Lärmschutz

Leise(r) ist das Ziel: Lärmsanierung im Modellprojekt

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Bei Anwesenheit von Staatssekretärin Gisela Splett wurde das Gutachten über das Maßnahmenpaket zur Reduzierung des Lärms in drei Kommunen vorgestellt. Die Lärmbelastung in den Modellgebieten wird deutlich verringert.

Staatssekretärin Gisela Splett, MdL besuchte am 18. September 2015 das Abschlusskolloquium des Modellprojekts „Leise(r) ist das Ziel“ im Rathaus Süßen.
Vorgestellt wurden die abschließenden gutachterlichen Untersuchungen zu dem vereinbarten Maßnahmenpaket zur Reduzierung des Lärms in den beteiligten drei Kommunen, sowie ein Vorschlag, wie eine bundesrechtliche Regelung für eine bessere Lärmsanierung im Rahmen kommunaler Lärmaktionsplanungen formuliert werden könnte. Neben Staatssekretärin Splett waren unter anderem Baubürgermeister Thomas Schuster aus Eislingen, Bürgermeister Bernd Lutz aus Salach und Bürgermeister Marc Kersting aus Süßen anwesend. „Engagement und Ausdauer aller am Modellprojekt Beteiligten waren herausragend“, dankte Splett.

Nach Durchführung der vereinbarten Maßnahmen soll sich die Lärmbelastung durch den Straßenverkehr in dem Modellgebiet um 50 Prozent verringern. Gerade an den stark belasteten Lärmschwerpunkten wird sich die Situation für die Betroffenen deutlich verbessern. Die Gesamtkosten für die Umsetzung der vereinbarten Lärmminderungsmaßnahmen wurden auf rund 15 Millionen Euro geschätzt. Dem stehen – neben einer deutlichen Abnahme der Anzahl der stark von Lärm Betroffenen – Steigerungen der Wohnimmobilienwerte in der Modellregion um etwa 12,5 Millionen Euro gegenüber.
Offizieller Höhepunkt und Abschluss des interkommunalen Modellprojekts war die Unterzeichnung der Lärmsanierungsvereinbarung am 19. Juni 2015 im Rahmen der Landespressekonferenz. Diese enthält einen Katalog mit etwa 60 Lärmminderungsmaßnahmen, welche gemeinsam von den drei beteiligten Gemeinden, dem Regierungspräsidium Stuttgart, dem Landratsamt Göppingen und dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg entwickelt wurden. Splett dazu: „Das Modellprojekt zeigt, was durch eine motivierte Zusammenarbeit zu Gunsten des Lärmschutzes erreicht werden kann“.
Jetzt gehe es, so die Staatssekretärin weiter, um die Umsetzung der Maßnahmen. Derzeit wird in Eislingen die alte B 10 im Bereich der Stuttgarter Straße zurückgebaut und mit einem besonders lärmmindernden Belag versehen.

Hintergrund:
Die Belastung durch Verkehrslärm ist eines der drängendsten aktuellen Umweltprobleme. Die EU-Umgebungslärmrichtlinie macht zur Pflicht, Lärmprobleme mittels Lärmaktionsplänen zu begegnen. Dennoch erschwert das geltende Recht die Umsetzung von lärmmindernden Maßnahmen, da verbindliche Vorgaben fehlen. Auch wird die Belastung durch verschiedene Lärmquellen jeweils getrennt betrachtet. „Das ist ein wenig zufriedenstellender Zustand – nicht nur für die Fachleute in den Verwaltungen, sondern vor allem für die Lärmbetroffenen“, betonte Splett. Das Land setzt sich nachdrücklich für eine verbindliche Lärmsanierung unter Berücksichtigung von Mehrfachbelastungen durch Straße und Schiene ein. „Die Rechtslage zum Lärmschutz ist nicht mehr zeitgemäß, und wir arbeiten auf längst überfällige Änderungen im Bundesrecht hin“, unterstrich Staatssekretärin Splett, die auch Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung ist.
Um hier voranzukommen, hat das Ministerium zusammen mit externen Projektpartnern ein innovatives Lärmsanierungskonzept erarbeitet, das neben der Gesamtlärmbetrachtung auch eine verursachergerechte Verteilung der Lärmminderungskosten zwischen den Baulastträgern vorsieht. Im Modellprojekt Eislingen-Salach-Süßen wurden diese innovativen Ansätze erfolgreich in der Praxis erprobt.

Weitere Meldungen

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Busse laden an einer Ladesäule.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Eine Kundenbetreuer von Arverio steht an der Türe eines Zuges.
Sicherheit

Austausch zu Sicherheit für Bahnverkehr und Pilotvorhaben

Der RABus hat die Farben schwarz und gelb und sieht einem Kleinbus ähnlich.
Autonomes Fahren

RABus-Ergebnisse sollen autonomen Regelbetrieb im ÖPNV voranbringen

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Straßenbau

Mehr Ruhe im Ortskern: Bau der Umgehungsstraße Rißtissen beginnt

Auf den Boden eines Parkplatzes ist als Symbol ein Auto mit einem Stromladestecker aufgemalt.
E-Carsharing

Neue Förderung: E-Carsharing für 66 Standorte

Versuchsprojekt Digitale Parkkontrolle
Scancars

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg
Bodensee

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

von links nach rechts: Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr Stefan Schnorr,  Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Evelyn Palla, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz Christian Bernreiter (CSU) sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.
Sicherheit

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Sicherheit

Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen

Fußgänger (Bild: ARTENS/ Fotolia.com)
Fußverkehr

Neue Strategie: Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Parken und Mitfahren (Quelle: Straßenverkehrs-Ordnung, DIN-Normen und Verkehrsblatt)
Mitfahren BW

Verkehrsministerium startet Plattform Mitfahren-BW

Schiene

Land stärkt kommunale Nebenbahnen – Verträge gelten rückwirkend für 2025

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
MOVERS

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Ein Zug steht an einem Gleis des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Digitaler Knoten

Förderung: 340 Millionen Euro für digitalen Knoten Stuttgart