Elektrifizierung Schienenstrecken


Elektrifizierung von Schienenstrecken

  • Bilderquelle: Ministerium für Verkehr BW

Baden-Württemberg hat das Ziel Vorreiter und Wegbereiter für eine nachhaltige und bürgerorientierte Mobilität zu werden. Derzeit sind rund 61 Prozent der Schienenstrecken in Baden-Württemberg elektrifiziert, umgerechnet sind dies circa 2.500 von knapp 4.100 Schienenkilometer landesweit. Elektrifiziert sind bereits die im Wesentlichen stark genutzten Schienenachsen in Baden-Württemberg. Das bedeutet, aktuell werden rund 74 Prozent der Zugkilometer im SPNV elektrisch erbracht. Es besteht also noch großes Potential, den Anteil der elektrifizierten Schienenstrecken und damit zusätzliche Verkehrsleistung im SPNV elektrisch zu erbringen.

Dieselstrecken zu elektrifizieren, ist ebenfalls ein vereinbartes Ziel im aktuellen Koalitionsvertrag der Regierungsparteien. Mit Hilfe eines „Elektrifizierungskonzepts für das Schienennetz in Baden-Württemberg“ wurde eine Perspektive erarbeitet, wie der SPNV langfristig fast vollständig elektrisch erbracht werden kann. Dazu wird mit dem Elektrifizierungskonzept eine Kategorisierung der noch nicht elektrifizierten Schienenstrecken in vier Schritten vorgenommen:

Schritt 1: Elektrifizierung in Bau oder Planung

Schritt 2: Vordringlicher Bedarf/Lückenschluss

Schritt 3: Langfristiger Bedarf/fahrzeugseitige Lösungen

Schritt 4: Bahnstrecken ohne regelmäßigen SPNV  


Schienenstrecken im ersten Schritt sind zur Umsetzung fest geplant oder werden bereits umgesetzt. Maßnahmen aus dem zweiten Schritt sind Schienenstrecken, die einen verhältnismäßig starken Effekt auf die Elektrifizierungsquote ausüben oder als Lückenschluss priorisiert werden sollten. Im dritten Schritt sind Vorhaben enthalten, die sich entweder für eine fahrzeugseitige Elektrifizierung anbieten oder aber zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Fahrdraht ausgestattet werden sollen. Bahnstrecken ohne regelmäßigen SPNV werden im Konzept zunächst nicht betrachtet.

Für den Neu- und Ausbau der Schienenwege ist grundsätzlich der Eigentümer verantwortlich. Da in Baden-Württemberg überwiegend Bundesschienenwege betroffen sind, hat grundsätzlich der Bund die finanzielle Verantwortung zu tragen.
Im vergangenen Jahr hatte der Bund angekündigt, ein bundesweites Sonderprogramm zur Elektrifizierung von dieselbetriebenen Schienenstrecken einführen zu wollen. Die Umsetzung des Elektrifizierungskonzepts ist auch von den Rahmenbedingungen und der finanziellen Ausstattung dieses Bundessonderprogramms abhängig.

Die Planungen des Verkehrsministeriums wurden im Mai 2018 im Rahmen einer öffentlichen Anhörung den Kommunen und Verbänden vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation hatten die Kommunen und Verbände die Möglichkeit, sich zum Konzept zu äußern. Es gab überwiegend positive Rückmeldungen, aber auch konstruktive Kritik, sodass noch einzelne Änderungen am Konzept vorgenommen wurden und das „Elektrifizierungskonzept für Schienenstrecken in Baden-Württemberg“ nun inhaltlich finalisiert ist.