moveBW


moveBW – Mobilitätsinformation und Verkehrssteuerung Baden-Württemberg

  • U-Bahn-Strassenverkehr (Bilderquelle: Jürgen Fälchle - Fotolia)

Stetig fließender Verkehr in den Metropolregionen Baden-Württembergs ist in unterschiedlichster Weise ein wichtiger Faktor für Bürger, Wirtschaft und Umwelt. Staus senken die Lebensqualität, sind gesundheitlich belastend und kosten Geld. Hier setzt das Projekt moveBW (Mobilitätsinformation und Verkehrssteuerung Baden-Württemberg) an: In diesem 18-monatigen Pilotvorhaben entsteht eine technische Infrastruktur zum digitalen Verkehrsmanagement in urbanen Räumen. Anhand der Region Stuttgart entwickelt ein Industriekonsortium den ersten App-basierten Mobilitätsassistenten, der sowohl die Interessen der NutzerInnen berücksichtigt, als auch den Verkehr im öffentlichen Interesse lenkt. Basis ist eine neue Datenplattform, die alle relevanten Informationen der regionalen Partner zur Verkehrssteuerung zusammenbringt. 

Die Ziele des Projekts sind:

  • moveBW bietet Bürgerinnen und Bürgern Routenempfehlungen, die alle Verkehrsträger verbinden.
  • moveBW erleichtert so die flexible Kombination unterschiedlicher Verkehrsträger je nach Verkehrslage und Umweltsituation.
  • moveBW ermöglicht eine komfortable Buchung von Tickets und Zugang zu unterschiedlichen Mobilitätsdiensten.
  • moveBW informiert in Echtzeit und gibt belastbare Verkehrsprognosen.
  • moveBW bietet den öffentlichen Institutionen der Verkehrssteuerung Daten und Analysen aus einer Hand.
  • moveBW wird bei erfolgreichem Abschluss des Pilotprojekts in ein nachhaltiges Betreibermodell eingebettet.
  • moveBW soll nach positivem Projektende in der Region Stuttgart in andere baden-württembergische Regionen übertragen werden.

Informationen über alle Verkehrsträger hinweg

  • moveBW verfolgt den Ansatz des Smart Routing. Die intelligente Vernetzung unterschiedlicher Verkehrsträger zu einer intermodalen Route bietet große Chancen für nachhaltige Mobilität indem v.a. öffentliche Verkehrsmittel servicefreundlich in Wegeketten eingebettet werden. Positive Umwelteffekte sind zu erwarten. Grundlage ist dabei die Vernetzung verfügbarer Verkehrsinformationen und deren Anreicherung um zusätzliche Daten. Für die Verkehrsplaner einer Region bietet sich dabei die Möglichkeit ihre Verkehrsleitstrategie zu digitalisieren und daraus resultierende Maßnahmen allen Routingdienstleistern als Parameter zur Verfügung zu stellen.

    Aktuelle Verkehrslage, Verfügbarkeit von P+R Plätzen, Ankunftszeiten von Bahnen, Tarife, Standorte von Sharing-Fahrzeugen und vieles mehr sind relevante Informationen zur Berechnung einer möglichst effizienten Route. Ziel ist es, basierend auf diesen Informationen, dem Anwender optimale Routenvorschläge anzubieten und den Übergang zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln nahtlos zu gestalten. Für den Anwender ergibt sich daraus eine deutlich höhere Flexibilität bei der Wahl und Nutzung geeigneter Verkehrsmittel und somit auch eine bessere Abdeckung seines Mobilitätsbedarfs.

    moveBW basiert auf einer robusten Datenarchitektur, die es ermöglicht, eine Vielzahl unterschiedlicher Datenlieferanten zu integrieren und basierend darauf nutzerzentrierte Services aufzubauen. Über das „Open Mobility Normalized Interface (OMNI)“ gelingt es, möglichst flexibel bestehende und künftige Datenquellen anzubinden, ohne dass Formate auf Seiten der Quelle angepasst werden müssen. Somit wird allen Partnern die Teilnahme an moveBW erleichtert. Durch die Vernetzung der verfügbaren Daten entsteht ein wesentlicher Mehrwert von moveBW. 

