Studien

Mobilität und Forschung

Stapel an Zeitungen

Viele Studien machen Vorschläge und entwickeln Szenarien, wie der Verkehrssektor mehr zum Klimaschutz beitragen kann. Im Fokus steht das Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger. Ein Überblick über die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Baden-Württemberg.

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Eine Eiswaffel liegt auf dem Boden. Eiskugel, die aussieht wie die Erde liegt daneben und schmilzt langsam.

Klimaschutzszenario für den Verkehrssektor in Baden-Württemberg

Das Klimaschutzszenario für den Verkehrssektor in Baden-Württemberg wurde 2017 veröffentlicht. Darin wird beschrieben, wie sich einzelnen Bereiche des Verkehrs entwickeln müssten, um die damals anvisierten Klimaschutzziele von 40 Prozent weniger CO2-Emissionen im Jahr 2030 gegenüber 1990 einzuhalten. Es enthält vor allem Maßnahmen zur Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel. Das Szenario zeigte außerdem, dass Verbesserungen bei der Fahrzeugtechnik allein oder der Umstieg auf Elektrofahrzeuge nicht ausreichen würden. Auch Investitionen in Infrastruktur und Organisation sind nötig um die Klimaziele zu erreichen. Mittlerweile wurden die Klimaschutzziele auf EU-, Bundes- und Landesebene nachjustiert. Ein aktualisiertes Klimaschutzszenario wird entwickelt.

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Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (2017),
Ein Klimaschutzszenario für Baden-Württemberg. Verkehrsinfrastruktur 2030, Stuttgart. (PDF)

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Szene eines Umzugs. Aus einem roten Auto trägt ein Mann eine Topfpflanze heraus. Eine Frau steht daneben und hält eine Umzugskiste.

Mobiles Baden-Württemberg

Die Studie „Mobiles Baden-Württemberg“ fragt danach, wie Verkehr und Mobilität in Zukunft aussehen könnten. Dafür entwickelt der Bericht drei Zukunftsszenarien für Baden-Württemberg für das Jahr 2050. Im Szenario „Neue Individualmobilität“ spielt der Pkw weiterhin die Hauptrolle, ergänzt durch Elektromobilität und automatisiertes Fahren. Das Szenario „Neue Dienstleistungen“ geht von weniger Fahrzeugen aus, weil diese von den Menschen geteilt werden. Im Szenario „Neue Mobilitätskultur“ wird der größte Wandel vollzogen, weil kurze Wege für weniger Verkehr sorgen und klimaschonendere Verkehrsmittel stärker genutzt werden. Der Bericht wurde von wissenschaftlichen Instituten unter Beteiligung von Expertinnen und Experten erarbeitet.

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Verkehrsministerium BW:

Geschäftsmann steigt in einen Bus mit seinem Fahrrad.

Mobilität in Deutschland

Die Studie Mobilität in Deutschland untersuchte zuletzt 2017 das Mobilitätsverhalten in Baden-Württemberg. Darin wurden die tägliche Verkehrsmittelwahl und die Länge der zurückgelegten Wege der Bevölkerung untersucht. Dabei wurde zum Beispiel nach Wohnort (Stadt / ländliche Räume), Einkommen und Anlässen der Wege der befragten Personen unterschieden. Insgesamt war in der Studie die Verkehrsmittelwahl im Land vergleichbar zum Bundesgebiet. Zugleich gab es deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Kommunen in Baden-Württemberg, zum Beispiel beim Radverkehr oder im Öffentlichen Verkehr. In den neun baden-württembergischen Großstädten variierte der Anteil des Umweltverbundes (öffentlicher Verkehr, Rad- und Fußverkehr) zwischen 38 und 66 Prozent. In Freiburg wurden zwei Drittel aller Wege ohne Auto zurückgelegt. Heidelberg lag bei der Nutzung des Fahrrads vorne, Stuttgart beim öffentlichen Verkehr und Ulm beim Fußverkehr.

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Frau steht auf einem Bahnsteig und trägt eine FFP2 Maske

Mobilitätsreport Baden-Württemberg (MOBICOR)

Jüngere Untersuchungen zur Verkehrsmittelwahl und –nutzung fanden im Rahmen der Erhebung „Mobilität in Zeiten der Corona-Pandemie und Erkenntnissen für die Mobilitätswende („MOBICOR“) statt. Die Befragungen fanden zwischen Mai und Juni 2020, im Herbst 2020 und im Herbst 2021 statt. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass während Corona sich das Mobilitätsverhalten deutlich veränderte. Die Nutzung von Bus und Bahn ging zurück. Stattdessen setzten die Befragten häufiger auf das eigene Auto und das Fahrrad. Auch waren die Menschen insgesamt weniger mobil und legten unter anderem wegen dem Trend zum Homeoffice weniger Kilometer zurück.

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Fußgänger in einer Fußgängerzone.

GesellschaftsReport Baden-Württemberg

Der Zugang zu Mobilität ist für verschiedene Personengruppen unterschiedlich. Mobilitätseinschränkungen und Benachteiligungen in anderen gesellschaftlichen Bereichen verstärken sich. Vor allem ältere Menschen, Arbeitslose, Alleinerziehende, Menschen mit niedrigen Einkommen und Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind weniger mobil. Umgekehrt steigt mit mehr Mobilitätsoptionen die Möglichkeit zur Teilhabe an der Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kommt der GesellschaftsReport Baden-Württemberg, der im Herbst 2021 erschien. Er beschreibt die Mobilität verschiedener Gesellschaftsgruppen, den Zusammenhang zwischen Mobilität und sozialer Teilhabe und führt aus, wie nachhaltige Mobilität soziale Teilhabe stärken kann.

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