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Radschnellverbindungen aus einer Hand: Land realisiert drei Pilotstrecken

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Das Land Baden-Württemberg plant und baut drei Radschnellverbindungen als Leuchtturmprojekte und steigt damit auf ausgewählten Strecken auch als Bauherr aktiv in die Umsetzung ein. Bereits jetzt unterstützt das Land regionale Projekte, übernimmt nun aber zusätzlich die Baulastträgerschaft für die Radschnellverbindungen Heidelberg - Mannheim, Heilbronn - Neckarsulm - Bad Wimpfen und Plochingen - Stuttgart. Dazu sagte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL am 17. Juli 2017: „Mit den drei Leuchtturmprojekten übernimmt das Land die Verantwortung für die Umsetzung der Strecken und dokumentiert damit die Bedeutung der Radschnellverbindungen für eine neue Radkultur in Baden-Württemberg. Es werden viel mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, wenn die zur Verfügung stehende Infrastruktur für RadfahrerInnen durch leistungsfähige, schnelle und direkte Verbindungen attraktiver wird.“ 

Bei konventionellen Radwegen wechselt die Verwaltungszuständigkeit für Bau und Unterhaltung häufig zwischen den anliegenden Kommunen, Land und Bund. Dadurch entstehen Verzögerungen und die Qualität ist oft uneinheitlich. Um bei Radschnellverbindungen durchgehend attraktive Verbindungen zu gewährleisten, müssen Umsetzung, Erhaltung und Unterhaltung in einer Hand liegen. Dies kann ein kommunaler Träger oder ein Zweckverband sein. Für die jetzt benannten drei Pilotprojekte mit hoher Landesbedeutung übernimmt erstmals das Land diese Rolle. 

Indem das Land für ausgewählte Radschnellverbindungen die Verantwortung für die ganze Strecke übernimmt, kann mit gleichen Standards gebaut werden. Auch Unterhaltung, Erhaltung und der Winterdienst werden auf einheitlichem Niveau gesichert. Für die Kommunen bedeutet dies aufgrund der Kosten in Höhe von 0,5 bis 1 Millionen Euro je km Radschnellverbindung eine deutliche finanzielle Entlastung. Anhand der Leuchtturmprojekte sollen Erfahrungen und Erkenntnisse für die künftige Projektabwicklung gewonnen werden.

In vielen Kommunen und Regionen werden derzeit mit Förderung des Landes Machbarkeitsuntersuchungen für weitere Radschnellverbindungen vorangetrieben. Diese Strecken werden in der Regel nicht als Landesstrecken umgesetzt werden. Hier wird das Land kommunale und regionale Träger aber bei der Umsetzung unterstützen.

Bis 2025 sollen gemäß RadSTRATEGIE in Baden-Württemberg insgesamt zehn Radschnellverbindungen realisiert werden. Auch im Koalitionsvertrag ist das Thema verankert. Derzeit werden im Rahmen einer laufenden Potentialanalyse landesweit die Potentiale für Radschnellverbindungen ermittelt. Ziel ist es, die Infrastruktur für RadfahrerInnen zu verbessern und PendlerInnen das Umsteigen auf das Fahrrad oder Pedelec schmackhaft zu machen. 

Hintergrund:

Radschnellverbindungen bieten eine attraktive Möglichkeit, auch längere Strecken zügig und sicher mit dem Fahrrad zurückzulegen. Sie werden im Zuge wichtiger Alltagspendlerachsen eingesetzt, um Verkehrsverlagerungen zugunsten des Radverkehrs zu erreichen und so die Hauptverkehrsachsen auf Straße und Schiene zu entlasten. Charakteristisch für Radschnellverbindungen ist eine möglichst bevorrechtigte oder kreuzungsfreie Führung, damit verringerte Wartezeiten und erhöhte Reisegeschwindigkeiten sowie eine auf große Radverkehrsmengen ausgelegten Breite. Bislang wurden Radschnellverbindungen v.a. in den Niederlanden, Dänemark und in London umgesetzt. Um das Thema anzuschieben, wurde vom Verkehrsministerium in einem ersten Schritt eine Förderung für Machbarkeitsstudien von Radschnellverbindungen in Höhe von 80 Prozent für das Jahr 2017 aufgelegt, die von Kommunen, Kreisen und Regionalverbänden gut angenommen wird. 

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