Historie S21


Historie des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm

Das Projekt Stuttgart 21 umfasst den Neubau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs in Stuttgart anstelle des bisherigen oberirdischen Kopfbahnhofs und den Neubau der Bahnstrecke Wendlingen-Ulm. Das Projekt gehört zu den größten Infrastrukturvorhaben in der Geschichte Baden-Württembergs. Befürworter sehen die Vorteile des Projekts im Zeitgewinn auf den neu geordneten Bahnstrecken und in den städtebaulichen Chancen des neu entstehenden Stadtviertels im Zentrum Stuttgarts auf dem Gelände der bisherigen Gleisanlagen. Kritische Stimmen bezweifeln die Leistungsfähigkeit des neuen Durchgangsbahnhofs.

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2015

Verbesserung im Filderbereich

Land, Region und Landeshauptstadt vereinbaren mit der DB ein Paket zur Verbesserung von Stuttgart 21 im Filderbereich

Nach intensiven Verhandlungen haben sich die S-21-Projektpartner am 6. März 2015 grundsätzlich auf ein Paket mit zahlreichen Verbesserungen für den Bereich Fildern und Landesflughafen geeinigt. Die Variante „Drittes Gleis“ soll die bisher geplante Antragstrasse ablösen und die damit erwarteten Konflikte zwischen Fernverkehr und S-Bahn vermeiden helfen.

Weitere Informationen: Pressemitteilung vom 6. März 2015

2013

Erhöhung des Finanzierungsrahmens

Erhöhung des Finanzierungsrahmens

5. März: 

Beschluss des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn, den Finanzierungsrahmen für S 21 um zwei Milliarden Euro von 4,526 Mrd. Euro auf 6.526 Mrd. Euro zu erhöhen. Die Projektpartner Land Baden-Württemberg und Stadt Stuttgart lehnen eine Beteiligung an der Übernahme dieser Mehrkosten ab. Der Differenzbetrag von ca. 300 Mio. Euro zu dem Betrag von 6,8 Mrd. Euro beinhaltet Kosten, die sich nach Ansicht der DB aus der Schlichtung ergeben sowie Mehrkosten für eine modifizierte Anbindung des Stuttgarter, die nach demFilder-Dialog näher untersucht wurde.

Die 300 Mio. Euro Mehrkosten hierfür sollen nach dem Willen der Bahn die Projektpartner übernehmen. Eine gesonderte Übernahme der Schlichtungskosten lehnt das Land Baden-Württemberg ab. Es handle sich dabei um Projektkosten. Bisher nicht entschieden ist, ob sich die Landesregierung an den Mehrkosten für die geänderte Flughafenanbindung beteiligt.

2012

Räumung des Schlossgartens, Filder-Dialog

Räumung des Schlossgartens

12. Dezember: 

Der Vorstand der Deutschen Bahn informiert den Aufsichtsrat darüber, dass die bisher angenommenen Kosten nicht ausreichend sind. Die DB hat von Mehrkosten in Höhe von 1,1 Mrd. Euro und weiteren Risiken von 1,2 Mrd. Euro berichtet, so dass die Kosten des Gesamtprojekts nach Ansicht der Bahn bei maximal 6,8 Mrd. Euro liegen sollen.

16. .Juni bis 13. .Juli: 

Im Rahmen des Filder-Dialogs S 21 haben die Projektpartner von Stuttgart 21 Gespräche mit den betroffenen Kommunen und der Bürgerschaft über den Planfeststellungsabschnitt auf den Fildern geführt.

7. Mai: 

Offizieller Baubeginn für den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A 8 zwischen Hohenstadt und Ulm-West sowie für die Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm.

15. Februar bis 28. Februar: 

Räumung des Schlossgartens durch die Polizei und Beginn der Baumfällarbeiten sowie Baumverpflanzungen, um das Baufeld freizumachen.

2011

S 21 - Kündigungsgesetz, Volksabstimmung, Stresstest

Bürgerbeteiligung

S 21 - Kündigungsgesetz

27. November: 

Volksabstimmung über das S 21-Kündigungsgesetz. Gegen das Gesetz haben 58,9 Prozent, für das Gesetz 41,1 Prozent gestimmt. Die Landesregierung respektiert das Ergebnis der Volksabstimmung für das Projekt und wird die Umsetzung kritisch-konstruktiv begleiten.

