LärmKongress 2018


LärmKongress 2018

  • Lärmkongress 2018: Graphic Recording (Quelle: Ministerium für Verkehr BW)

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Mehr Schwung für den Lärmschutz!

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg veranstaltete im Stuttgarter Hospitalhof am 7. und 8. Juni 2018 unter dem Motto: „Mehr Schwung für den Lärmschutz!“, den zweitägigen LärmKongress 2018 mit einer tagungsbegleitenden Fachausstellung.

Mehr als 350 Teilnehmende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum waren zugegen, als Minister Winfried Hermann MdL und Dr. Bernhard Berger von der Europäischen Kommission den Kongress mit programmatischen Vorträgen eröffneten. In seiner Rede forderte Herr Minister Hermann MdL den Fokus auf den aktiven Lärmschutz an der Quelle zu setzen, da so bereits von vornherein viele Lärmprobleme vermieden werden können. Zu diesem Thema stellte er die Forderung an die EU, ihre Zulassungsregeln für motorisierte Fahrzeuge bezüglich Lärmschutz zu überdenken. Insbesondere sprach er sich für die Einführung eines verbindlichen und gesetzlich verankerten Mindeststandards für den Lärmschutz aus, um Betroffenen einen Rechtsanspruch auf Lärmschutz zu gewährleisten. Weiter wurde die Einführung einer Gesamtlärmbetrachtung mindestens für Straßen- und Schienenlärm thematisiert sowie die einschlägigen rechtlichen Regelungen, gegen saisonal auftretende Lärmprobleme wie Motorradlärm vorgehen zu können.

In den anschließenden, größtenteils parallelen Sitzungen wurden am ersten Veranstaltungstag zahlreiche Vorträge zu den Themenbereichen „Umgebungslärmrichtlinie“, „Schallschutz im Städtebau“ und „Lärmwirkung“ von hochkarätigen Fachleuten aus dem In- und Ausland gehalten. Die Beiträge zum Umgebungslärm fanden die stärkste Resonanz. Hier wurde unter anderem thematisiert, wo und weshalb Lärmprobleme entstehen und wie diese wirkungsvoll bekämpft werden können. Besonderes Interesse fand auch der Themenblock „Lärmwirkung“. Hier wurden neben Gesundheitsaspekten auch die finanziellen Auswirkungen hoher Lärmbelastungen – und wie man die Kosten unterschiedlichen Straßenbaulastträgern zuordnen kann – beleuchtet.

Den zweiten Kongresstag leiteten Impulsvorträge zur Lärmwirkungsforschung und zu Ansätzen für ein ambitioniertes deutsches Lärmschutzrecht ein. Die Kernthesen dieser Beiträge nahm der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung Thomas Marwein MdL auf, um den Gästen der anschließenden Podiumsdiskussion seine Vorstellungen zur Erhöhung der dringend erforderlichen politischen Aufmerksamkeit für den Schutz vor Lärm zu übermitteln.

Zu Beginn und am Ende des LärmKongress 2018 wurden die Teilnehmenden per TED um ihre Einschätzungen etwa zu folgenden Fragen gebeten (graue Balken Antworten zu Kongressbeginn, blaue Balken Antworten am Kongressende):

Bei welchen Lärmarten gibt es die meisten Regelungsdefizite?

Wer kann die Regelungen zum Schutz vor Lärm verbessern?

Sind die Regelungen zum Schutz vor Lärm in Deutschland ausreichend?

Ab welchem Tag-Beurteilungspegel kann Lärm die Gesundheit gefährden?

Das Resümee des Kongresses könnte aufgrund der TED-Befragungen wie folgt gezogen werden:

Die Kongressteilnehmer sehen die stärksten Regelungsdefizite beim Straßenverkehrslärm. Darüber hinaus vermissen sie verbindliche Regelungen zur Gesamtlärmbetrachtung. Regelungen zum Schutz vor Lärm müssten vorrangig von der EU, vom Bund oder vom Land kommen. Dabei meinen fast alle, dass in erste Linie der Bund tätig werden muss. Der Kongress hat viele Teilnehmende davon überzeugt, dass Regelungen zum Schutz vor Lärm in Deutschland nicht ausreichend sind, und dass die Schwelle, ab der Lärm die menschliche Gesundheit gefährden kann, bisher zu hoch angesetzt wird.

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg wird auch in Zukunft verstärkt Initiative zeigen, um den dringend erforderlichen Lärmschutz im Sinne der Lärmbetroffenen voranzutreiben.

LärmKongress 2018 Vorträge

Umgebungslärmrichtlinie

Schallschutz im Städtebau

Lärmwirkung

Weitere Vorträge


Weitere Informationen

Das gesamte Programm des Kongresses, die Referenten, die Anreise- und Übernachtungsmöglichkeiten u.v.m. können Sie dem Einladungsflyer entnehmen. Einladungsflyer LärmKongress 2018

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