Schiene

Bayern und BW wollen Schienenverkehr in der Region Donau-Iller ausbauen

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  • Ausbau und Elektrifizierung des regionalen Schienennetzes für schnelle, attraktive und umweltfreundliche Bahn
  • Ausbau der Strecken Aalen – Ulm (Brenzbahn), Neu-Ulm – Memmingen (Illertalbahn), Ulm – Riedlingen (Donautalbahn) und Ulm – Aulendorf (Südbahn) sowie deren Stationen geplant
  • Startschuss für Nutzen-Kosten-Untersuchung, die eine Förderung durch den Bund möglich machen soll

Nächste Etappe für die Regio-S-Bahn Donau-Iller: Nach der gemeinsamen Ministerratssitzung zwischen beiden Ländern haben sich Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart und Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann heute (23.07.19) am Ulmer Hauptbahnhof zu einer weiteren Stärkung des länderübergreifenden Schienenverkehrs bekannt. Gemeinsam mit dem Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch als Vorsitzender und dem Landrat des Landkreises Neu-Ulm, Thorsten Freudenberger, als Stellvertreter des Vereins „Regio-S-Bahn Donau-Iller e.V.“, haben sie den offiziellen Startschuss für eine Nutzen-Kosten-Analyse des Gesamtprojekts gegeben. Diese wird von der Region in Auftrag gegeben und von beiden Ländern zu jeweils einem Sechstel mitfinanziert. Mit einer positiven Untersuchung wollen beide Länder und die Region den Bund überzeugen, das Projekt länderübergreifend zu fördern.

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart: „Mobilität hört nicht an Ländergrenzen auf. Ganz im Gegenteil: Der länderübergreifende Schienenpersonennahverkehr ist das Rückgrat der öffentlichen Mobilität in der prosperierenden Region Donau-Iller. Deshalb freut es mich, dass wir gemeinsam mit Baden-Württemberg und der gesamten Region weiter an einem S-Bahn-ähnlichen Verkehr arbeiten und heute die nächste Etappe erreichen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den für Schieneninfrastruktur zuständigen Bund nicht nur mit dem verkehrlichen Mehrwert überzeugen werden, sondern gerade auch deshalb, weil wir hier gemeinsam mit der sehr engagierten Region an einem Strang ziehen.“

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann: „Wenn wir die Leistungsfähigkeit und die Akzeptanz des öffentlichen Verkehrs weiter verbessern wollen, müssen wir attraktive Angebote schaffen. Das Projekt Regio-S-Bahn mit zusätzlichen Halten und einem dichteren Takt wird für die Fahrgäste ein entscheidender Anreiz zum Umstieg vom Auto auf die Schiene sein. Für das Verkehrsangebot in der Region ist das Projekt Regio-S-Bahn ein Meilenstein und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass sich das Projekt volkswirtschaftlich rechnet und wir in guter Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg den Bund von der Förderwürdigkeit überzeugen können.“

„Wir freuen uns in der Region außerordentlich, dass wir nun im Schulterschluss mit beiden Ländern das Projekt der Regio-S-Bahn Donau-Iller weiter entwickeln können“, so der Ulmer Oberbürgermeister und Vorsitzende des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller, Gunter Czisch. „In den letzten Jahren haben wir hart dafür gearbeitet, dass wir dieses Projekt mit beiden Bundesländern vorantreiben können. Daher sind wir sehr froh, dass wir ab heute gemeinsam in die weitere Projektumsetzung einsteigen“, ergänzt der stellvertretende Vorsitzende und Landrat des Landkreises Neu-Ulm, Thorsten Freudenberger.

Die Regio-S-Bahn Donau-Iller soll das Mobilitätsangebot in der Region deutlich verbessern und einheitliche Standards im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) bieten, beispielsweise eine engere Taktung, barrierefreies Ein- und Aussteigen sowie bessere Verknüpfungen mit anderen Angeboten des Schienen- und öffentlichen Nahverkehrs. Hierfür sind Verkehrsexperten zufolge Ausbauten an den Strecken Aalen – Ulm (Brenzbahn), Neu-Ulm – Memmingen (Illertalbahn), Ulm – Riedlingen (Donautalbahn) und Ulm – Aulendorf (Südbahn) sowie deren Stationen notwendig. Bereits 2017 bzw. 2018 haben die Länder Baden-Württemberg und Bayern jeweils mit der Region Donau-Iller eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, mit der sie ihre grundsätzliche Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes Regio-S-Bahn Donau-Iller zugesagt haben.

Bei der nun kommenden Untersuchung wird der Projektnutzen den Kosten für den erforderlichen Ausbau des Schienennetzes in einem Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) gegenübergestellt. Im Nutzen spielen dabei nicht nur verkehrliche Aspekte eine Rolle, sondern unter anderem auch die Effekte auf Umwelt und Gesundheit. Sofern sich für das NKV ein Wert von mindestens 1,0 ergibt, ist das Projekt wirtschaftlich vorteilhaft und kann vom Bund gefördert werden.

Auf baden-württembergischer Seite sollen vor allem neue Halte auf der Donautalbahn und Südbahn eingerichtet und die Brenzbahn ausgebaut werden. Mit dem Projekt Regio-S-Bahn Donau-Iller soll das Verkehrsangebot auf der Donautal- und Brenzbahn aber auch auf der Südbahn erheblich ausgeweitet und attraktiver werden.

Im bayerischen Bahnnetz soll in der Region Donau-Iller im Rahmen des Projekts insbesondere die vielbefahrene eingleisige Illertalbahn ausgebaut werden, indem sie samt der Stichstrecke nach Weißenhorn elektrifiziert und die Kapazität erhöht wird. Basis dafür sind einige Infrastrukturverbesserungen, die teilweise bereits umgesetzt worden sind. Dazu gehören die 2013 durchgeführte erfolgreiche Reaktivierung der Bahnstrecke von Senden nach Weißenhorn, der in den kommenden vier Jahren geplante Ausbau des Bahnhofs Senden samt Elektronischem Stellwerk und die Umsetzung von sechs neuen Haltepunkten rund um Memmingen, sofern deren Wirtschaftlichkeit bei den weiteren Planungen positiv ausfällt.

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