Amphibienwanderstrecken an Straßen


Amphibienwanderstrecken an Straßen

  • Wasserfrosch im Gartenteich (Bild: Fotolia.com/ aporeiter)

Identifizierung, Aktualisierung und Priorisierung der Amphibienwanderstrecken an Straßen in Baden-Württemberg

Eine Vielzahl von Amphibien fällt bei den alljährlichen Laichplatzwanderungen sowie den Rückwanderungen dem Straßenverkehr zum Opfer. Die Zerschneidung von Wanderstrecken und Lebensraumverluste sind eine der Hauptgefährdungsursachen für die heimischen Lurcharten.

Aus den 90er-Jahren existieren Studien zu Amphibienwanderungen an bestehenden Straßen, die in Zusammenarbeit der Verkehrs- und Naturschutzressorts entstanden sind. Seither fand keine landesweite Erhebung/Zusammenführung der Daten mehr statt. Um Konfliktpunkte zu ermitteln, die am dringendsten eine dauerhafte Amphibienschutzanlage benötigen, ist die Kenntnis des aktuellen saisonalen Wandergeschehens jedoch unabdingbar. Das Verkehrsministerium (VM) startete deshalb im Frühjahr 2014 ein Kooperationsprojekt mit dem NABU Baden-Württemberg zur landesweiten Aktualisierung und Priorisierung der Amphibienwanderstrecken. Das VM hat dazu Abfragetabellen an die unteren Verwaltungsbehörden und Regierungspräsidien versandt, die Fragen zu bekannten Amphibienwanderstrecken enthielten. Auch der Zustand von bestehenden Amphibienschutzanlagen wurde dabei abgefragt, der für die Funktionalität der Anlagen entscheidend ist.

Der NABU Baden-Württemberg übernahm die Aufgabe, ergänzend zur behördeninternen Abfrage des VM, die Tabelle an die örtlichen Gruppen des NABU sowie weitere der Naturschutzverbände und sonstige im Amphibienschutz aktive Organisationen zu schicken. Diese Abfrage erfolgte gemeinsam mit dem Büro für Landschaftsökologie Hubert Laufer (BfL). Im Zuge dieser Abfrage haben zahlreiche Ortsgruppen des NABU Baden-Württemberg, des BUND Baden-Württemberg und von weiteren Naturschutzverbänden wertvolle Daten zu bekannten Amphibienwanderstrecken geliefert.

Priorisierung der Konfliktstellen

Auf Grundlage der gewonnenen Daten aus den oben genannten Abfragen erarbeitete das BfL gemeinsam mit dem VM und dem NABU eine Liste mit allen gemeldeten Amphibienwanderstrecken im Land. Zur Plausibilisierung wurden die Daten unter anderem mit den Ergebnissen der Studie aus dem Jahr 1994 zu Amphibienwanderungen an bestehenden Straßen abgeglichen.

Aus über 200 näher untersuchten Strecken wurden für jeden Regierungsbezirk die zehn dringendsten Konfliktstellen ermittelt. Bei der Auswahl dieser Stellen wurden Kriterien wie die Amphibienzahl, die Artenzahl, der Gefährdungsgrad der nachgewiesenen Arten und der Zustand und die Betreuung evtl. vorhandener Schutzeinrichtungen berücksichtigt.

Für jede der Top 10-Konfliktstellen wurde ein individueller Steckbrief erarbeitet, in dem der Streckenabschnitt, die betroffenen Arten, die bisherigen Schutzmaßnahmen (falls vorhanden) und vor allem auch die erforderlichen Maßnahmen zum optimalen Schutz der wandernden Amphibien dargestellt werden. Ergänzend wurde eine Karte zur landesweiten Verteilung der Wanderstrecken in Baden-Württemberg erarbeitet, in der die priorisierten Konfliktstellen verortet sind.


Amphibienwanderstrecken

Amphibienwanderstrecken BWListe


Priorisierte KonfliktstellenListe


Steckbriefe

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