Zukunftsnetzwerk ÖPNV

Die Corona-Pandemie hat das Leben stark beeinträchtigt, dazu gehört auch die Mobilität. Gerade der öffentliche Verkehr steht hierbei vor einer schwierigen Aufgabe, denn Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge: Sie schafft eine Möglichkeit zur Fortbewegung, fördert die Lebensqualität und ist nicht zuletzt ein Mittel zum Erhalt der gesellschaftlichen Teilhabe. Damit auch künftige Generationen noch die Lebensgrundlage bleibt und die Klimakatastrophe verhindert wird, dürfen die ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen im Mobilitätsbereich nicht aufgegeben werden.

Die Landesregierung Baden-Württemberg will das Land zum Wegbereiter einer modernen, nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Mobilität machen. Um die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, wurden anspruchsvolle, konkrete Ziele gesetzt, die große Veränderungen bedeuten. Sie fordern allen Akteuren einiges ab, bieten aber auch neue Chancen für eine langfristig tragfähige Mobilität.

Ein zentrales Ziel ist, die Fahrgastnachfrage im ÖPNV im Land bis 2030 zu verdoppeln. Dazu muss das Angebot weiter ausgebaut werden: Bahnen und Busse müssen flächendeckend im Takt verkehren, eine zuverlässige Qualität bieten und preislich attraktiv sein. Angebotslücken, wie sie oft noch in der Fläche bestehen, müssen geschlossen und die Kapazitäten dort ausgeweitet werden, wo die Nachfrage heute schon hoch ist. Mit dem Zielkonzept 2025 für den SPNV geht das Verkehrsministerium einen wichtigen Schritt voran. Außerdem werden den kommunalen Akteuren mit der ÖPNV-Finanzierungsreform und der Aufstockung von Förderprogrammen wie LGVFG, Fahrzeugförderung und der Unterstützung von Modellvorhaben umfassende Mittel zur Verfügung gestellt.

Neue Formen des ÖPNV

Mobilität wird vielfältiger – und damit komplexer. Der öffentliche Nahverkehr muss sich im Mobilitätsmix weiterentwickeln. Neue Angebotskonzepte und neue Formen der Zusammenarbeit sind nötig, um die steigenden Erwartungen zu erfüllen und die sich bietenden Chancen zu nutzen. Dazu werden für alle, die sich im Land diesen Aufgaben widmen wollen, mit der „ÖPNV-Innovationsstrategie“ und dem neu gegründeten „Zukunftsnetzwerk ÖPNV“ neue Angebote geschaffen.

Am 14. und 15. September werden diese Angebote erstmals im Rahmen des Mobilitätskongresses vorgestellt. Sie sind herzlich eingeladen, am Kongress teilzunehmen und sich in die Aktivitäten des Zukunftsnetzwerks ÖPNV einzubringen.

Ziele und Aufgaben des Zukunftsnetzwerkes ÖPNV

Das Zukunftsnetzwerk ÖPNV soll ganzheitlich auf allen Ebenen das Thema öffentlicher Nahverkehr betrachten und sowohl den städtischen- als auch insbesondere den ländlichen ÖPNV im Fokus haben. Ziel ist ein guter und verlässlicher ÖPNV, der landesweit Mindeststandards bietet und gewährleistet, die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen und für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar ist.

Ziel ist es, zügig ein Netzwerk der Akteure im ÖPNV-Bereich zu etablieren, das

  • ein aktives und aktivierendes Forum für einen engen und praxisrelevanten Informations- und Wissensaustausch zu allen relevanten Fragestellungen des ÖPNV in Baden-Württemberg bereitstellt,
  • Informationen zu ÖPNV-Maßnahmen, Instrumenten, Umsetzungshilfen und Praxisbeispielen u.a. durch Zugang zu allgemein zugänglichen Mobilitätsdatenbanken etc. ermöglicht,
  • die Organisation von Netzwerktreffen als Plattform für einen regelmäßigen, Informationsaustausch der Aktiven bietet,
  • die anlassbezogene Organisation eines interdisziplinären Austauschs zwischen Kommunen, Land, Bund, Wissenschaft, Verbänden und anderen Akteuren eröffnet.

Die Mitglieder des landesweiten Zukunftsnetzwerks ÖPNV treffen sich in der Regel bis zu zweimal jährlich zum Erfahrungsaustausch, um ggf. Fragen von allgemeinem Interesse, die Aufgaben- und Prioritätenplanung sowie die strategische Ausrichtung des Netzwerkes zu beraten.

Die Geschäftsstelle lädt zu dem Treffen ein, und bereitet dieses inhaltlich und organisatorisch vor.