Fahrgastbeirat

Fahrgastbeirat fordert rasche Umsetzung des Landestarifs Baden-Württemberg

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Der Fahrgastbeirat Baden-Württemberg (FGB-BW) begrüßt das Vorhaben, zukünftig einen Landestarif für Baden-Württemberg einzuführen, mit dem Verbund-überschreitend mit einer Fahrkarte alle Verkehrsmittel genutzt werden könnten.

Matthias Lieb, Vorsitzender des Fahrgastbeirates Baden-Württemberg, erklärt die Vorteile: „Heute müssen Fahrgäste bis zu drei Fahrkarten erwerben, wenn sie mit Bus und Bahn die Grenzen der 22 Verbünde in Baden-Württemberg überwinden möchten – mit dem Landestarif würde zukünftig eine Fahrkarte genügen.“ Besonders problematisch sei, dass heute nur die erste Fahrkarte vor Fahrtantritt erworben werden könne, die weiteren Fahrkarten aber während der Reise beim Umsteigen in einem fremden Verbund bei oft knappen Umsteigezeiten am Automaten gelöst werden müssten, beschreibt Matthias Lieb die Unzulänglichkeiten der bisherigen Regelung.

Andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein hätten schon seit mehreren Jahren solche Landestarife zur Vereinfachung der Nutzung von Bus und Bahn, erklärt Matthias Lieb.

Der Fahrgastbeirat Baden-Württemberg verabschiedete deshalb Ende Oktober einstimmig eine Resolution, mit der  alle Beteiligten aufgefordert werden, den Landestarif spätestens 2016 einzuführen. Aus Sicht des FGB-BW sei eine stufenweise Umsetzung sinnvoll, allerdings müssten jetzt rasch die notwendigen Entscheidungen für eine Realisierung  getroffen werden. Eine weitere Verzögerung sei aus Sicht des FGB-BW nicht akzeptabel.  

Hintergrund:
In den vergangenen Jahren wurden landesweit Verkehrsverbünde eingeführt, so dass innerhalb eines Verbundes Fahrgäste mit nur einer Fahrkarte alle Ziele auch mit mehrfachem Umsteigen erreichen können.

Für Fahrten über die Verbundgrenze werden aber weiterhin bis zu drei Fahrkarten benötigt. Dabei kann zumeist nur die erste Fahrkarte vor Fahrtantritt erworben werden, die weiteren erst im Laufe der Fahrt beim Umsteigen. Dies stellt ein starkes Hemmnis für die Nutzung des ÖPNV über Landkreis- bzw. Verbundgrenzen hinweg dar.  

Das Baden-Württemberg-Ticket als Pauschalfahrkarte löst dieses Problem nur begrenzt, da diese Fahrkarte einerseits unter der Woche erst ab 9 Uhr gültig, andererseits mit derzeit 23 € für eine einfache Fahrt oftmals zu  teuer ist.

Beispiel:
Für eine Fahrt vom Blühenden Barock in Ludwigsburg zum Kloster Maulbronn benötigen Fahrgäste heute drei Fahrkarten:
Busfahrt Linie 422 zum Bahnhof Ludwigsburg: 1,20 € (VVS-Tarif)
Bahnfahrt Ludwigsburg – Mühlacker: 7,90 € (DB-Tarif)
Busfahrt Linie 700 Mühlacker – Maulbronn: 2,20 € (VPE-Tarif)

Quelle:

Fahrgastbeirat Baden-Württemberg

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