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Baubeginn für ersten Radschnellweg in der Region Stuttgart

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Land, Kreis und Städte feiern Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität in der Region

Die Verbindung Böblingen/Sindelfingen–Stuttgart wird für viele Pendler nun auch mit dem Fahrrad attraktiver: Mit dem Spatenstich zur ersten Radschnellverbindung in der Region setzt der Landkreis Böblingen zusammen mit dem den beiden großen Kreisstädten Böblingen und Sindelfingen sowie dem Land ein Zeichen für nachhaltige Mobilitätskonzepte von morgen. Vertreter des Landkreises Böblingen und der Großen Kreisstädte Böblingen und Sindelfingen trafen sich am Montag, 10. September 2018, mit Verkehrsminister Winfried Hermann, MdL, an der Römerstraße in Böblingen, um den Startschuss für die Umsetzung des ersten, rund acht Kilometer langen Bauabschnitts zu feiern.

„Unser Ziel ist es, die Menschen zum Umsteigen zu motivieren: raus aus dem morgendlichen Stau und aufs Fahrrad. Das kann uns nur gelingen, wenn wir hierfür eine Infrastruktur bereitstellen, die es ermöglicht, schnell, sicher und komfortabel ans Ziel zu kommen. Ich freue mich, dass der Landkreis Böblingen hier eine Vorreiterrolle einnimmt und als erster Landkreis in Baden-Württemberg einen Radschnellweg baut“, so Verkehrsminister Hermann.

Pilotprojekt in der Region Stuttgart

Hierzu soll ein Abschnitt des Geh-/Radweges entlang der K 1057, L1183 und das Musberger Sträßle ausgebaut sowie der bisher mit einem Pflasterbelag versehene Abschnitt der Römerstraßen asphaltiert werden. Darüber hinaus wird der bisher schon asphaltierte Abschnitt der Römerstraße saniert und im Kreuzungsbereich Römerstraße/Waldburgstraße/K1057 eine neue Querungshilfe gebaut. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2019 geplant.

Minister Hermann betonte, dass das Potenzial erst dann vollständig gehoben werden kann, wenn die Strecke bis in die Innenstädte und die großen Arbeitsplatzstandorte in Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart als Radschnellweg weitergeführt wird: „Zur Weiterführung des Radschnellwegs fördern wir aktuell Machbarkeitsstudien und ich freue mich, wenn die Städte und der Landkreis auf dieser Basis die weitere Umsetzung zügig angehen. Gerne werden wir sie auch dabei unterstützen.“

Auch Landrat Roland Bernhard zeigte sich hocherfreut über den Baubeginn an diesem Pilotprojekt in der Region Stuttgart: „Der Radschnellweg ist eine deutliche Verbesserung der Radverkehrsbedingungen auf diesem so wichtigen Verbindungsstück zwischen dem Landkreis Böblingen und der Stadt Stuttgart“, so der Landkreischef. Großen Wert habe man deshalb auch darauf gelegt, dass eine Anbindung an die schon vorhandenen Radwegnetze in den Städten Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart gelingt. Allen Beteiligten war es überdies wichtig, zu betonen, dass der neue Radschnellweg auch nach dem erfolgten Ausbau für Fußgänger weiterhin attraktiv ist. Die Breite des Weges lässt das zu. Zudem können die Wege auch weiterhin vom Anliegerverkehr genutzt werden.

Der Oberbürgermeister der Stadt Böblingen Dr. Stefan Belz sagte: „Wir freuen uns, dass es losgeht: Der neue Radschnellweg ist für Böblingen und über unsere Stadt hinaus buchstäblich wegweisend. Wir investieren in eine Infrastruktur und Mobilität, die umweltschonend und nachhaltig ist und die Gesundheit fördert. Dies kommt vielen Menschen zugute, sei es beim täglichen Pendeln oder in der Freizeit. Wichtig ist uns zudem eine sinnvolle Anbindung an das Böblinger Fahrradwegenetz, das wir derzeit planen und in den nächsten Jahren gezielt ausbauen werden.“

