Flächenmanagement

Flächenverbrauchsuhr für Baden-Württemberg (Bild: Manfred Grohe, aus dem Bildband „LAND – Natur und Umwelt in Baden-Württemberg“)

Flächenmanagement

Die Fläche unseres Landes ist endlich. Allein in Baden-Württemberg wurden im Jahr 2013 und 2014 5,3 Hektar pro Tag (2012 waren es 6,7 Hektar) naturnaher und land- bzw. forstwirtschaftlich genutzter Flächen für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht - das entspricht rund sieben Fußballfeldern. An der grundsätzlich positiven Tendenz werde auch der wohl noch zu erwartende Nachschlag beim Flächenverbrauch durch abgeschlossene, aber statistisch noch nicht erfasste Flurbereinigungsverfahren voraussichtlich nichts Wesentliches ändern. Das Statistische Landesamt schätze diesen Zusatzwert auf bis zu ca. 0,3 Hektar pro Tag. Landesweit summiert sich der Flächenverbrauch auf jährlich rund 1920 Hektar. Die Folgen der Inanspruchnahme von Flächen sind sehr vielfältig:

  • Landschaften werden zerschnitten 
  • natürliche Lebensräume werden zerstört 
  • wertvolle Böden werden versiegelt und zerstört
  • landwirtschaftliche Nutzfläche geht verloren. 

Auch auf die Kommunen wirkt sich der anhaltende Flächenverbrauch aus, z. B. in Form von steigenden Kosten für die Bereitstellung und Unterhaltung der Infrastruktur in der Gemeinde. Der hohe Flächenverbrauch ist nach wie vor eines der größten aktuellen Umweltprobleme. 

Nachhaltige Flächenhaushaltspolitik

Eine nachhaltige Flächenhaushaltspolitik dient dem Naturhaushalt, der Biodiversität, der Kulturlandschaft, der Lebensqualität, aber auch der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes. Insbesondere wird die vorhandene Infrastruktur besser ausgelastet - mit zahlreichen positiven Effekten:

  • niedrigere Kosten für die öffentliche Hand und BürgerInnen
  • geringerer Energieverbrauch infolge effizienterer Versorgungsstrukturen
  • geringere Verkehrsbelastung infolge kürzerer Wege
  • kostengünstigere Erschließung
  • bessere Grundversorgung für Familien und ältere Menschen sowie eine Stärkung des sozialen Zusammenhalts. 

Trotz dieser offenkundigen Vorteile einer Innenentwicklung ist es bisher nicht in ausreichendem Maße gelungen, die Flächennachfrage stärker auf Baulücken, Brachflächen und vorgenutzte Areale im Innenbereich zu konzentrieren. Nach wie vor ist der Weg auf die „grüne Wiese" aus Sicht vieler Kommunen und Investoren leichter und schneller zu realisieren. Der Umweltplan Baden-Württemberg und der aktuelle Landesentwicklungsplan setzen sich die Reduzierung des Flächenverbrauchs zum Ziel, um die dringend notwendige Trendwende in der Neuinanspruchnahme von Flächen im Außenbereich und damit dem Verlust von Böden und ihrer Funktionen sowie intakter Landschaften zu erreichen.


Programm Flächen gewinnen

Ausschreibung des Förderprogramms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung 2016“ Ausschreibungsunterlagen


Antragsvordruck Teil A


Antragsvordruck Teil B

Gewerbeflächenentwicklung in Baden-Württemberg

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