Bau


Straßenbau

  • Montage einer Streckenbeeinflussungsanlagen (Bild: Straßenverkehrszentrale BW)

Die Straßenbauverwaltung des Landes kümmert sich um die Vorbereitung, die Vertragsgestaltung und die Durchführung einschließlich Finanzierung und Abrechnung von Maßnahmen an Bundesfern- und Landesstraßen (Neu- und Ausbau sowie Erhalt). Im ersten Fall handelt sie im Auftrag des Bundes, der die Maßnahmen auch bezahlt. Im zweiten Fall agiert das Land als eigenständiger Bauherr. Die Organisation von Bauarbeiten stellt hohe Anforderungen an die Beteiligten.

Vor dem Bau Vor dem Bau

  • Ausschreibung: Größere Vorhaben werden europaweit ausgeschrieben, um das wirtschaftlichste Angebot zu ermitteln - unter Beachtung umfangreicher Vorschriften und Regelungen.

    Verkehrslenkung: Ausbaumaßnahmen werden in der Regel so umgesetzt, dass der Verkehr auf der betroffenen Straße weiter fließt. Die Bauverwaltung legt Umleitungen oder Behelfsverkehrsführungen zusammen mit dem beauftragten Bauunternehmen, der Verkehrsbehörde und der Polizei fest. Wird auf einer Bundesautobahn gebaut, muss die Planung mit dem Bund abgestimmt werden.

In der Bauphase Die Bauphase

  • Die Straßenbauverwaltung steuert die Bauarbeiten der beauftragten Unternehmen, überwacht den Baufortschritt und kontrolliert die Qualität der Ausführung. Für die Beratung bei Fragen zur Bau- und Geotechnik stehen Fachleute der Regierungspräsidien bereit.

    Wie eine Baustelle funktioniert verrät das FAQ zum Thema.

Baumaßnahmen zum Erhalt Erhaltung

  • Die Erhaltung der vorhandenen Straßen erhält in Zukunft eine stärkere Bedeutung. Das vorhandene Netz soll insbesondere durch erneuerte Fahrbahndecken und die Instandsetzung von Brücken leistungsfähiger werden. Handlungsbedarf entsteht dadurch, dass bereits vorhandene Schäden schnell noch teurere Folgeschäden nach sich ziehen. Haben zum Beispiel Asphaltdecken bereits Risse, brechen diese bei winterlichen Temperaturen durch eindringendes und wieder gefrierendes Wasser schnell weiter auf. Aus Sicherheitsgründen müssen dann streckenweise Tempolimits eingeführt werden.

    Um die vorhandenen Mittel möglichst effizient einzusetzen, erfasst und bewertet die Straßenbauverwaltung den Zustand des Bundesfern- und Landesstraßennetzes in regelmäßigen Abständen nach objektiven Kriterien. Auf der Basis dieser Studien priorisiert sie die Maßnahmen und steuert deren Finanzierung.

    Weitere Informationen: Diese Schwerpunkte setzt die Landesregierung bei der Erhaltung der Infrastruktur

Bau von Brücken und Tunneln Brücken und Tunnel

  • Die Straßenbauverwaltung des Landes ist ebenfalls zuständig für die Planung und Genehmigung großer Ingenieurbauwerke im Zuge von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen.

    Ingenieurbauwerke sind Brücken, Tunnel, Grundwasserwannen, Verkehrszeichenbrücken, Stütz- und Lärmschutzwände sowie Regenklär- und Regenrückhaltebecken. Der derzeitige Bestand an Bauwerken bei Bundesfern- und Landesstraßen umfasst über 7.500 Brücken und 83 Tunnelbauwerke.

    Baden-Württemberg ist eine Tunnelhochburg. Städtische Tunnel nicht eingerechnet betreut die Straßenbauverwaltung des Landes ein Drittel aller deutschen Straßentunnel. Dies hat seine Gründe in der Topographie der für Baden-Württemberg typischen Mittelgebirgslandschaft. In den Schwarzwaldtälern sind Umgehungsstraßen fast nur mit Tunnelbauwerken realisierbar. Auch im Bereich der Schwäbischen Alb, in der Stuttgarter Hügellandschaft oder am Hochrhein können zahlreiche Straßenneubauten nur noch mit Tunneln verwirklicht werden. Dazu kommen Tunnel, die aus Lärm- oder Umweltschutzgründen gefordert und durchgesetzt werden - auch dies ist in dem dicht besiedelten Land besonders häufig der Fall.

