Flächenverbrauch

Land unterstützt Kommunen bei sparsamer Flächenhaushaltspolitik

Berechne Lesezeit
  • Teilen

„Auch und gerade in Zeiten erfreulichen Bevölkerungswachstums ist eine sparsame und bedarfsorientierte Flächenhaushaltspolitik notwendig“, sagte Staatssekretärin Gisela Splett am 23. Oktober in der Sitzung des Aktionsbündnisses „Flächen gewinnen in Baden-Württemberg“. Die Staatssekretärin machte bei dem Treffen deutlich, dass es bei der sparsamen Nutzung der Ressource Fläche weniger auf ein einzelnes Jahr ankomme, sondern auf den Trend. „Das langfristige Ziel für den Flächenverbrauch muss eine Netto-Null entlang der demografischen Entwicklung sein. Das Ziel ist anspruchsvoll, aber machbar“, sagte Splett.

Bei den Herausforderungen einer sparsamen Flächenhaushaltspolitik unterstützt die Landesregierung die Kommunen vielfältig. Das Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ gibt den Kommunen wirksame Anreize für wichtige Impulse und vorbereitende Planungen zugunsten der Innenentwicklung. Nutzung von Baulücken und Brachflächen sowie sinnvolle, den Siedlungsraum aufwertende Nachverdichtungen mit ökologischen Komponenten sind dabei unerlässlich. „Sie tragen auch zum Werterhalt vorhandener Bausubstanz bei –  ganz anders als weitere Entwicklungen auf der grünen Wiese, die vorhandene Siedlungen tendenziell entwerten. Innenentwicklung sichert den Werterhalt im Siedlungsbestand“, so Splett. Außerdem bietet das Land eine ganze Palette finanzieller Förderungen: Neben dem Förderprogramm „Flächen gewinnen“ stehen umfangreiche Investitionshilfen der Städtebauförderung und das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum zur Verfügung. Auch die neuen Förderrichtlinien „Altlasten“ enthalten seit Frühjahr 2014 eine gezielt, die Innenentwicklung unterstützende, Förderbestimmung. „Aber auch im Steuerrecht müssen flankierende Maßnahmen zugunsten der Innenentwicklung ergriffen werden,“ so Splett. Die Staatssekretärin fordert eine bundesrechtliche Reform der Grundsteuer, die den Kommunen auch die Möglichkeit eröffnen, Flächensparanreize zu bieten. „Das Flächensparen erfordere ein ganzheitliches Vorgehen, zu dem neben Bewusstseinsbildung und  stringenter Rechtsanwendung unbedingt auch die richtigen Anreize einschließlich steuerrechtlicher Komponenten eingesetzt werden müssten“, so Splett.

Anders als in früheren Jahren konnten in der Sitzung die Flächenverbrauchsdaten des Vorjahres nicht diskutiert werden, da sie noch nicht vorliegen. Grund ist die Einführung des  Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem ALKIS, mit dem die Vermessungsverwaltung die bisherigen getrennten Verfahrenslösungen für raumbezogene Daten (Automatisierte Liegenschaftskarte - ALK)  und für nicht raumbezogene Daten (Automatisiertes Liegenschaftsbuch – ALB) systematisch verbunden hat. Das Statistische Landesamt kann  infolge der aufwendigen und komplexen Umstellungen bei der Datenaufbereitung und der notwendigen Qualitätssicherung keine Angaben über die Flächennutzung in Baden-Württemberg zum Stand 31.12.2013 und damit zum Flächenverbrauch des Jahres 2013 machen. Es wird derzeit im Statistischen Landesamt geprüft, ob nach  Abschluss der Aufbereitung eine Veröffentlichung der Flächenbilanz zum Stand von Anfang August diesen Jahres möglich ist. 

Jubiläumsbroschüre  und Flächenverbrauchsuhr

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Aktionsbündnisses hat das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur eine Broschüre mit Beiträgen und Positionen aller Mitglieder des Bündnisses herausgegeben. Sie dient dem Rückblick und der - auch kritischen  -  Bewertung des bisher Geleisteten. In ihren Beiträgen schildern die Mitglieder des Aktionsbündnisses auch ihre Aktivitäten zum Flächenmanagement und stellen gute Beispiele für städtebaulich attraktive Innenentwicklung mit effizienter Flächennutzung dar. Die Broschüre kann beim MVI kostenlos bestellt oder als PDF heruntergeladen . Eine Flächenverbrauchsuhr stellt ab sofort auf der Homepage des Ministeriums den täglichen Flächenverbrauch sowie den Flächenverbrauch seit dem 1.1.2000 in Baden-Württemberg dar.

Hintergrund: Information zum Aktionsbündnis „Flächen gewinnen“

Ziel des Bündnisses ist es, dem Flächenverbrauch in Baden-Württemberg entgegenzusteuern. Neben dem MVI gehören ihm weitere Ministerien, die Kommunalen Landesverbände, Naturschutzverbände, die Architektenkammer, die Bausparkassen, der Industrie- und Handelskammertag, der Handwerkstag, der Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie, der Industrieverband Steine und Erden, die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände, die Deutsche Bahn, das Altlastenforum, die Ingenieurkammer und die Arbeitsgemeinschaft der Sanierungs- und Entwicklungsträger an. 

www.flaechenmanagement.baden-wuerttemberg.de 

Weitere Meldungen

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Straßenrand mit blühenden Blumen und Gräsern.
Naturschutz

Platz für Artenvielfalt: Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
E-Mobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz in Baden-Württemberg

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig: Land unterstützt Neubau mit 12,9 Millionen

Bauarbeiter arbeiten mit Schaufeln und Schubkarren an einer Baustelle.
Gingen

L 1214: Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Ein Passagierzug von der Seite.
Vergabe

Netz 66: SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
RadMelder

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Mehrere Verkehrsschilder liegen übereinander. Darunter ein Vorfahrtsschild und ein Zone 30-Schild
Straßenschilder

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Kooperationserklärung: Regionales Verkehrsmanagement Heilbronn-Neckarsulm