Pressemitteilung

Förderprogramm
  • 14.08.2012

Erste Gemeinden im Landesprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ 2012

„Mit unserem Programm ,Flächen gewinnen' fördern wir kompakte, lebenswerte Siedlungsstrukturen sowie attraktive Ortskerne mit guter Nahversorgung und kurzen Wegen“, fasste Gisela Splett MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, am Dienstag die Ziele des Landesprogrammes zusammen. „Wir freuen uns, nun die ersten Gemeinden in das Förderprogramm 2012 aufzunehmen.“

Insgesamt haben die jetzt in das Förderprogramm 2012 aufgenommenen elf Projekte in zehn Städten und Gemeinden und in einem Landkreis ein Fördervolumen von rund 290.000 Euro; der Fördersatz für die einzelnen Vorhaben beträgt in der Regel 50% der zuwendungsfähigen Kosten, sodass mit dem Programm Innenentwicklungsprojekte mit einem Kostenvolumen von rund 580.000 Euro ausgelöst werden.

Es handelt sich um folgende Vorhaben:

1. Stadt Ravensburg (Regierungsbezirk Tübingen), Förderung von zwei Projekten:

  • „Temporäres Bauen“ – das insgesamt innovativste Projekt mit modularen und transportablen Wohneinheiten: Eine für einen auf viele Jahre nicht realisierbaren Straßenbau vorgehaltene Fläche soll zur Zwischennutzung für die Abdeckung von Wohnbedarfsspitzen herangezogen werden. Damit kann räumlich und zeitlich differenziert auf die Wohnnachfrage und auf wechselnde Haushaltsgrößen reagiert werden. Der demografische Wandel ist zwar unausweichlich, doch kommt es regional unterschiedlich noch zu - meist nur vorübergehend – wachsender Nachfrage nach Wohnraum. Dem kann ein Konzept mit modularen und transportablen Wohneinheiten Rechnung tragen. Diese werden so ausgelegt, dass sie hinsichtlich Qualität und ökologischer Effizienz deutlich über bisherige Lösungsansätze dieser Art (wie „Wohncontainer“) hinausgehen. Auch auf architektonisch ansprechende Gestaltung soll geachtet werden.
    Konkret handelt es sich in Ravensburg um den Bereich, der seit vielen Jahren und auch noch auf viele Jahre hinaus für das Westportal des Molldietetunnels freigehalten wurde. Ob und wann dort eine Straße gebaut wird, ist völlig offen.
  • Aufwertung des Wohngebiets „Galgenhalde“ - Entwicklung einer Strategie zur Mobilisierung von Flächenpotenzialen in Verbindung mit der Schaffung von Anreizen zur energetischen Sanierung von Gemeinschaftseigentum in einem Wohngebiet der 50er Jahre unter Einbeziehung der Bewohnerschaft.

2. Stadt Hemsbach, Rhein-Neckar-Kreis (Regierungsbezirk Karlsruhe)

  • Erstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (qualitätsorientierte Innenentwicklung, Siedlung, Gewerbe, Versorgung, Verkehr, Umwelt, Energie, Bildung, Freizeit); Moderationsprozess mit Bürgerwerkstatt. Auch die Nachbargemeinden sollen eingebunden werden. Schnittpunkte können zum Beispiel gemeinsame Nutzungen von Sport und Bildungseinrichtungen sein. Das spart nicht nur Kosten, sondern senkt auch den Flächenverbrauch. Solche überge-meindlichen Kooperationen verdienen Unterstützung.

3. Gemeinde Denzlingen, Landkreis Emmendingen (Regierungsbezirk Freiburg):

  • Nachhaltige und ressourcenschonende Innenentwicklung entlang der Hauptstraße mit einer ausgewogenen Bevölkerungsentwicklung und Mischung von Wohnen, Dienstleistungen und Arbeiten; Wohnen für Familien mit Kindern und für ältere Menschen soll attraktiv gestaltet werden, mit kurzen Wegen, verbesserter Aufenthaltsqualität und Grünstruktur; Erhalt und Aufwertung des Ortsbilds: höherer Wohnwert „innen“ im Ort reduziert den Siedlungsdruck nach außen. Trotz Siedlungsdrucks in Raum Freiburg setzt die Gemeinde Denzlingen den Schwerpunkt auf Innenentwicklung.

4. Stadt Ostfildern, Landkreis Esslingen (Regierungsbezirk Stuttgart)

  • Auffrischung eines bestehenden 21 ha großen Gewerbegebiets im Stadtteil Kemnat, um die Gewerbeflächen dort aufzuwerten und marktgängig zu machen, so kann zusätzlicher Flächenverbrauch für Gewerbeflächen reduziert werden. Die Anbindung an den Ortskern und an die nahegelegenen Wohngebiete soll im Interesse kurzer Wege verbessert werden. Die Gestaltung des Ortsrands am Gewerbegebiet sowie der verzahnenden Grünverbindungen soll verbessert werden. Die Stadt Ostfildern geht damit das häufig anzutreffende Problem an, dass es zwar theoretisch genug Gewerbeflächen gibt, die aber oft untergenutzt oder fehlgenutzt werden oder sich für potenzielle NutzerInnen nicht attraktiv darstellen.

5. Landratsamt Böblingen (Regierungsbezirk Stuttgart)

  • Kooperationsprojekt des Landkreises mit vier Kreisgemeinden (Deckenpfronn, Hildrizhausen, Mötzingen, Nufringen). Inhalt: Mobilisierung von Innenentwicklungsflächen und Leerständen, durch abgestimmte Aktivitäten wie insbesondere Gespräche mit Zielgruppen: Immobilien-EigentümerInnen (Bauplätze, Leerstände, untergenutzte Gebäude), Immobilien-MaklerInnen, Banken, Wohnbaugesellschaften, SeniorInnen, Gemeinderäte und andere meinungsbildende Personen und die Medien. Ziel: Verstetigung und Verstärkung des Innenentwicklungsprozesses in den Gemeinden, Erhalt der innerörtlichen Infrastruktur, Mobilisierung von Wohnangeboten und Bauplätzen im Siedlungsbestand, vor allem für junge Familien.

6. Stadt Freiburg im Breisgau (Regierungsbezirk Freiburg)

  • Aufwertung eines Siedlungsgebietes der 50er/60er Jahre, mit dem Ziel von wohngebietsverträglicher Mischnutzung mit Kleingewerbe, sorgfältige Prüfung und Ausarbeitung des Lärmschutzes, besonderes Augenmerk auf Aufwertung des öffentlichen Raums und Wegevernetzung mit kurzen Wegen.

7. Gemeinde Unlingen, Kreis Biberach (Regierungsbezirk Tübingen)

  • Ortsentwicklungskonzept mit detaillierter Bestandsaufnahme der innerörtlichen Flächenpotenziale, Gespräche mit EigentümerInnen und InvestorInnen, Bürgerbeteiligung. Aufwertung des Bereichs um die Durchgangsstraße B 311 (Umgehungsstraße ist auf Jahre hinaus nicht finanzierbar); Gestaltung der Ortseingänge, Bürgerwerkstatt mit Erarbeitung von Konzepten, auch zu verkehrsbezogenen Maßnahmen.

8. Stadt Reutlingen, Stadtbezirk Gönningen (Regierungsbezirk Tübingen)

  • Ortsentwicklungskonzept für den Innenbereich; Handlungs- und Umsetzungsstrategien mit Einbindung der Bürgerschaft in die Grundlagenermittlung und Planung; Ziele: Wohnen im Ortskern attraktiver gestalten; Entschärfung der durch Verkehr belasteten Hauptstraße; verträglichere Verkehrsgestaltung.

9. Gemeinde Zimmern ob Rottweil, Kreis Rottweil (Regierungsbezirk Freiburg)

  • Innenentwicklungskonzept für den Teilort Zimmern, Überblick über Nutzung und Leerstände aller Gebäude und Grundstücke; Beteiligung der BürgerInnen, persönliche Befragung der EigentümerInnen von Schlüsselgrundstücken, Erarbeitung gemeinsamer Entwicklungsperspektiven für die betreffenden Flächen.

10. Gemeinden Lauterach und Untermarchtal, Alb-Donau-Kreis (Regierungsbe-zirk Tübingen)

  • Erarbeitung einer gemeinsamen Innenentwicklungskonzeption mit einer „Redimensionierungsstrategie“ zur Sicherung der Daseinsvorsorge und allge-mein zum Erhalt ausreichender Infrastruktur bei rückläufiger Bevölkerung. Kooperationsprojekt der benachbarten Gemeinden Lauterach (600 Einwohner) und Untermarchtal (900 Einwohner) mit einem gemeinsamen Bürgermeister. Einbeziehung der Bürgerschaft und AkteurInnen.


Hintergrund und Vorgeschichte:

Die Bewerbungen bis Ablauf der Bewerbungsfrist im Juli 2012 kamen aus 36 Städten und Gemeinden fast aller Größenklassen (500 bis 225.000 EinwohnerInnen), aus ganz Baden-Württemberg. Ein weiterer Antrag wurde von einem Landkreis eingereicht.

Das Förderprogramm gibt es, nach einer Pilotphase 2009, seit 2010. Bisher haben 90 Kommunen und drei Landkreise daran teilgenommen.

Ausblick: Bis September wird über die weiteren Aufnahmen in das Programm entschieden

„Alle Vorhaben wird neben der Stärkung der Innenentwicklung der Leitgedanke verbinden, dass dieses zentrale Element einer zukunftsfähigen Kommunalentwicklung nur im Zusammenwirken mit der Bürgerschaft gelingen kann“, betont Staatsekretärin Gisela Splett. “Dazu gehören nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern auch die mittelbar Berührten jeden Alters, die EigentümerInnen, die MieterInnen von Grundstücken und Wohnungen und die Nachfrageseite auf dem Wohnungsmarkt. Dazu gehören weiter die PlanerInnen, die ArchtitektInnen und InvestorInnen. Auch die Nachbarschaft der Gebiete ist eine wichtige Beteiligtengruppe, gilt es doch die Vorteile der Innenentwicklung deutlich zu machen, die kein „seelenloses“ Nachverdichten sein darf, sondern die Aufwertung von bestehenden Siedlungsflächen im Interesse aller zum Ziel hat. Das Land“, so Staatsekretärin Gisela Splett abschließend, „begrüßt und unterstützt die vielfältigen kommunalen Anstrengungen in dieser Richtung“.

Quelle: Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg


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Das baden-württembergische Ministerium für Verkehr und Infrastruktur in Stuttgart.

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