SCHIENE

Breisgau-S-Bahn soll besser werden

Schienen mit einer Weiche (Bild: Fotolia.com/ Finkenherd)

Partner vereinbaren rasch wirksame Maßnahmen Gutachten soll zusätzliche Potentiale ermitteln

Nachdem es in den vergangenen Wochen wieder zu Zugausfällen auf der Breisgau-S-Bahn gekommen ist, haben sich der Ministerialdirektor des Verkehrsministeriums, Dr. Uwe Lahl, die Landräte Dorothea Störr-Ritter und Hanno Hurth mit Vertretern der DB Regio auf rasch wirksame Verbesserungsmaßnahmen verständigt: Ab Dezember wird ein veränderter Fahrplan auf der Breisgau-S-Bahn gefahren („Interimskonzeption“), womit vor allem sichergestellt werden soll, dass Anschlüsse nicht mehr verpasst werden. Um in diesem Fahrplan die Zahl der störungsanfälligen Kupplungsvorgänge auf das notwendige Maß zu reduzieren, soll mit weitgehend gleicher Wagenzahl (Traktionen) gefahren und auf ein An- und Abkuppeln zusätzlicher Triebwagen (sog. Stärken und Schwächen) weitgehend verzichtet werden. Wenn bzw. so lange die Kaiserstuhlbahn Ost in Gottenheim dennoch auf Anschluss gefahren wird, soll darüber hinaus die Wartezeit zur Anschlusssicherung, insbesondere in den Abendstunden, verlängert werden.

Darüber hinaus haben die Partner vereinbart, dass in einem gemeinsamen Gutachten untersucht wird, wie das Zusammenspiel aus Infrastruktur, Fahrzeugen und Fahrplan stabiler und zuverlässiger gemacht werden kann.

David Weltzien zieht für DB Regio gleichwohl eine positive Bilanz des Ersatzkonzeptes bei der Breisgau-S-Bahn. Dieses wurde nach dem Fehlstart mit der instabilen Konzeption im Dezember vergangenen Jahres etabliert, um wieder Sicherheit und Verlässlichkeit in das System zu bringen. „Die Pünktlichkeitswerte der Breisgau-S-Bahn haben sich durch das Ersatzkonzept spürbar verbessert. Wir haben eine hohe Stabilität in den Fahrplan gebracht, das zeigt auch die Zugausfallquote von weniger als ein Prozent. Es war der richtige Schritt, schnell auf die Qualitätsprobleme zu reagieren, und ich danke allen Beteiligten, die sich täglich für unsere Fahrgäste einsetzen und dabei an einem Strang ziehen“, sagte David Weltzien nach einer gemeinsamen Telefonkonferenz.

„Die Regionalzüge der Breisgau-S-Bahn sind zurzeit mit Pünktlichkeitswerten von über 95 Prozent unterwegs. Wir dürfen uns aber nicht auf dem erreichten Gesamtniveau ausruhen“, fügte Ministerialdirektor Lahl an. „Wir wissen, dass es im Einzelfall vor allem bei Kapazitäten und Anschlüssen noch Probleme gibt. Gerade die Frage der planmäßigen Kapazitäten sind besonders in Zeiten von Corona von besonderer Bedeutung. Hier gab es in den letzten Wochen immer wieder unschöne Szenen von überfüllten Zügen; das muss besser werden.“

„Wir bedauern sehr, dass es in den vergangenen Wochen wieder vermehrt zu Zugausfällen gekommen ist und die Züge, die gefahren sind, deutlich überfüllt waren. Es gilt jetzt, verlorenes Vertrauen bei den Fahrgästen zurückzugewinnen und Schritt für Schritt Verbesserungen zu erreichen. Dazu soll auch das gemeinsame Gutachten dienen, das der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg dem Verkehrsministerium und der DB Regio Baden-Württemberg vorgeschlagen hat“, so die Landräte Störr-Ritter und Hurth.