28. September: 

2. Lesung und Abstimmung des Landtags zum "Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21" (S 21-Kündigungsgesetz). Nachdem die Regierung im Landtag keine Mehrheit für das Gesetz gefunden hat, beantragt sie eine Volksabstimmung.

29. Juli: 

Präsentation des Stresstests für den Durchgangsbahnhof unter dem Vorsitz von Schlichter Dr. Heiner Geißler. Als Kompromiss für den „Frieden in Stuttgart" schlägt Geißler eine sogenannte Kombilösung von Kopf- und Tiefbahnhof vor: Kompromiss-Lösung S 21.

14. Juni: 

Offizielle Wiederaufnahme der Bauarbeiten.

29. März: 

Nach der Landtagswahl am 27. März verkündet die Bahn einen Bau- und Vergabestopp bis zur Konstituierung des neuen Landtags. Im Mai nimmt die grün-rote Landesregierung die Amtsgeschäfte auf.

2010

Offizieller Baubeginn und Schlichtung

Schlichterspruch

30. November:

Dr. Geißler befürwortet in seinem Schlichterspruch den Weiterbau des Projekts Stuttgart 21, regt aber Verbesserungen für ein Projekt "Stuttgart 21 plus" an.

22. Oktober:

Zur Befriedung der Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern des Projekts S 21 beginnt die „Schlichtung" unter der Moderation von Dr. Heiner Geißler. Die Verhandlungen werden live im Internet sowie im Fernsehen übertragen. Aufzeichnungen, Wortprotokolle sowie die in den Verhandlungen präsentierten Unterlagen können auf www.schlichtung-s21.de eingesehen werden.

30. September:

Beginn der Maßnahmen zur Freimachung des Baufelds für das Grundwassermanagement im Schlossgarten. Der massive Polizeieinsatz zur Räumung des Schlossgartens wird später von einem Untersuchungsausschuss aufgearbeitet.

25. August:

Um 14.25 Uhr beginnt der Abriss des historischen Nordflügels des Hauptbahnhofes.

2. Februar:

Offizieller Baubeginn von Stuttgart 21.

2009

Kostenprüfung

Kostenprüfung

10. Dezember:

Beschluss des Lenkungskreises S 21 zur aktuellen Kostenprüfung.

Oktober/November:

Die Proteste gegen das Projekt S 21 nehmen zu und finden ihren Ausdruck in vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen.

2. April:

Abschluss aller Finanzierungsvereinbarungen.

2008

Verabschiedung des Haushalts 2009 im Bundestag

Verabschiedung des Haushalts 2009 im Bundestag

28. November:

Stuttgart 21 ist Thema im deutschen Bundestag. Dort wird der Haushalt 2009 verabschiedet. Der Weg für das Milliardenprojekt ist nun endgültig frei. 

2007

Memorandum of Understanding

Memorandum of Understanding, erste Kostensteigerungen

20. Dezember:

Der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart lehnt den von den Projektgegnern angestrebten Bürgerentscheid mit 45 zu 15 Stimmen ab. Insgesamt hatten 67.000 Bürgerinnen und Bürger in Stuttgart ihre Unterschrift gegen Stuttgart 21 abgegeben.

19. August:

Die Landesregierung räumt erstmals Fehler bei der Planung ein. Das Bauprojekt wird teurer als gedacht. Statt mit 2,8 Mrd. Euro kalkuliert man jetzt mit mehr als 3 Mrd. Euro.

25. Juli:

Der Landtag stimmt dem Memorandum of Understanding zu. Die Planfeststellungsverfahren werden fortgesetzt, Entwurfsplanung sowie Vertragsverhandlungen beginnen.

19. Juli:

Die Projektpartner von Stuttgart 21 - Bund, Bahn, Land, Stadt Stuttgart und Verband Region Stuttgart - unterzeichnen das „Memorandum of Understanding".

2006

Beginn der Planfeststellungsverfahren

Beginn der Planfeststellungsverfahren

12. Oktober:

Der Landtag von Baden-Württemberg fällt den Grundsatzbeschluss für die Neubaustrecke Stuttgart - Ulm und Stuttgart 21. Die Planfeststellungsverfahren beginnen. 

