FAQ Kaminofen-Verbot bei Feinstaubalarm

LUFTREINHALTUNG

Fragen und Antworten zum Kaminofen-Verbot bei Feinstaubalarm

  • Rauchende Kamine_Sonne (Bilderquelle:pixabay)

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  • PM 10-Verteilung (Bezugsjahr 2014 für Baden-Württemberg)

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  • PM 2,5-Verteilung (Bezugsjahr 2014 für Baden-Württemberg)

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Welche Kamine sind von der Verordnung betroffen? Welche Kamine sind von der Verordnung betroffen?

  • Die Verordnung verbietet im Gemeindegebiet Stuttgart bei Gefahr der Überschreitung des zulässigen Tagesmittelwerts für Feinstaub PM10, das heißt an Tagen mit Feinstaubalarm, den Betrieb von so genannten Komfort-Kaminen. Komfort-Kamine sind Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die eine bereits vorhandene Heizung ergänzen und nicht den Grundbedarf an Wärme decken. Festbrennstoffe sind dabei Holz und Kohle, letztere sind gegenüber dem Anteil an Holzfeuerungsanlagen jedoch relativ unbedeutend.

Wann tritt die Verordnung in Kraft? Wann tritt die Verordnung in Kraft?

  • Die Verordnung ist am 09. Februar 2017 in Kraft getreten. 

Wird es eine Überwachung der Kamine geben?

  • Ja, es wird eine Überwachung geben. Als Grundlage für die Überwachung durch die zuständige untere Immissionsschutzbehörde werden die erforderlichen Daten aus dem Kehrbuch übermittelt, das von den Bezirksschornsteinfegern und Bezirksschornsteinfegermeistern geführt wird. 

Was passiert, wenn gegen die Verordnung verstoßen wird?

  • Land und Stadt gehen davon aus, dass sich Bürgerinnen und Bürger rechtstreu verhalten wollen, und setzen daher vor allem auf Aufklärungsmaßnahmen. Sollte die aufklärende Ansprache wiederholt ergebnislos verlaufen, kann jedoch auch ein Bußgeld verhängt werden.

Werden Kontrollbehörden aktiv, wenn Nachbarn auf die Nutzung hinweisen?

  • Die Behörde hat auch in anderen Bereichen häufig mit Nachbarschaftsbeschwerden zu tun. Diese Hinweise helfen ihr, möglichen Verstößen nachzugehen. 

Warum gibt es Ausnahmen für neue Einzelraumfeuerungsanlagen?

  • Von der deutschen Umwelthilfe wird kritisiert, dass eine generelle Ausnahme für neue Einzelraumfeuerungsanlagen (Öfen) vorgesehen ist, die nach dem 31.12.2014 errichtet wurden. Warum werden diese ausgenommen?

    Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg und die Heizungs- und Kachelofenbranche haben für neuere Feuerungsanlagen einen Kompromiss gefunden. Die dabei gefundene Ausnahmeregelung  gilt für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die nach dem 31.12.2014 errichtet wurden und die Voraussetzungen der 2. Stufe der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen - 1. BImSchV) erfüllen. 

    Für Anlagen, die ab 1.1.2015 errichtet wurden, gelten erhöhte Grenzwerte nach der 1. BImSchV. Demnach werden in die Ausnahmeregelungen der Luftqualitätsverordnung-Kleinfeuerungsanlagen auch die Kamine der neuesten Generation einbezogen. Diese Ausnahme umschließt die meisten seit 2015 installierten Öfen.

Sind Kamine in größerem Maße für den Feinstaub verantwortlich?

  • Die etwa 20.000 Kleinfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe tragen nach dem Straßenverkehr als zweitgrößte Verursachergruppe relevant zur Belastung mit Feinstaub PM10 in Stuttgart bei.
    1/6 der Feinstaub-Emissionen am Neckartor stammen von Kaminen.

Wie groß ist der Anteil des jeweiligen Brennmaterials an den Emissionen?

  • Für 2014 verteilen sich die Anteile der PM10-Emissionen der kleinen und mittleren Feuerungsanlagen wie folgt: 

    Brenngase:  0,1 Prozent
    Ölfeuerung:  0,8 Prozent
    Heizöl EL :    4,1 Prozent
    Kohle:         1,3 Prozent
    Holz:         94,5 Prozent
    Gesamt:   100,0 Prozent

Wie hoch sind die stündlichen Emissionen von Öl- und Kohleheizungen?

  • Die PM10-Emission bei einer Stunde Betrieb liegen bei den

    • Ölheizungen bei 181 mg/h(worst case (wc)) bzw. 80 mg/h (Stand der Technik (SdT)) und
    • Steinkohlenheizungen bei 1025 mg/h(worst case (wc)) bzw. 450 mg/h (Stand der Technik (SdT)).

Müssen ältere Anlagen irgendwann ganz ersetzt werden?

  • Anlagen mit zu hohem Emissionsausstoß, die bis 1985 errichtet wurden, müssen in Deutschland generell bis Ende 2017 ausgetauscht beziehungsweise saniert werden. Für Anlagen, die bis 1994 errichtet werden, gilt eine Schonfrist bis 2020.

    Nähere Informationen dazu finden Sie beispielsweise in der Pressemitteilung der vom Land geförderten Initiative „Zukunft Altbau“ vom 30. Januar 2017.
     
    Alte Kamin- und Kachelöfen 2017 am Ende


Weitere Informationen

Fragen und Antworten

Hier finden Sie eine Übersicht aller gesammelten Fragen und Antworten rund um die Themen Feinstaubalarm, Luftreinhalteplanung, Verkehrsbeschränkungen und Blaue Plakette.FAQ Übersicht

Verordnung der Landesregierung

Betriebsbeschränkungen für kleine Feuerungsanlagen vom 31. Januar 2017 (GBl. S. 56)Verordnung der Landesregierung


Verordnungsbegründung

Messdaten zur Luftqualität

Aktuelle Werte

Informieren Sie sich über die Entwicklung der Luftschadstoff-Werte.Vorläufige Tagesmittelwerte Feinstaub PM10, Stuttgart Am Neckartor


Aktuelle Immissionsdaten in Baden-Württemberg


Prognose

Ein Tool sagt die Luftqualität für die kommenden beiden Tage voraus. Das System kann zudem nach den Luftschadstoffen Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaub PM10 differenzieren.

Atmo BW

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