Schiene

Minister Hermann drängt auf Ausbau der Zulaufstrecken zum Gotthard-Basis-Tunnel

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Zur Eröffnung des Gotthardtunnels am Mittwoch, dem 01. Juni in der Schweiz gratulierte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann: „Ich beglückwünsche unsere Nachbarn zu dieser ingenieurstechnischen und verkehrspolitischen Meisterleistung! Die Schweiz gibt damit auch Deutschland den Takt vor, die bedeutsame europäische Magistrale zwischen Rotterdam und Genua auszubauen. Von der Schweiz können wir lernen, wie man Großprojekte demokratisch debattiert, entscheidet, finanziert und realisiert“, so der Minister in Stuttgart

Hermann weiter: „Gerade Baden-Württemberg, das in der Mitte Europas liegt, muss als wirtschaftsstarke Region ein sehr hohes und in Zukunft noch wachsendes Güterverkehrsaufkommen verkraften. Die Verlagerung der Warentransporte von der Straße auf die Schiene und auf die Wasserwege ist daher für uns von großer Bedeutung.“ Dabei spiele für Baden-Württemberg die zentrale europäische Nord-Süd-Achse im Schienengüterverkehr zwischen Rotterdam und Genua, zu der auch der Gotthard-Basis-Tunnel gehört, eine herausragende Rolle.

Hermann blickt zurück: „Der Bund und die Deutsche Bahn haben bei den Zulaufstrecken in der Vergangenheit zu wenig aufs Tempo gedrückt, obwohl sich die Bundesrepublik Deutschland im Vertrag von Lugano von 1996 zu einem zeitnahen Ausbau verpflichtet hat.“ Der Minister ergänzte: „Bedauerlicherweise hat der Bund den Ausbau der Gäubahn als eine der Zulaufstrecken auch im aktuellen Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan 2030 bisher nicht in die Liste der vorrangigen Projekte aufgenommen.“ Dabei könne die Strecke zwischen den Großstädten Stuttgart und Zürich für den internationalen Personenverkehr nun dank der Weiterführung durch den Gotthard-Tunnel zu einer schnellen Zulaufverbindung zwischen Deutschland und Italien werden. „Daher ist es umso wichtiger, dass der Bund hier den Verkehrswegeplan korrigiert und den dringend benötigten zweigleisigen Ausbau der Gäubahn als vorrangig einstuft“, fasste Hermann zusammen.

Bei der Rheintalbahn sei mit der im vergangenen Jahr erzielten Einigung des Projektbeirates zum Ausbau der Strecke zwischen Mannheim und Basel auf vier Gleise nun endlich auf deutscher Seite die Grundlage für eine schnelle Verbindung zwischen Nordsee und Mittelmeer gelegt worden, so Hermann weiter. „Um das Projekt im Rahmen der Bürgerbeteiligung voranzubringen, hat Baden-Württemberg sogar zugesagt, sich an den Kosten für übergesetzlichen Lärmschutz und für eine umweltfreundliche Trassenführung mit über 400 Millionen Euro zu beteiligen. Das Land hat hier viel Geld in die Hand genommen, obwohl der Bau von Schienenwegen Bundesaufgabe ist. Nun muss der Bund bei der Gäubahn seine Hausaufgaben erledigen!“

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