Von Motorradlärm sind viele Menschen an landschaftlich reizvollen und vor allem auch kurvenreichen Straßen besonders belästigt. Das Ministerium für Verkehr hat deshalb ein spezielles Lärm-Dialogdisplays entwickeln lassen, mit dem Motorradfahrerinnen und -fahrer für eine rücksichtsvollere Fahrweise gewonnen werden sollen, und testet dieses derzeit an zwei Standorten.

Lärmschutz bereits bei der Planung mitdenken

Der beste Lärmschutz ist, wenn Lärm von vorneherein vermieden wird. Die Erfahrung zeigt, dass dies am effektivsten und kostengünstigsten in den frühen Planungsphasen von Bauprojekten zu bewerkstelligen ist. Mit der Kurzinformation „Lärmschutz in der Bauleitplanung“, der Tagung „Lärmschutz in verdichteten Innenstädten“ und der Richtlinie „Akustik in Lebensräumen für Erziehung und Bildung“ des Fraunhofer-Institutes für Bauphysik hat sich die Lärmschutzbeauftragte für drei Projekte engagiert, die dieser Erfahrung gerecht werden.

Als Verwaltung die Weichen stellen

Aufgabe der Verwaltung ist es auch, die Weichen für einen besseren Lärmschutz in der Zukunft zu stellen und sich aktiv für positive Veränderungen einzubringen. Das in den Kommunen Eislingen, Salach und Süßen durchgeführte Modellprojekt „Leise(r)ist das Ziel!“ hat aufgezeigt, dass die gemeinsame Betrachtung aller lärmrelevanten Verkehrswege inklusive der notwendigen Schutzmaßnahmen zu zielorientierten Lösungen führt. Aktuell setzt sich Baden-Württemberg dafür ein, dass entsprechende rechtlich verbindliche Regelungen im Bundesrecht verankert werden.


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