ausgleichsmassnahme

Kompensationsmaßnahmen für Umbau der Rastanlage Bühl an der A5

Berechne Lesezeit
  • Teilen
20141117 STS  Umbau der Rastanlage Bühl an der A5 700x360

Mit der Renaturierung Puységurs wird neuer Lebensraum für bedrohte und geschützt Tier- und Pflanzenarten geschaffen. 

Das ehemalige Militärgelände Puységur bei Sandweier/Baden-Baden wird derzeit als Kompensation zum geplanten Ausbau der Tank- und Rastanlage Bühl an der A5 renaturiert. Dabei werden versiegelte Flächen zurückgebaut und magere Sandrasen wiederhergestellt. Dieser Lebensraum der Heidelerche und anderer Arten soll später von Schafen beweidet und damit offen gehalten werden. Staatssekretärin Gisela Splett, MdL hat sich bei einem Besuch am Montag, 17. November, die Umsetzung des Projektes vor Ort angesehen.

Entsiegelung, Rückbau und Entwicklung der sehr wertvollen Sandmagerrasen als naturschutzrechtliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind Voraussetzung für die Erweiterung der Rastanlage. „Wir nehmen diese gesetzliche Verpflichtung sehr ernst, indem wir an die Umsetzung, die Pflege und die Unterhaltung von Kompensationsflächen sehr hohe Ansprüche stellen“, sagte Staatssekretärin Splett. „Genauso wie die Straßen mit ihren Park- und Rastplätzen für die Autofahrer funktionieren müssen, so müssen auch die Kompensationsflächen für die Tiere und Pflanzen und die weiteren Bestandteile von Natur und Landschaft funktionieren.“

Größere Bauvorhaben sind in der Regel mit Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden. So auch bei der im nächsten Jahr vorgesehenen Erweiterung der Tank- und Rastanlage Bühl zwischen den Anschlussstellen Bühl und Baden-Baden. Bedingt durch den zunehmenden Stellplatzbedarf für LKW an Autobahnen - insbesondere auch entlang der A5 - ist der Ausbau dringend erforderlich. So wird vor allem für den LKW- und Busverkehr das Stellplatzangebot um mehr als das siebenfache deutlich erhöht. Nach dem Ausbau wird eine Gesamtfläche von ca. 6,6 Hektar für die Rastanlage in Anspruch genommen. Dafür müssen Wiesen und Biotope weichen, die vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebens- und Nahrungsflächen dienen.

Hintergrund:

Seit dem 3. November 2014 werden im Naturschutzgebiet „Sandheiden und Dünen bei Sandweier und Iffezheim“ auf dem ehemaligen Militärgelände Puységur im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffs-Ausgleichs-Regelung Bauarbeiten durchgeführt, die der Erweiterung und Schaffung von Lebensräumen für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten dienen. Das Naturschutzgebiet ist eines der bedeutendsten Gebiete mit Sandfluren Baden-Württembergs und Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“.

Das Militärgelände Puységur wurde zwar schon vor Jahren von den französischen Streitkräften verlassen, jedoch zeugen immer noch zahlreiche Straßen, Wege und sonstige versiegelte Flächen von der ehemaligen Nutzung. Diese nicht mehr benötigten Flächen sollen jetzt der Natur zurückgegeben werden.

Insgesamt werden rund 2,1 Hektar Asphaltflächen und sonstige versiegelte Flächen zurückgebaut und durch bodensauren Sand ersetzt, der aus dem benachbarten Kiesabbaugebiet stammt. Die ausgebauten Materialien werden aufbereitet und als Recycling-Baustoffe einer Wiederverwendung zugeführt. Die Maßnahme, die in enger Abstimmung zwischen der Straßenbauverwaltung und den Naturschutzbehörden geplant wurde, erfolgt bereits jetzt als Kompensation für die beim bevorstehenden Ausbau der Tank- und Rastanlage Bühl entstehenden Eingriffe in Natur und Landschaft.

Auch in den vergangenen Jahren wurden bereits verschiedene Teilflächen des ehemaligen Militärgeländes als naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen für straßenbaubedingte Eingriffe, die vornehmlich beim Ausbau der Autobahn A5 und der Tank- und Rastanlage Baden-Baden entstanden sind, zurückgebaut. So wurden durch die Straßenbauabteilung des Regierungspräsidiums Karlsruhe bereits 2011, ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden, große Asphalt- und Schotterflächen entfernt, und seltene, standortbezogene Sandrasenflächen entwickelt.

Die Bauarbeiten, die durch das Baureferat Mitte des Regierungspräsidiums Karlsruhe betreut werden, werden spätestens im Februar 2015 abgeschlossen sein. Damit sind alle Flächen des ehemaligen Militärgeländes renaturiert, und die seltenen Pflanzen und Tiere der Sand- und Magerrasen, wie Sandglöckchen, Silbergras, Grüne Sandschrecke, Blauflügelige Ödlandschrecke und Heidelerche können dort ihren Lebensraum finden.

Die anfallenden Baukosten werden voraussichtlich 350.000 Euro betragen.

Weitere Meldungen

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Straßenrand mit blühenden Blumen und Gräsern.
Naturschutz

Platz für Artenvielfalt: Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
E-Mobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz in Baden-Württemberg

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig: Land unterstützt Neubau mit 12,9 Millionen

Bauarbeiter arbeiten mit Schaufeln und Schubkarren an einer Baustelle.
Gingen

L 1214: Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Ein Passagierzug von der Seite.
Vergabe

Netz 66: SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
RadMelder

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Mehrere Verkehrsschilder liegen übereinander. Darunter ein Vorfahrtsschild und ein Zone 30-Schild
Straßenschilder

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Kooperationserklärung: Regionales Verkehrsmanagement Heilbronn-Neckarsulm