Elektromobilität

Erster elektrischer Bürgerbus in Ebersbach im Einsatz

Einweihung des ersten elektrischen Bürgerbusses in Ebersbach mit Verkehrsminister Winfried Hermann (hintere Reihe, Mitte).

Der erste elektrisch betriebene Bürgerbus – e-Bürgerbus – in Baden-Württemberg ist ab jetzt in Ebersbach an der Fils im Einsatz. „Wir erhoffen uns davon wichtige Erfahrungen zur Nutzung der E-Mobilität in den Bürgerbusvereinen des Landes“, erklärte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL am Dienstag, 16. August 2016, in Ebersbach (Landkreis Göppingen) bei der Vorstellung des ersten e-Bürgerbusses und dem dazugehörigen Projekt. Das Land fördert über das Programm NAMOREG (Nachhaltig mobile Region Stuttgart) das Vorhaben mit 310.550 Euro. 

„Umweltfreundliche Mobilität hat sowohl in Städten, als auch in ländlichen Gebieten großes Potential, das noch ausgebaut werden muss. Das Engagement der Bürgerbusvereine für eine nachhaltige Mobilität der Menschen ist hervorragend und bietet vielseitige Möglichkeiten. Bürgerbusse ermöglichen Besorgungen des Alltags, Arztbesuche, Treffen von Freunden insbesondere für ältere Menschen oder Personen ohne eigenes Fahrzeug“ so der Verkehrsminister.

„Die Elektromobilität in der Region Stuttgart stärker voranzutreiben und ehrenamtlich organisierte Verkehre zu unterstützen sind erklärte Ziele des Landes Baden-Württemberg“, so der Minister weiter. Bürgerbusse bieten neben der verkehrlichen Verbesserung der Mobilität über kurze Wege auch eine soziale Komponente des Miteinanders in Kommunen. Das Projekt ist Teil des baden-württembergischen Schaufensters Elektromobilität LivingLab BWe mobil.

In Rahmen dieses Projektes wird der erstmalige Einsatz und die Erprobung eines elektrisch betriebenen Bürgerbusses im Realbetrieb getestet. Dabei werden die Chancen solcher Verkehre insbesondere unter Berücksichtigung der Anforderungen für den Einsatz als e-Bürgerbus im Linienverkehr untersucht. Durch den Praxiseinsatz des e-Bürgerbusses in verschiedenen Anwendungsgemeinden wie Salach, Ebersbach, Uhingen und Wendlingen sind verlässliche Aussagen über den Umgang mit dem elektrisch betriebenen Fahrzeug bei verschiedenen Einsatzbedingungen möglich. „Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für die weitere Anwendung in der Region und im ganzen Land“, erklärte Hermann.

Hintergrundinformationen

„e-Bürgerbus – Verstetigung eines nachhaltigen Mobilitätskonzepts in der Region Stuttgart“

Konzeptidee

Ziel des Projektes e-Bürgerbus ist die praktische Erprobung und Evaluation des Einsatzes von elektrisch betriebenen oder mit Hybridantrieb ausgestatteten Bürgerbussen (im Folgenden: e-Bürgerbus) in den vier Anwendungskommunen Ebersbach, Salach, Uhingen und Wendlingen am Neckar in der Region Stuttgart. Dabei soll eine Weiterentwicklung des Bürgerbuskonzepts im Hinblick auf die künftigen verkehrlichen Herausforderungen insbesondere in ländlich geprägten Regionen erfolgen. Die Ergebnisse dieser Erprobung gehen in eine Entscheidungsvorlage ein, die den zuständigen Ministerien in Baden-Württemberg die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von e-Bürgerbussen in Abhängigkeit kommunaler Besonderheiten liefert und für den Vergleich mit dem Einsatz konventionell betriebener Bürgerbusse herangezogen werden soll. Dadurch kann eine solche Entscheidungsvorlage auch konkret als Basis für Förderrichtlinien für den Einsatz von e-Bürgerbussen als Ergänzung des ÖPNV genutzt werden. Neben technologiebezogenen Erkenntnissen soll eine solche Entscheidungsvorlage explizit betriebswirtschaftliche Fragestellungen im Kontext beantworten.

Modellcharakter und Übertragbarkeit auf andere Städte/Gemeinden

Der Modellcharakter des Projektes e-Bürgerbus liegt darin, dass der Einsatz eines rein batterieelektrisch betriebenen Kleinbusses, der von Ehrenamtlichen gefahren werden kann, für den Bürgerbuseinsatz in der Form einmalig ist. Insbesondere die Beschaffung eines e-Fahrzeugs mit einem zulässigen Gesamtgewicht von max. 3,5 Tonnen und dessen Ausstattung für den konzessionierten Linienverkehr sind herausfordernd. Die gemachten Erfahrungen sind für Bürgerbusvereine, die die Anschaffung eines elektrisch betriebenen Bürgerbusses planen, sehr wertvoll. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem Praxiseinsatz sowie der Entscheidungsvorlage zur Förderung von e-Bürgerbussen wird ein Projektleitfaden für die erfolgreiche Implementierung von e-Bürgerbussen für interessierte Kommunen in der Region Stuttgart (und darüber hinaus) erstellt, um die Übertragbarkeit der Projektergebnisse zusätzlich zu gewährleisten.

Nachhaltig mobile Region Stuttgart „NAMOREG“

Die „Nachhaltig mobile Region Stuttgart“ (NAMOREG) wurde am 1. April 2011 gemeinsam vom Land Baden-Württemberg, dem Verband Region Stuttgart und der Stadt Stuttgart gegründet. Ziel ist es, innovative und nachhaltige Mobilitätskonzepte exemplarisch in der Region Stuttgart zu entwickeln und umzusetzen. Andere Regionen im Land können diese Konzepte übernehmen.

Schaufenster Elektromobilität „LivingLab BWe mobil“

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt. Im baden-württembergischen Schaufenster LivingLab BWe mobil erforschen mehr als 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand Elektromobilität in der Praxis und werden dabei zusätzlich vom Land Baden-Württemberg und von der Region Stuttgart in hohem Maße durch eigene Fördermittel unterstützt. Die rund 40 Projekte konzentrieren sich mit ihren Aktivitäten auf die Region Stuttgart und die Stadt Karlsruhe und sorgen auch international für eine große Sichtbarkeit. Das LivingLab BWe mobil steht für vielfältige ineinandergreifende Projekte, die Elektromobilität vom E-Bike über den E-PKW bis hin zum elektrischen Transporter und Plug-in-Linienbussen für jedermann erfahrbar machen.

Die Projekte beschäftigen sich mit der Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger, mit Flotten und gewerblichem Verkehr, Infrastruktur und Energie, Wohnen und Elektromobilität, Stadt- und Verkehrsplanung, Fahrzeugtechnologie, Kommunikation und Partizipation sowie Ausbildung und Qualifizierung. Koordiniert wird das LivingLab BWe mobil von der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie e-mobil BW GmbH und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS). 

Weitere Informationen unter www.schaufenster-elektromobilitaet.org und www.livinglab-bwe.dewww.e-buergerbus.de und unter Elektromobilität

  • Persönlicher Austausch

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An zwei Terminen haben Bürgerinnen und Bürger aus Baden-Württemberg die vorgeschlagenen Maßnahmen aus sechs Themenbereichen kommentiert oder neue Maßnahmen vorgeschlagen. Dabei waren sie im direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Ressorts.

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