50 Jahre Tag des weißen Stockes

Mehr Rücksicht auf blinde Menschen – Aktion „Bitte Weg frei!“ auch am Stuttgarter Hauptbahnhof

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Am 15. Oktober fand zum 50. Mal der internationale Tag des weißen Stockes statt. Anlässlich des Jubiläums fordert der Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e.V. mit Unterstützung des Bahnhofsmanagements Stuttgart zu mehr Rücksicht auf.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann war am Aktionstag in Stuttgart vor Ort und unterstützte mit seinem Namen das Vorhaben.

Im Boden verlegte Platten mit Noppen und Rippen haben verschiedene Funktionen: Sie leiten, warnen und stoppen. In Reihe verlegte Platten mit Rippen, sogenannte Leitstreifen, zeigen eine sichere Strecke an. Sie sind beispielsweise auf Bahnsteigen zu finden, natürlich mit ausreichendem Abstand von der Bahnsteigkante. Wer dort sein Gepäck abstellt und so die Leitstreifen blockiert, zwingt blinde und sehbehinderte Menschen zu Umwegen, die gefährlich werden können. Deshalb verteilte die Selbsthilfeorganisationen am 15. Oktober in ganz Deutschland Aktionspostkarten, mit denen die sehenden Mitbürger aufgefordert werden, den „Stockeinsatz“ zu erleichtern.

Sehenden Menschen wurde im Rahmen der Aktion die Gelegenheit geboten, selbst einmal einen Leitstreifen zu nutzen – ausgestattet mit einer Augenbinde und einem Langstock. An einem Infotisch standen zudem Vertreter des BSV Württemberg e.V. für persönliche Gespräche und Informationen zur Verfügung.

Die Aktion „Bitte Weg frei!“ wird vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband gemeinsam mit dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf organisiert. Sie findet mit Unterstützung der Deutschen Bahn AG statt.

Hintergrund: 50 Jahre Tag des weißen Stockes
Anfang der 1960er Jahre drängten mehrere staatliche Organisationen und Rehabilitationseinrichtungen blinder Menschen den US-Kongress, einen jährlichen Gedenktag in allen 50 Bundesstaaten auszurufen, der an die Funktion des weißen Stocks als Hilfsmittel und Erkennungszeichen im Straßenverkehr erinnern sollte. 1964 wurde eine entsprechende Resolution angenommen und in Kraft gesetzt, die den 15. Oktober zum White Cane Safety Day (übersetzt ungefähr: „Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes“) erklärte. Mit seiner umgehenden Proklamation unterstützte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, das Streben blinder Menschen nach mehr Selbstständigkeit.
Der Tag des weißen Stockes entwickelte sich schnell zum weltweiten Aktionstag der blinden Menschen. Seit dem Jahr 2002 ist der 15. Oktober in Deutschland zugleich der Abschlusstag der Woche des Sehens.

Nach deutschem Recht ist ein Mensch blind, wenn er auf dem besser sehenden Auge selbst mit Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr als 2 Prozent von dem sieht, was ein Mensch mit normaler Sehkraft erkennt. Wenn man weniger als 5 Prozent sieht, gilt man als hochgradig sehbehindert. Auch viele hochgradig sehbehinderte Menschen sind auf den weißen Stock angewiesen.

Hintergrund: Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2014
„Gute Aussichten!“ heißt das Thema der diesjährigen Woche des Sehens unter der Schirmherrschaft der Fernsehjournalistin Gundula Gause. Getragen wird die Aktionswoche von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Seit dem Jahr 2002 informiert die bundesweite Kampagne mit vielfältigen Aktionen über die Bedeutung guten Sehvermögens und klärt über die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation sehbehinderter und blinder Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern auf. Unterstützt wird die Woche des Sehens von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG.

www.weisser-stock.de

Quelle:

Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e.V.

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