    Die entstehenden Services lassen sich grob in drei Bereiche gliedern:

    • Routing, Monitoring und Navigation
    • Reservieren, Buchen, Autorisieren und Bezahlen
    • Datendistribution 

    Routing, Monitoring und Navigation
    Basierend auf einem routingfähigen digitalen Verkehrsnetz werden unter Einbeziehung aktueller Daten die intermodalen Routen berechnet. Das Monitoring überwacht diese Routen kontinuierlich, um bei Störungen rechtzeitig Alternativen berechnen zu können. Diese können dann auch das Umsteigen auf ein anderes Verkehrsmittel enthalten. Die Navigation hilft dem Nutzer während der Fahrt unter Berücksichtigung des gerade verwendeten Verkehrsmittels.

    Reservieren, Buchen, Autorisieren und Bezahlen
    Dieser Bereich ermöglicht je nach Verkehrsmittel eine Reservierung und/oder Buchung. Entsprechend des Nutzerprofils wird der Zugang zum Verkehrsmittel freigeschaltet bzw. die Nutzung autorisiert. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls verkehrsmittelspezifisch in Form verkaufter Tickets oder abgerechneter Nutzungsdauer.

    Datendistribution
    Für eine möglichst breite Streuung der regionalen Verkehrsinformationen werden relevante Daten für unterschiedliche Kanäle bereitgestellt. Damit wird es möglich, dass auch überregionale Routinganbieter regionale Daten in ihren Service integrieren und so zusätzlich zur Optimierung des Verkehrs beitragen.

    Für den Endnutzer wird eine Mobile Anwendung (App) zur Verfügung gestellt, um so einen direkten Zugang zu moveBW zu ermöglichen.

Projektphasen

  • Das Projekt startete im Juli 2016 und hat eine Gesamtlaufzeit von 18 Monaten. Dabei sind 12 Monate für die Realisierung und weitere sechs Monate als Testphase geplant. Das Projekt wird nach der Methode des agilen Projektmanagements gesteuert. Dies lässt unterschiedliche Geschwindigkeiten in der Konzeption und Realisierung der einzelnen Module zu und fördert eine anwenderzentrierte Produktentwicklung. Bereits nach wenigen Wochen können so die ersten Funktionen, wenn auch in einfacher Form, mit ausgewählten Nutzern getestet werden. Die Rückmeldungen zu Änderungen und Verbesserungen fließen direkt in die weitere Entwicklung ein. 

Projektpartner

Nach Projektende

  • Mit moveBW unternimmt das Land Baden-Württemberg einen wesentlichen Schritt zur Verbesserung der urbanen, nachhaltigen Mobilität und legt in der Region Stuttgart den Grundstein. Ziel ist es, das Ergebnis auf weitere Regionen auszurollen und so den Nutzen sowohl für die Bürger des Landes als auch für die Institutionen der öffentlichen Hand zu multiplizieren.

    Um den Nutzen dauerhaft und mit konstant guter Wirkung für ganz Baden-Württemberg und auch zu den angrenzenden Ländern sicherstellen zu können, wird ein „Kümmerer“ benötigt, der sowohl die Werkzeuge betreibt, als auch die Abstimmung und Zusammenarbeit der Akteure in Baden-Württemberg nachhaltig unterstützt. Für diese Kümmerrolle wird im Projekt mit den Akteuren des Landes ein geeignetes und wirtschaftlich tragbares moveBW Betreibermodell entwickelt. 


Ansprechpartner VM

Herr Dr. Christian Förster

Ministerium für Verkehr

Hauptstätter Straße 67
Referat 41: Grundsatz, Klimaschutz, Digitalisierung und Europa
70178 Stuttgart

Ansprechpartner Robert Bosch GmbH

Herr Martin Mockert

Robert Bosch GmbH (stellvertretend für das Konsortium):

Auf der Breit 4
Strategieentwicklung Mobility Services
76227 Karlsruhe

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