Häfen

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Umschlagplätze für Gütertransporte

  • Mannheimer Hafen bei Nacht (Bild: Staatliche Rhein-Neckar Hafengesellschaft Mannheim mbH, www.logistik-bw.de)

In Baden-Württemberg gibt es zehn Häfen und zahlreiche Lade- und Löschplätze, an denen im Jahr 2010 insgesamt rund 30,6 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen wurden. Die Häfen Mannheim, Karlsruhe, Kehl, Breisach, Weil am Rhein, Heilbronn, Stuttgart, Plochingen sowie Wertheim sind Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft öffentlicher Binnenhäfen Baden-Württemberg, einer Untergliederung des Bundesverbands öffentlicher Binnenhäfen e. V. (BÖB). Der Hafen Rheinfelden ist nicht Mitglied.

In Baden-Württemberg wird nach Nordrhein-Westfalen bundesweit der zweitgrößte Güterumschlag in der Binnenschifffahrt erzielt. Im Jahr 2009 verzeichneten alle baden-württembergischen Häfen - aber auch nahezu alle Häfen Deutschlands - starke Einbußen beim Umschlagsvolumen. Im Jahr 2010 ist eine deutliche Erholung der Weltwirtschaft eingetreten, was zu einem deutlichen Wiederanstieg der Binnenschifftransporte geführt hat. Das Umschlagsvolumen in den Binnenhäfen in Baden-Württemberg insgesamt betrachtet lag in 2010 wegen besonderer örtlicher Vorkommnisse aber nur ungefähr auf Vorjahresniveau. Auch im Jahre 2011 führten historisch niedrige Wasserstände auf dem Rhein und die mehrwöchige Sperrung des Rheins wegen der Havarie eines Tankschiffes bei St. Goarshausen zu einem Rückgang des Transportaufkommens.

Statistik über den Güterumschlag der Binnenschifffahrt in ausgewählten Häfen Baden-Württembergs seit 1990 (Grafik:Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

Mit der wirtschaftlichen Erholung war eine besonders starke Zunahme der Containerverkehre in Baden-Württemberg verbunden. Während in den baden-württembergischen Häfen das Umschlagsvolumen im Jahr 2009 um rund 15 Prozent von 206.221 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, das entspricht einem 20-Fuß-Iso-Container = Standardcontainer) auf 175.000 TEU gesunken war, wurde 2010 das Vorjahresniveau mit 223.517 TEU bereits wieder überschritten. Mit einem Anteil der grenzüberschreitenden Transporte von insgesamt rund 95 Prozent ist der Containerverkehr viel stärker exportabhängig als der Güterverkehr mit Binnenschiffen insgesamt (rund 60 Prozent grenzüber-schreitender Verkehr). Im Jahr 2011 war der Aufwärtstrend bei Containertransporten ungebrochen. Die für 2013 geplante Inbetriebnahme des Hafengebiets Maasvlakte 2 im Hafen Rotterdam und die geplante Stärkung der Binnenschifffahrt im Modal Split der Seehafenhinterlandverkehre durch den Hafen Rotterdam lässt eine Zunahme der Containerverkehre auf Binnenschiffen von und nach Baden-Württemberg erwarten.

Im Hinblick auf seine Umweltfreundlichkeit und seine erheblichen Reserven verspricht der Verkehrsträger Binnenschiff ein großes Wachstumspotential. Die Stärkung der Binnenhäfen als Drehscheibe des Güterverkehrs mit einer besseren Vernetzung der Verkehrsträger Bahn, Schiff und Lkw ist dafür wichtige Voraussetzung. Dieses gilt nicht nur für die großen Binnenhäfen im Land, sondern gerade auch für die kleineren Häfen, die als dezentrale Umschlagsplätze von großer Bedeutung sind.


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