Dr. Bernd Vöhringer, Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen, betonte: „Der neue Radschnellweg wird insbesondere Pendlern eine klimaneutrale Möglichkeit bieten, den Weg von und nach Stuttgart zurückzulegen. Aber auch für Freizeitsportler und Familien bereichert die Strecke das aktuelle Angebot und bietet eine attraktive Alternative zum Automobil.“

Förderung durch das Land Baden-Württemberg

Für diese erste kommunale Radschnellverbindung erhalten die Akteure unter der Leitung des Landkreises Böblingen Fördermittel vom Land Baden-Württemberg nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) von ca. einer Million Euro. Damit der Radschnellweg im Wald auch bei Dunkelheit gut angenommen wird, wird die Strecke auf der gesamten Länge mit einer innovativen Beleuchtung versehen. Zur Minimierung der Lichtemission und der Reduzierung des Strombedarfs wird die Beleuchtung mittels Bewegungssensoren dynamisch nach Bedarf ein- und ausgeschaltet. Die Beleuchtung fördert das Land zusätzlich mit ca. 818.000 Euro.

Für Diskussionen im Vorfeld hatte die teilweise Asphaltierung des denkmalgeschützten Pflasters in der Römerstraße gesorgt. Landrat Bernhard warb hier nochmals um Verständnis. Eine Radschnellverbindung unterliege, was ihren Ausbaustandard angeht, gewissen Qualitätsstandards. „Aus Gründen der Sicherheit und des Fahrkomforts ist eine Asphaltierung unerlässlich“, so Bernhard. „Mit Blick auf den Denkmalschutz wird ein rund 80 Meter langer Abschnitt belassen.“ Dies, so der Landrat, sei der Kompromiss, der sich im Rahmen vieler Gespräche mit den Trägern öffentlicher Belange ergeben habe und für den die Zustimmung des Denkmalamtes vorliege.

Die ebenfalls diskutierte alternative Wegführung entlang der K1055 wurde geprüft. Unter anderem hätten hierzu jedoch rund drei Hektar Wald gerodet und zwei Hektar neu versiegelt werden müssen. Zudem wäre der Anschluss an die städtischen Radverkehrsnetze nur teilweise vorhanden gewesen. Darüber hinaus bietet die Führung über die Römerstraße den weiteren Vorteil, dass diese Verbindung auch für den Radverkehr aus Schönaich und der Schönbuchlichtung attraktiver wird.

Weitere Informationen zu Radschnellverbindungen/Radschnellwegen:

Radschnellverbindungen sind qualitativ hochwertige, direkt geführte und leistungsstarke Radverkehrsverbindungen zwischen Kreisen und Kommunen. Radschnellverbindungen zeichnen sich aus durch:

  • Gesamtstrecke: mind. 5,0 km
  • interkommunale Verbindung
  • bedeutende Verbindung für Alltagsradverkehr (DTVw ≥ 2.000 Radfahrende/24h auf überwiegenden Teil der Gesamtstrecke)


Radschnellverbindungen sind aufgrund direkter, umwegefreier Führungen mit wenigen Stopps und großer Breiten besonders attraktiv gerade auch auf längeren Distanzen. Sie haben daher insbesondere im Hinblick auf die steigende Nutzung von E-Bikes und Pedelecs großes Potenzial, um Hauptverkehrsachsen auf Straße und Schiene zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen.

Bei Radschnellwegen wird die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dadurch erhöht, dass durch kreuzungsfreie oder bevorrechtigte Führungen die Radfahrer an Kreuzungen weniger anhalten und warten müssen. Die absolute Fahrgeschwindigkeit ändert sich dabei in der Regel nicht.

Mit Hilfe einer landesweiten Potentialanalyse hat das Land 32 Radschnellwege mit einer Gesamtlänge von 500 Kilometer im vordringlichen Bedarf identifiziert. Weitere 20 Strecken könnten sich durch lokalspezifische Faktoren als radschnellverbindungswürdig erweisen.

Drei weitere Pilotstrecken Heidelberg – Mannheim, Heilbronn – Bad Wimpfen und Plochingen – Esslingen –Stuttgart befinden sich bereits in der Planung.

Weitere Informationen unter: www.radschnellverbindungen-bw.de

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