Kombinierter Güterverkehr

Schienengüterverkehr und kombinierter Verkehr

Stärkung des Kombinierten Güterverkehrs

  • Containerhafen in Weil am Rhein (Bild: Manfred Grohe)

Rund ein Fünftel der Gütermengen wird in Deutschland über die Schiene transportiert. Mit ca. 18 Prozent ist die Schiene, nach dem Straßengüterverkehr mit ca. 73 Prozent, der zweitwichtigste Verkehrsträger, gefolgt von der Binnenschifffahrt mit einem Anteil von rund 9 Prozent.

Baden-Württemberg liegt im Herzen Europas und ist daher ein wichtiges und stark genutztes Transit-Bundesland. Bedeutende Schienenmagistralen, wie die Trasse von Rotterdam nach Genau über die Rheinachse oder die Trasse zwischen Paris und Budapest entlang der Donau, verlaufen durch Baden-Württemberg und sichern den internationalen Warentransport. Gleichzeitig ist die Schieneninfrastruktur (inklusive der Gleisanschlüsse und Rangierbahnhöfe bzw. Terminals) für viele groß- und mittelständische Unternehmen „im Ländle“ als Zugangspunkt unerlässlich.

Für die Verkehrsleistung sagen die Prognosen im Rahmen des Bundesverehrswegeplans in den kommenden Jahren ein Wachstum von durchschnittlich 1,6 Prozent jährlich voraus, der Straßengüterverkehr wird besonders betroffen sein. Diese Entwicklung wird die bereits überlastete Straßeninfrastruktur an ihre Leistungsgrenzen führen. Auch Baden-Württemberg ist von diesem Effekt betroffen. Laut einer Studie soll die durchschnittliche territoriale Transportleistung über alle Verkehrsträger hinweg bis 2030 um ca. 1,7 Prozent jährlich wachsen.

Die zunehmende Verkehrsbelastung verursacht nicht nur verkehrliche, sondern auch ökologische Folgen. Etwa das Fünffache an Treibhausgasen verursacht ein Straßentransport im Vergleich zu einem Schienentransport. Aus diesem Grund setzt sich das Verkehrsministerium für eine Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene und Binnenschifffahrt ein.

Während die Transportnachfrage im Einzelwagenverkehr der Bahn leicht rückläufig ist, nimmt die Nachfrage im kombinierten Verkehr zu. Beim kombinierten Verkehr wird der Transportbehälter (Container, Wechselbehälter, Sattelauflieger) im Verlaufe des Transportes durch mindestens zwei verschiedene Verkehrsmittel befördert. Dadurch können die systemindividuellen Vorteile der Schiene oder Binnenschifffahrt mit der Flexibilität des LKWs in der Feinverteilung bestmöglich verknüpft werden. Die Zunahme des kombinierten Verkehrs ist positiv zu bewerten und auch Unternehmen und Logistiker erkennen zunehmend die Vorteile.

In Baden-Württemberg werden geschätzt rund 4,2 Milliarden Tonnenkilometer im kombinierten Verkehr erbracht, davon ca. 80 Prozent per Schiene und 20 Prozent mit dem Binnenschiff.

Der kombinierte Verkehr kann einen signifikanten Beitrag zur Bewältigung des zunehmenden Güterverkehrs leisten, indem er die Straßeninfrastruktur entlastet. So kann der Güterverkehr nachhaltiger und umweltschonender gestaltet werden. Insbesondere bei der Binnenschifffahrt gibt es noch deutliche Kapazitätsreserven.

Ziel des Verkehrsministeriums ist es, den positiven Trend des steigenden Anteils des kombinierten Verkehrs zu fördern. Dies kann nicht nur dazu beitragen, die klimapolitischen Ziele der Landesregierung einzuhalten, auch dem drohenden Verkehrsinfarkt auf überlasteten Autobahnen und Straßen wird entgegengewirkt. Der Neu- bzw. Ausbau von Zugangspunkten an das Schienen- und Wasserstraßennetz in Baden-Württemberg sind zur Verkehrsverlagerung zwingend erforderlich.

Im Rahmen der vorhandenen Finanzmittel besteht die Möglichkeit zur Förderung von Gleisanschlüssen oder Güterumschlagsprojekten zur Schiene bzw. Wasserstraße.

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