Baustellen


Warum es Baustellen gibt und wie sie funktionieren?

Baden-Württemberg ist sowohl hoch entwickelter Industriestandort als auch Transitland im Herzen Europas. Entsprechend stark belastet ist Straßennetz.

Im Jahr 2013 wurde durch die circa 140 Dauerzählstellen eine durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung auf Autobahnen von rund 59.190 Fahrzeugen/24h, auf Bundesstraßen von etwa 13.610 Fahrzeugen/24h, auf Landestraßen durchschnittlich 4.800 Fahrzeugen/24h festgestellt.

Der am höchsten belastete Abschnitt lag 2013 auf der A 8 zwischen dem Autobahndreieck Leonberg und dem Autobahnkreuz Stuttgart mit über 140.000 Fahrzeugen/24h. Darauf folgt die A 5 nördlich des Autobahndreiecks Karlsruhe mit rund 132.000 Fahrzeugen/24h und die A 81 südlich des Autobahnkreuzes Stuttgart mit 124.000 Fahrzeugen/24h.

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Das hohe Verkehrsaufkommen bringt es mit sich, dass an den Strecken viele Baustellen nötig sind, die im dichten Verkehr gleichzeitig leicht Behinderungen verursachen. Das Ministerium erklärt daher in Bild, Ton und Text Hintergrund, Sinn und Ablauf von Baustellen.

Warum gibt es so viele kaputte Straßen?

  • Straßen haben im Allgemeinen eine Lebensdauer von bis zu 35 Jahren.

    Die Straßen (Bundesautobahnen, Bundesstraßen, Landesstraßen) in BW sind zu rund 30 Prozent in einem guten Zustand, zu rund 30 Prozent in einem befriedigenden Zustand und zu rund 40 Prozent in einem schlechten Zustand.

    Während in den vergangenen Jahren die Verkehrsbelastung, aber auch die Achsbelastung der einzelnen Fahrzeuge ständig gestiegen ist, sind einige Straßen für die überproportionale Belastung nicht mehr ausgelegt. Neben der Belastung aus dem Verkehr kommen Belastungen aus Wetter und Klima hinzu.

    Obwohl es zu Schädigungen der Straßenoberfläche kommen kann, ist der Betreiber der Straße (Regierungspräsidien für Bundesautobahnen, Landkreise für Bundes- und Landstraßen) gesetzlich dazu verpflichtet, die Straßen stets verkehrssicher zu halten.

    Da die meisten Straßenschäden im Winterhalbjahr auftreten, kann mit den Reparaturarbeiten an der Straße erst begonnen werden, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

Warum werden nicht auf allen Straßen Betondecken gebaut?

  • Der Einbau einer Betonfahrbahn hat sich auf Bundesautobahnen bewährt. Beton ist stets in der Lage, die Lasten des Schwerverkehrs mühelos aufzunehmen.

    Betonfahrbahnen werden mit Hilfe eines Betonfertigers hergestellt. Dieses Gerät baut den Beton in voller Fahrbahnbreite über die gesamte Streckenlänge ein. Während der maschinelle Einbau des Betons schnell und wirtschaftlich abläuft, ist der Auf- und Abbau eines Betonfertigers wegen seiner Größe umständlich. Er eignet sich daher nicht für kürzere Strecken, schmalere Straßen und Knotenpunktbereiche (Kreuzungen oder Einmündungen).

    Überdies benötigt Beton eine Aushärtezeit von mindestens 28 Tagen. Innerhalb dieser Zeit darf der Beton nicht befahren werden und ist vor klimatischer Beanspruchung zu schützen. Nur so erreicht er volle Härte und eine hohe Qualität.

    Im Gegensatz dazu kann eine Fahrbahn in Asphaltbauweise schon nach dem Auskühlen des Asphaltes nach rund 36 Stunden für den Verkehr freigegeben werden. Bauzeiten und die Dauer von Umleitungsstrecken werden somit auf ein Minimum gekürzt.

Wie sieht das Erhaltungsmanagement der Straßenbauverwaltung aus?

Wer ist für Baustellen auf Autobahnen verantwortlich?

  • Bundesautobahnen und Bundesstraßen befinden sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Weil Deutschland nicht über eine eigene Bundesfernstraßenverwaltung verfügt, wird die Verwaltung der Bundesfernstraßen den Bundesländern übertragen.

    In Baden-Württemberg ist das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur oberste Straßenbaubehörde. Geplant und gebaut werden die Bundesfernstraßen von den nachgeordneten Regierungspräsidien. Sie verfügen jeweils über eine Abteilung für Straßenwesen und Verkehr. Die Bauleiter innerhalb dieser Abteilung sind für die Baustellen verantwortlich.

Wann werden Baustellen auf Autobahnen durchgeführt?

  • Hat die Fahrbahnoberfläche einen Schaden, der zur Gefahr für die Verkehrsteilnehmer führen kann, wird dieser Schaden sofort behoben. Auch unter Inkaufnahme von Staus werden Fahrbahnschäden in solchen Fällen sofort behoben.