    Tunnel sind allerdings auch zehn Mal so teuer wie eine normale Straße. Bei den späteren Betriebskosten ist das Verhältnis noch ungünstiger.

    Weitere Informationen: Erhaltung von Brücken in Baden-Württemberg

    Sicherheit in Tunneln

    Die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Tunnel ein Unfall ereignet, ist weitaus geringer als auf freier Strecke. Gleichwohl können die Folgen bei einem Unfall im Tunnel weit schwerwiegender sein. Daher wird für die Sicherheit der Tunnelnutzer ein hoher Aufwand betrieben. Aufgrund der Erkenntnis, dass bei einem Unfall mit Brandfolge die ersten Minuten nach dem Unfall für eine Rettung besonders wichtig sind, die Rettungsdienste aber im günstigsten Fall erst nach zehn bis zwölf Minuten vor Ort sind, sind Selbstrettungsmaßnahmen der Betroffenen besonders wichtig.

    Zur Hilfestellung werden neben Sicherheitseinrichtungen in den Tunneln wie zum Beispiel Kommunikationseinrichtungen, Brandmeldeanlagen, Fluchtwegkennzeichnungen und Brandnotleuchten auch (zum Teil mit erheblichem baulichem Aufwand) Notausgänge geschaffen, die maximal 300 Meter auseinanderliegen und flüchtende Personen in einen sicheren Bereich führen.

    Die Sicherheitsstandards der Tunnel werden regelmäßig überprüft und den neuesten Erkenntnissen angepasst. Neue Tunnel werden auf der Basis der aktuellen Techniken ausgerüstet. Ältere Tunnel werden mit neuen Sicherheitseinrichtungen nachgerüstet.

Organisation

Die Straßenbauverwaltung in Baden-Württemberg ist seit 1. Januar 2005 in drei Verwaltungsebenen eingeteilt. In der Abteilung Straßenwesen im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur werden grundsätzliche Entscheidungen getroffen und der Kontakt mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gepflegt.

Organigramm Straßenbauverwaltung

Die Regierungspräsidien Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Tübingen sind für die Bearbeitung der Aufgaben in ihren Regierungsbezirken zuständig.

Das RP Tübingen übernimmt mit seiner Landesstelle für Straßentechnik (LST) Aufgaben zentral für ganz Baden-Württemberg. Die LST erbringt Dienstleistungen für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung von Straßen. Sie führt die Straßeninformationssysteme des Landes und ist Straßenverkehrszentrale für Baden-Württemberg.

Die Stadt- und Landkreise als „Untere Verwaltungsbehörde" sind unter anderem für die Unterhaltung und den Betrieb der Bundes- und Landesstraßen und eigenverantwortlich für die Kreisstraßen zuständig.

Organisations- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Straßenbauverwaltung (OWU)

Die vom Ministerrat 2013 beauftragte Organisationsuntersuchung der Straßenbauverwaltung in Baden-Württemberg ist abgeschlossen. Auf deren Basis werden Optimierungsmaßnahmen erarbeitet, um die in der Koalitionsvereinbarung festgelegten Ziele in der Erhaltung und beim Ausbau der Landesstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen umsetzen zu können. Entsprechend den Festlegungen der Landesregierung wird die Einrichtung eines Landesbetriebs Straße nicht weiter verfolgt. Den Ergebnisbericht zur OWU einschließlich einer Zusammenfassung der eingegangenen Stellungnahmen der Projektbeteiligten zum Ergebnisbericht können Sie hier einsehen.

Verkehrsinfrastrukturgesellschaft

Der Bund überlegt derzeit die Einrichtung einer Verkehrsinfrastrukturgesellschaft (VIG). Eine solche VIG würde operative Aufgaben im Bereich der Bundesfernstraßen übernehmen, die derzeit im Rahmen der Bundesauftragsverwaltung von den Ländern wahrgenommen werden. Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur die BSL Managementberatung aus Köln im Rahmen der Organisations- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Straßenbauverwaltung damit beauftragt, die Auswirkungen einer VIG auf die Straßenbauverwaltung des Landes abzuschätzen und in einem Ergänzungsbericht darzustellen. Im Ergebnis zeigt sich, dass eine Abkehr von der Bundesauftragsverwaltung erhebliche Nachteile sowohl für den Bund als auch für die Länder hätte. Zugleich werden im System der Bundesauftragsverwaltung weitgehende Optimierungsmöglichkeiten beschrieben, die in der bestehenden Struktur kooperativ von Bund und Ländern vorangetrieben werden können. Den Ergänzungsbericht finden Sie hier.


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