STRASSE

Winter kann kommen: Minister Hermann nimmt Streuguthalle in Karlsruhe in Betrieb

Lesezeit: 3 Minuten
  • Teilen
  •  

Hermann: Umweltverträgliche Technologie für weniger Salz auf den Straßen

Landesverkehrsminister Winfried Hermann, MdL, hat heute (22. November 2018) die neue Streuguthalle der Autobahnmeisterei Karlsruhe-Durlach mit einem ersten Sattelzug Salz befüllt. Etwa 80 Sattelzüge, beladen mit je 20 Tonnen Salz werden folgen, dann ist die Halle für den kommenden Winter vollständig befüllt. „Die Voraussetzungen für einen modernen, effizienten und umweltverträglichen Winterdienst sind nun mit der neuen Halle gegeben, nachdem die alte Betonhalle undicht war und zu wenig Lagerkapazität hatte“, erläuterte Hermann. Das Salzlager an der Autobahnmeisterei Karlsruhe-Durlach hat ein Fassungsvermögen von 1.650 Tonnen und ist damit eine der großen Streuguthallen in Baden-Württemberg. Die Baukosten betrugen rund 1,4 Millionen Euro.

„Es freut mich sehr, dass die neue Streuguthalle der Autobahnmeisterei Karlsruhe-Durlach pünktlich zum ersten Frost zeigen kann, was in ihr steckt. Der Bundesbau Baden-Württemberg hat gute Arbeit geleistet und die neue Halle rechtzeitig fertig gestellt. Der Hallenbau in Holzbauweise mit energieeffizienter Beleuchtung ist ein Beleg unserer Strategie, nachhaltig zu bauen“, so Finanzstaatssekretärin Gisela Splett.

Jürgen Skarke, Abteilungspräsident für den Bereich Straßenwesen und Verkehr im Regierungspräsidium Karlsruhe betonte, dass mit der neuen Streuguthalle die Autobahnmeisterei in Karlsruhe bestens für die dunkle Jahreszeit gerüstet sei und das enorme Engagement der Mitarbeiter schlagkräftig für schnee- und eisfreie Autobahnen rund um Karlsruhe sorge. „Mit der neuen Salzhalle der Autobahnmeisterei Karlsruhe sind wir sehr gut auf kalte Winter vorbereitet“, so Skarke.

Zusätzlich werden für den präventiven Winterdiensteinsatz in der Autobahnmeisterei auch 100.000 Liter Sole vorgehalten, die vor Ort durch das Auflösen von Steinsalz hergestellt werden. Die Sole wird vorbeugend bereits vor einem zu erwartenden Wintereinbruch auf die Straße aufgesprüht. 10.000 Liter fasst ein spezieller Tankanhänger, mit dem die Autobahnmeisterei die Sole dann ausbringt. „Dieses Verfahren ist umweltverträglicher, da mit dieser Technologie deutlich weniger Salz für eine schnee- und eisfreie Straße verwendet werden muss,“ so Hermann weiter. „Beim Streuen nutzen wir modernste Streutechnik und es gilt die Devise: So viel Salz wie nötig und so wenig wie möglich,“ betonte Hermann und veranschaulichte damit den Zusammenhang zwischen Verkehrssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz.

Autofahrer sind für Verkehrssicherheit mitverantwortlich

Auch die Streuguthallen und Silos der übrigen Straßen- und Autobahnmeistereien in Baden-Württemberg sind gefüllt. Für fließenden Verkehr müssen sich jedoch nicht nur die Betriebsdienste auf den Winter einstellen, sondern auch die Autofahrer. Die Fahrzeuge müssen wintertauglich ausgerüstet sein und das Fahrverhalten der jeweiligen Situation angepasst werden. „Besonders riskant ist beispielsweise das Überholen von Räum- und Streufahrzeugen“, erläuterte Hermann.

Ohnehin besteht eine Winterreifenpflicht bei entsprechenden Wetterlagen. Schon bei niedrigen Temperaturen sollten Winterreifen verwendet werden, denn diese können aufgrund ihrer Eigenschaften die Bremswege verringern. In Hochlagen solle zudem an das Mitführen von Schneeketten gedacht werden. Kuppen, Kurven und Gefällstrecken verlangen im Winter eine höhere Aufmerksamkeit.

