Nahverkehr

Gewinne des DB-Konzerns dürfen nicht zu Lasten des Regionalverkehrs gehen

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Verkehrsminister Winfried Hermann sieht im Rekordgewinn der Deutschen Bahn und den Plänen zur weiteren Steigerung der Rendite in den kommenden Jahren eine Gefahr für den Ausbau des öffentlichen Regionalverkehrs auf der Schiene. „Es ist unerträglich, dass uns im Land die Mittel für die Verbesserung des Schienenverkehrs fehlen, während der Bund fette Gewinne in Milliardenhöhe von der DB einkassiert“, sagte Minister Hermann.

Er wies darauf hin, dass die DB sich ihre steigenden Konzerngewinne vor allem aus den Monopolbereichen des Netzes sowie aus der öffentlich subventionierten Nahverkehrssparte ziehe. „Die Dividende an den Eigentümer Bund wird vor allem aus den Zugbestellungen der Länder finanziert. Das ist faktisch eine Kürzung der Regionalisierungsmittel durch die Hintertür zu Lasten der Fahrgäste“, kritisierte der baden-württembergische Verkehrsminister.

Nach den von der DB am vergangenen Donnerstag vorgelegten Zahlen stieg der Gewinn des bundeseigenen Konzerns im Jahr 2011 um 25,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Den höchsten absoluten Wert von 801 Millionen Euro steuerte die Nahverkehrstochter DB Regio zum Ertrag vor Zinsen und Steuern bei.

Minister Hermann sagte, es könne nicht sein, dass die Bundesländer - vor allem Baden-Württemberg und Bayern - wegen der Renditeerwartungen des Bundes in immer größere Finanznöte bei den Nahverkehrszügen kommen. „Diese falsche Bahnpolitik gefährdet den Nahverkehr auf der Schiene. Die Bundesländer müssen gemeinsam eine Kurskorrektur einfordern.“ Hierzu kündigte der Minister einen Vorstoß im Bundesrat an. Er forderte erneut strukturelle Änderungen, insbesondere eine Trennung von Netz und Betrieb sowie ein Ende der Transferzahlungen aus dem Netz in den Konzern.

Als „politisch gut gemeint, aber zu einfach“ bezeichnete der Minister jüngste Äußerungen des Stuttgarter Regionalpräsidenten Thomas Bopp. Dieser hatte vom Land gefordert, steigende Kosten des Schienenverkehrs ebenso wie der Verband Region Stuttgart aus zusätzlichen Haushaltsmitteln zu finanzieren. „Als Verkehrsminister kämpft man selbstverständlich für mehr Mittel für den Schienenverkehr, aber eine Landesregierung mit festem Haushaltsvolumen kann nicht einfach durch Umlagefinanzierung wie die Region Stuttgart die Mittel erhöhen. Auf Landesebene konkurrieren Mehrausgaben im Verkehrshaushalt mit zahlreichen anderen Gestaltungsthemen wie Bildung und Hochschule.“

Zudem zahle das Land nach der bestehenden Vertragslage an allen Ausweitungen des Stuttgarter S-Bahn-Verkehrs über die bestehenden Finanzierungsverträge mit. „Wir unterstützen die weiteren S-Bahn-Ausbauten, weil sie sinnvoll sind. Wir dürfen aber nicht den öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum vernachlässigen."

Quelle:

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Bauarbeiter legen mit ihrer Teermaschine einen neuen Straßenbelag.
B 462

B 462: Fahrbahnsanierung Forbach–Gernsbach-Hilpertsau abgeschlossen

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
MOVERS

Neues Radfahrabzeichen BW stärkt Fahrradkompetenz von Kindern

Überwachsene Bahnschienen führen in die Ferne.
Schiene

Reaktivierung von Schienenstrecken: Land schreitet fokussiert voran

Junge Menschen steigen aus einem Zug am Bahnsteig aus.
Mobilität

Städte und Gemeinden machen ihre Verkehrsangebote mit Mobilstationen sichtbarer

Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen halten ihre Urkunde hoch, mit Staatssekretär Rainmund Haser.
Fußverkehr

Fußverkehrs-Checks 2026: 15 Kommunen setzen sich für bessere Fußwege ein

Rückseite eines Fahrkartenautomates.
Schiene

Fahrkartenkauf aus einer Hand auch im Südwesten des Landes

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
Niedrigwasser

Baden-Württemberg verlängert Erleichterungen für Lkw-Transporte

Ein Straßenwärter mit orangenen Klamotten läuft auf einer Brücke.
Brücken

Taskforce treibt Ersatzneubau der Kochertalbrücke bei Unterkochen voran

Eine Frau schließt ihr Fahrrad ab an einem Radstellplatz.
Mobilität

Für mehr und bessere Rad-Stellplätze entlang der Filstalbahn

Staatssekretär eröffnet die Straße durch das Schneiden eines Bandes.
Straße

L 600a bei Heidelberg: Leistungsfähige Verbindung wieder frei

Ein Mann fährt auf einem Fahrrad.
JobBike

40.000 JobBikes für Landesbeschäftigte

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers