SCHIENE

Interimskonzept für zuverlässigere Allgäubahn

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Schienen (Bild: stock.adobe.com/ Nadia nb)

Schlechte Pünktlichkeit zwingt die Allgäubahn zum Ausfall der Linie 53 zwischen Kißlegg und Wangen. Ein Interimskonzept soll die Qualität im Nahverkehr bis zur Realisierung weiterer Infrastruktur verbessern.

Mit der Inbetriebnahme der elektrifizierten Strecke Geltendorf – Memmingen – Lindau im Dezember 2020 sowie des E-Netzes Allgäu (Netz 46) im Dezember 2021 wurde das Angebot auf der Allgäubahn deutlich verbessert: Die Strecke profitiert von neuen elektrischen Zügen, einer besseren Taktung, kürzeren Fahrzeiten und praktischen Direktverbindungen. Damit gewinnt die Allgäubahn an Attraktivität und hebt den Schienenverkehr im württembergischen Allgäu auf ein erheblich besseres Niveau.

Die DB Netz AG als bundeseigenes Infrastrukturunternehmen hat die Strecke (München –) Geltendorf – Memmingen – Lindau in dem mindestens erforderlichen Maß ausgebaut. Es fehlt daher an zweigleisigen Abschnitten, leistungsfähigen Kreuzungsbahnhöfen und Blocksignalen, um die angestrebten Verbindungen im Fernverkehr auch bei kleineren Störungen pünktlich fahren zu können. Auch der Güterverkehr wurde bisher kaum auf der Strecke bedacht. Deshalb ist die Betriebsqualität zwischen Buchloe, Memmingen, Lindau und Aulendorf nicht akzeptabel.

Aus diesem Grund hat das Verkehrsministerium Baden-Württemberg weitere Ausbaumaßnahmen angestoßen. Dazu gehören beispielsweise neue Signale zwischen Wangen und Kißlegg bei Ratzenried. Damit können die Züge dichter hintereinander herfahren und die Strecke gewinnt an Kapazität. Da die Realisierung von Eisenbahninfrastruktur jedoch ein sehr langfristiger Prozess ist, kann die DB Netz AG die Signale erst im Dezember 2025 in Betrieb nehmen. Um dennoch einen zuverlässigen Nahverkehr in der Region zu gewährleisten, haben das Verkehrsministerium und die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) ein Interimskonzept bis zur Stabilisierung der Situation erarbeitet.

Interimsmaßnahmen sollen für Entlastung sorgen

Um den Fahrplan im Schienenpersonenverkehr einzuhalten, soll die zweistündliche Regionalbahnleistung der Linie 53 (RB 53 Aulendorf – Kißlegg – Wangen) zwischen Kißlegg und Wangen entfallen und damit die Strecke entlastet werden. Im Rahmen einer Abstimmung der Maßnahmen mit lokalen Vertreterinnen und Vertretern haben diese unter kritischer Würdigung der Situation bei der Infrastruktur grundsätzlich Verständnis für die Interimsmaßnahme gezeigt. Denn diese sei nötig, damit die restlichen Züge wieder pünktlicher im Allgäu unterwegs sind. Die Zugfahrten verkehren dementsprechend nur noch auf dem Laufweg Aulendorf – Kißlegg und nicht mehr auf dem Laufweg Aulendorf – Wangen. Die verkehrenden Züge von Aulendorf nach Leutkirch bleiben unverändert bestehen.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Aus Landessicht ist der temporäre Ausfall der Regionalbahnleistung und der unzureichende Ausbau der Strecke (München –) Geltendorf – Memmingen – Lindau ein großes Ärgernis. Wenn wir die Verkehrswende erfolgreich vorantreiben möchten und der Regionalverkehr eine gute Alternative zum Auto sein soll, dürfen keine Verbindungen wegfallen. Wir würden gerne mehr Züge auf der Allgäubahn fahren lassen und die Menschen für die Schiene begeistern. Das muss jetzt noch warten, denn die Infrastruktur zwingt uns dazu, beim momentan Machbaren zu bleiben. Wir setzen uns dafür ein und appellieren an die Deutsche Bahn, dass die Voraussetzungen für einen planmäßigen Verkehr schnellstmöglich geschaffen werden.“

Gleichzeitig richtet das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg einen Appell an die DB Netz AG, infrastrukturbedingte Störungen zu minimieren und die Strecke so schnell wie möglich auszubauen. Es ist zu erwarten, dass der planmäßige Verkehr zum Dezember 2025 wieder möglich wird.

Es ist geplant, den nachfragestarken Schülerverkehr von den Ausfällen auszunehmen. Folgende Fahrten sollen weiterhin verkehren:

  • 17845 (von Aulendorf) – Kißlegg ab 6:23 Uhr – Wangen an 6:33 Uhr
  • 17850 Wangen ab 6:43 Uhr – Kißlegg an 6:52 Uhr (Weiter nach Leutkirch)
  • 17861 (von Aulendorf) – Kißlegg ab 12:32 Uhr – Wangen an 12:42 Uhr
  • 17870 Wangen ab 13:16 Uhr – Kißlegg an 13:26 Uhr (weiter nach Aulendorf)

Weitere Meldungen

Älteres Ehepaar geht Gehweg entlang
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Verkehrsminister Winfried Hermann
Veranstaltung

Online-Dialog mit Verkehrsminister Winfried Hermann

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Busse laden an einer Ladesäule.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Eine Kundenbetreuer von Arverio steht an der Türe eines Zuges.
Sicherheit

Austausch zu Sicherheit für Bahnverkehr und Pilotvorhaben

Der RABus hat die Farben schwarz und gelb und sieht einem Kleinbus ähnlich.
Autonomes Fahren

RABus-Ergebnisse sollen autonomen Regelbetrieb im ÖPNV voranbringen

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Straßenbau

Mehr Ruhe im Ortskern: Bau der Umgehungsstraße Rißtissen beginnt

Auf den Boden eines Parkplatzes ist als Symbol ein Auto mit einem Stromladestecker aufgemalt.
E-Carsharing

Neue Förderung: E-Carsharing für 66 Standorte

Versuchsprojekt Digitale Parkkontrolle
Scancars

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg
Bodensee

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

von links nach rechts: Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr Stefan Schnorr,  Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Evelyn Palla, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz Christian Bernreiter (CSU) sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.
Sicherheit

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Sicherheit

Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen

Fußgänger (Bild: ARTENS/ Fotolia.com)
Fußverkehr

Neue Strategie: Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Parken und Mitfahren (Quelle: Straßenverkehrs-Ordnung, DIN-Normen und Verkehrsblatt)
Mitfahren BW

Verkehrsministerium startet Plattform Mitfahren-BW

Schiene

Land stärkt kommunale Nebenbahnen – Verträge gelten rückwirkend für 2025