    Umfangreichere Baumaßnahmen werden so geplant und vorbereitet, dass sie im Frühjahr eines Jahres starten können. Natürlich wird dabei eine schnellstmögliche Fertigstellung angestrebt, denn nur so können Kosten der Baustelle, Beeinträchtigungen für den Verkehr und letztlich Staus reduziert werden.

    Die Autobahn A5 bietet im Streckenabschnitt Baden-Baden - Offenburg mit dem A-Modell eine Besonderheit. Hier hat sich ein im Vergabeverfahren ausgewählter Konzessionsnehmer verpflichtet den 41 Kilometer langen Streckenabschnitt 6-streifig einschließlich aller Bauwerke auszubauen und für die Dauer von 30 Jahren zu betreiben und zu unterhalten. Dafür erhält der Konzessionsnehmer für die gleiche Dauer die Mauteinnahmen aus diesem Streckenabschnitt.

    Die Baumaßnahmen im Zuge des 6-streifigen Ausbaus werden abschnittsweise durchgeführt und dauern daher bis zu ihrer Fertigstellung im Jahr 2013 ununterbrochen an.

Warum sieht man auf den Baustellen keine Bauarbeiter?

  • Wenn in sekundenschneller Vorbeifahrt an einer Straßenbaustelle keine Bauarbeiter zu sehen sind, bedeutet das auf keinen Fall, dass keine Bauarbeiter vor Ort sind. Da die Kosten einer Baustelle mit der Dauer der Baustelle in direktem Zusammenhang stehen, ist die schnelle Abwicklung der Baustelle oberste Priorität. Daher sind an Werktagen immer Bauarbeiter vor Ort um den Baufortschritt zu gewährleisten.

    Dass man dennoch an der Baustelle keine Bauarbeiter sieht, kann folgende Gründe haben:

    • Die Bauarbeiter arbeiten bei einer Brückenbaustelle unter oder hinter dem Bauwerk.
    • Arbeiten, die von Spezialisten ausgeführt werden müssen, werden nur von wenigen Bauarbeitern durchgeführt.
    • Die Arbeiter befinden sich in einem Schutzzelt - zum Beispiel bei Instandsetzungsarbeiten auf Brücken.
    • Die Bauarbeiter sitzen auf Baumaschinen oder in Fahrzeugen.
    • Die Bauarbeiter gehen ihrer arbeitsrechtlichen Pause nach.
    • Wegen Aushärtezeiten einer Betonfahrbahn (bis zu 28 Tagen) oder Auskühlzeiten einer Asphaltfahrbahn (bis zu 36 Stunden) darf die Fahrbahnoberfläche nicht befahren werden.

Warum wird eine Verkehrsführung eingerichtet, bei der es Stau gibt?

  • Bei Baustellen geht es meistens eng zu. Zwei zentrale Forderungen müssen „unter einen Hut gebracht" werden: Das beauftragte Bauunternehmen muss zur Ausführung seiner Arbeiten ausreichenden Platz und Sicherheitsabstände zum fließenden Verkehr haben. Zum zweiten muss der Verkehrsfluss bestmöglich aufrecht erhalten werden.

    Ziel ist die Aufrechterhaltung aller Fahrstreifen pro Fahrtrichtung für die Dauer der Bauarbeiten. Reicht die Breite einer Fahrbahn zur Unterbringung der originären Fahrstreifen und des Baufeldes nicht aus, wird vielfach durch einen provisorischen Fahrstreifen die fehlende Fahrbahnbreite ergänzt. Funktioniert dies aus räumlichen oder rechtlichen Gründen nicht, ist die Reduzierung auf eine geringere Anzahl an Fahrstreifen unumgänglich.

    Weniger Fahrstreifen und eine verringerte Geschwindigkeit im Baustellenbereich verlangsamen den Verkehrsfluss. Staus sind möglich.

    Viel wichtiger als ein ärgerlicher, zeitraubender Stau ist jedoch, dass es in Baustellen und an Stauenden vor Baustellen nicht zu schwerwiegenden Unfällen mit Verletzten oder gar Todesfällen kommt. Durch den verstärkten Einsatz von mobilen Stauwarnanlagen wird der Verkehr frühzeitig vor Stauerscheinungen gewarnt und kann seine Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss anpassen.

Woher bekomme ich Stauinformationen?

Warum berücksichtigt mein Navigationsgerät die Staumeldungen nicht?

  • Mit den Internetdiensten des BIS, VWD und SVZ bietet das Land Baden-Württemberg dem Verkehrsteilnehmer stets aktuelle Verkehrsinformationen auf Autobahnen, Bundes und Landesstraßen.

    Navigationsgeräte und Autoradios, die über Fähigkeit zum Empfang des Traffic Massage Chanel (TMC) verfügen, können die von den Rundfunksendern ausgestrahlten Informationen bei der Routenplanung verarbeiten. In Deutschland bieten die meisten öffentlichen und einige private Rundfunksender den Service TMC-Dienste kostenlos zu empfangen.

    Das Land Baden-Württemberg hat auf die Ausgestaltung der TMC-Fähigkeit von Rundfunksendern und Navigationsgeräten jedoch keinen Einfluss.


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