Radverkehr

Hermann zeichnet Landkreis Göppingen aus

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Gleich mehrere Meilensteine für den Radverkehr im Landkreis Göppingen veranlassten Verkehrsminister Winfried Hermann am Wochenende zu einem Besuch im Stauferkreis. Landrat Edgar Wolff freute sich über den hohen Besuch aus Stuttgart im Rahmen der Eröffnung der neuen Schurwaldroute, die am Samstag nach einer kleinen Radtour, die am Landratsamt gestartet war, in Wangen-Oberwälden gebührend gefeiert wurde. “Die Ausweisung und Beschilderung einer weiteren touristischen Radroute in diesem Jahr zeigt, dass wir mit unseren Bemühungen um die Förderung des Radverkehrs nicht nachlassen” stellte der Kreischef klar und Verkehrsminister Hermann ergänzte: “Die Kommunen sind unsere wichtigsten Partner bei der Radverkehrsförderung. Neben den Städten spielt der ländliche Raum eine ebenso wichtige Rolle. Um so mehr freut es mich, dass ein Landkreis sich so engagiert und vorbildlich für den Radverkehr einsetzt und dabei auch die Gemeinden vor Ort stark einbindet.” Der Landkreis hatte in den vergangenen Jahren viel Engagement für die Belange des Radverkehrs gezeigt, kräftig in die Infrastruktur investiert und ein umfassendes Förderprogramm für 10 Jahre aufgelegt. Alles hatte mit der Neuausweisung und hochwertigen Ausschilderung der zentralen Filstalroute im Jahr 2009 begonnen. Über die 2011 verabschiedete, wegweisende Radverkehrskonzeption, die zusammen mit dem Kölner Büro VIA erfolgreich erarbeitet wurde und landesweit hohe Anerkennung erfährt, erhielt der Radverkehr einen völlig neuen Stellenwert im Bemühen des Landkreises um nachhaltige Mobilität. Mehrere Radwanderrouten, die seitdem teils mit finanzieller Unterstützung des Landes und der Region Stuttgart ausgewiesen wurden, unterstreichen diese Bemühungen und haben der Kreisbehörde viel Anerkennung eingebracht. “Die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen und Landkreise hat uns dabei sehr geholfen”, betonte Landrat Wolff. Das gleiche gelte für die ausgeweiteten Fördermittel des Bundes und des Landes. Seine Verwaltung hatte sich bereits von der ersten Stunde an als Gründungsmitglied in der Expertenrunde engagiert und zieht seitdem reichlich Nutzen aus dem durch das Land geförderten kommunalen Netzwerk. So war es aus seiner Sicht nur konsequent, sich im Jahr 2013 für die Zertifizierung als Fahrradfreundlicher Landkreis zu bewerben, wofür die Mitgliedschaft in der AGFK-BW Voraussetzung ist. Eine Auszeichnung, die das Land auf Empfehlung einer Prüfungskommission aussprechen kann. Die Kreisbereisung fand im September 2013 statt. Bereits im vergangenen Dezember hatte das Stuttgarter Verkehrsministerium über den erfolgreichen Abschluss des Antrags informiert. Der Landesverkehrsminister überreichte die offizielle Urkunde jetzt im Rahmen der Eröffnung der Schurwaldroute im neuen Pavillon von Oberwälden, wo diese ab sofort mit einer Info-Tafel beworben wird. “Der Einsatz der Kreisbehörde vor Ort, verbunden mit den entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen, hat uns beindruckt und wird nun mit der erstmalig an einen Landkreis vergebenen Auszeichnung “Fahrradfreundlicher Landkreis” gewürdigt”, verkündete Minister Hermann. Auch die Stadt Göppingen ist in der Folge der AGFK beigetreten. Das Förderprogramm des Landkreises unterstützt den Ausbau der Infrastruktur jährlich zusätzlich mit 100.000 €. Neben der Infrastrukturförderung bedürfe es auch der Kommunikation. “Hier hat der Landkreis nicht zuletzt mit seinem Radaktionstag auf der B 10 vor knapp zwei Jahren eine wichtige Initialzündung gegeben” ließ Hermann, der damals mitgeradelt war, seine persönlichen Erinnerungen Revue passieren.

Mit der Auszeichnung als “Fahrradfreundlicher Landkreis”, die zunächst für fünf Jahre verliehen wird, verbindet sich für den Minister aber auch die Erwartung, am Thema dran zu bleiben und noch bestehende Defizite weiter aufzuarbeiten. Landrat Wolff versprach dies gerne, weil er wisse, dass er ein hochmotiviertes Team habe, das sich intensiv für die Radverkehrsförderung einsetze und auch der Kreistag geschlossen dahinter stehe. “Für uns ist die Zertifizierung natürlich eine großartige Sache und hohe Motivation weiter zu machen” betonte Wolff. Soviel Aufbruchstimmung belohnte Hermann auch mit einem praktischen Geschenk. Neben der begehrten Zertifizierungsurkunde erhält der Landkreis wie die ausgezeichneten Kommunen in den Vorjahren einen Fahrradzähler, der eine statistischen Erfassung des Radverkehrs ermöglicht.

Mit der rd. 50 km langen Östlichen Schurwaldroute verfügt der Landkreis Göppingen jetzt über ein nahezu flächendeckendes touristisches Radwegenetz, welches nach den bundeseinheitlichen Kriterien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, kurz FGSV, ausgeschildert wurde und einer konsequenten Pflege unter Mitarbeit des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC unterliegt. Landrat Edgar Wolff würdigte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die erfolgreiche und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Interessensvereinigung, die bei der Eröffnung durch die Landesvorsitzende Dr. Gudrun Zühlke vertreten war. In die Schurwaldroute eingebunden wurde auch der idyllisch gelegene Abschnitt im Nassachtal, wo bisher allerdings noch eine schmerzliche Lücke im Radwegenetz besteht und deshalb zunächst auf die stark sanierungsbedürftige Fahrbahn der Landesstraße zurückgegriffen werden musste. Trotz jahrelanger Bemühungen war es bisher nicht gelungen, diesbezüglich zum Ziel zu kommen. Auch für diesen Dauerbrenner stellte Hermann jetzt zur Freude des Landrats, des Uhinger Bürgermeisters Matthias Wittlinger und der anwesenden Bürgerinitiative das Signal auf Grün. Der Radweg für den noch fehlenden Südabschnitt im Nassachtal wurde erfolgreich in das Bauprogramm des Landes aufgenommen, sodass ein Baubeginn ab 2015 möglich ist.

Quelle:

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg und Landratsamt Göppingen

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