2005

Erteilung der Baugenehmigung

Erteilung der Baugenehmigung

Februar: 

Das Eisenbahn-Bundesamt erteilt die Baugenehmigung für Stuttgart 21 und für die Tieferlegung des Bahnhofs. 

2001

Planung der Finanzierung

Planung der Finanzierung

Februar:

Der Bund stimmt dem Vorfinanzierungsangebot des Landes zu und erklärt seine Bereitschaft, ab 2011 in die Finanzierung einzutreten.

Juli:

Land, die Stadt und die Region Stuttgart schließen mit der Bahn die Vereinbarung zur weiteren Zusammenarbeit und zur Realisierung der Projekte Stuttgart 21 und Neubaustrecke Wendlingen - Ulm ab und führen Verhandlungen über die Wirtschaftlichkeit des Projekts mit der Bahn.

1999

Ersuchen des Landestags

Ersuchen des Landestags, S 21 umzusetzen

15. Juli:

Der Landtag ersucht die Landesregierung, sich bei der Bundesregierung und bei der Bahn weiterhin mit Nachdruck für die Realisierung der beiden Vorhaben Stuttgart 21 und Neubaustrecke Stuttgart - Ulm einzusetzen.

1998

Forderung von Nachverhandlungen

Forderung von Nachverhandlungen durch die DB

Die Planungen geraten ins Stocken. Die Bahn fordert Nachverhandlungen wegen der Änderung der verkehrlichen und finanziellen Rahmenbedingungen.

1995

Einigung über die zeitliche Realisierung

Einigung über die zeitliche Realisierung

7. November:

Land, Stadt und Region einigen sich mit der Bahn und dem Bund über die zeitgleiche Realisierung der Projekte Stuttgart 21 und Neubaustrecke Wendlingen - Ulm und schließen eine Rahmenvereinbarung ab.

1994

Vorstellung des Projektes

Vorstellung des Projektes

18. April:

Die Bahn, der Bund, das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart stellen das Projekt Stuttgart 21 vor.

1993

Grundsatzbeschluss der H-Trasse

Grundsatzbeschluss der H-Trasse

Dezember:

Die Bahn fällt einen Grundsatzbeschluss zu Gunsten der autobahnnahen H-Trasse. Doch anstelle des Fernbahntunnels unter dem Hauptbahnhof soll die Strecke von Stuttgart über Bad Cannstatt bis Mettingen und weiter in einem Tunnel durch Neuhausen geführt werden. Auch die Einrichtung eines neuen Fernbahnhofs am Rande des Rosensteinparks wird erwogen.

November:

Der Ausbau der Strecke Stuttgart-Ulm-Augsburg wird in das Bundesschienenwegeausbaunetz aufgenommen.

Oktober:

Das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis für die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm hat die Trasse H. Dies ergibt sich aus einer Bewertung der alternativen Trassen im Auftrag des Bundes. 

1992

Befürwortung der H-Trasse

Befürwortung der H-Trasse

September:

Das Landeskabinett befürwortet die Trasse H (= Heimerl-Variante) mit voller Einbindung des Hauptbahnhofs Stuttgart in Form eines Durchgangsbahnhofs in das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn.

1986-1991

Untersuchung verschiedener Trassenvarianten

Untersuchung verschiedener Trassenvarianten

Die Heimerl-Trasse (benannt nach dem Stuttgarter Verkehrswissenschaftler Prof. Gerhard Heimerl) schlägt 1988 eine durchgängige Neubaustrecke Stuttgart nach Ulm entlang der Autobahn A 8 mit einer Unterfahrung des Hauptbahnhofs Stuttgart vor. Der schnelle (Fern-) Reiseverkehr soll getrennt vom langsameren Güter- und Regionalverkehr geführt werden.

Die alternative K (Kritian)-Trassenführung sah eine Unterfahrung des Hauptbahnhofs Stuttgart, eine Gleisführung im Tunnel bis Plochingen und den Ausbau der Filstalstrecke vor.

Die Bahn legte im Oktober 1991 einen Bericht über die Untersuchung beider Varianten vor und gab der Heimerl-Trasse den Vorzug.

1985

Erweiterung des Bundesverkehrswegeplans

Erweiterung des Bundesverkehrswegeplans

Die Aus- und Neubaustrecke Plochingen-Günzburg wird als Fortsetzung der Neubaustrecke Mannheim-Stuttgart als Vorhaben des vordringlichen Bedarfs in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen

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