Weitere Informationen

Die Meisterei Karlsruhe im Stadtteil Durlach wurde in den Jahren 1938-40 als Einrichtung zum Erhalt und Bau der Autobahnen in Baden durch Herrn Paul Schmitthenner erbaut und ist eine der ältesten Autobahnmeistereien in Baden-Württemberg.
Insgesamt werden dort 35 Mitarbeiter beschäftigt, darunter zwei Straßenmeister, zwei Bürokräfte und zwei Mechaniker. Die Autobahnmeisterei ist für ein rund 65 Kilometer langes Streckennetz, ein Autobahndreieck, zehn Anschlussstellen, eine Tank- und Rastanlage, sechs Rastanlagen mit WC-Einrichtungen und drei Rastanlagen ohne WC zuständig.
Der Fuhrpark der Autobahnmeisterei Karlsruhe hat einen Neuwert von rund 5,5 Millionen Euro, wovon circa eine Million Euro nur auf die Winterdienstgeräte (ohne Fahrzeuge) entfällt.

Bei winterlichen Verhältnissen steht auf dem über 1.050 Kilometer langen Autobahnnetz ein von den Autobahnmeistereien gestellter Winterservice 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Im 26.000 Kilometer langen Netz der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen wird der Winterdienst von den Landratsämtern durchgeführt. Innerorts liegt die Verantwortung für den Winterdienst auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen in der Regel bei den Städten und Gemeinden, die von den Straßenmeistereien der Landratsämter nach besten Kräften unterstützt werden. Im Regelfall wird hier ein Winter-dienst in den Zeiten von 6 bis 22 Uhr aufrecht gehalten.

Der Landesbetrieb Bundesbau Baden-Württemberg nimmt als Teil der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung die zivilen und militärischen Bauaufgaben des Bundes in Baden-Württemberg wahr, sowie Bauaufgaben für Dritte im Interesse des Bundes, etwa für die ausländischen Streitkräfte. Er gliedert sich in die Betriebsleitung – eine Abteilung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe – und sechs Staatliche Hochbauämter. Den Neubau der Streuguthalle für die Autobahnmeisterei Karlsruhe-Durlach hat das Staatliche Hochbauamt Karlsruhe im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe umgesetzt.

 

 

Weitere Meldungen

An der Verkehrsfreigabe nahmen Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting, Essingens Bürgermeister Wolfgang Hofer, Landtagsabgeordneter Winfried Mack, Landesverkehrsminister Winfried Hermann, Regierungspräsidentin Susanne Bay, Gerhard Rühmkorf vom Bundesministerium für Verkehr, Landrat Joachim Bläse und Landtagsabgeordneter Tim Bückner teil.
Verkehrsfreigabe

B 29: Vierspuriger Ausbau zwischen Essingen und Aalen abgeschlossen

Ein Passagierzug steht auf einem Gleis.
Bodenseegürtelbahn

Schub für Schienenprojekte an Bodensee und in Ostwürttemberg

An einem Bahnhof stehen versetzt nebeneinander drei verschiedene Züge.
Qualitätsranking

Pünktlicher Schienenverkehr hat Priorität

Bahngleis mit Zug im Hintergrund.
Schiene

Zuschlag an DB Regio für Neckartal erteilt

Bodensee-Promenade der Stadt Friedrichshafen
Bodensee-Schifffahrt

Veranstaltungsreihe zu klimaneutralem Bodensee startet

Eine Person fährt mit einem Fahrrad über einen Weg mit einem großen Fahrradsymbol.
Radweg

Mühlacker: Neue Radwege zu Gewerbegebieten freigegeben

Modellseilbahn Heilbronn, gefördert vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg
Seilbahn

Startschuss für urbane Seilbahn in Heilbronn

Die Preisträger und Preisträgerin mit Staatssekretärin Elke Zimmer und Ministerialdirektor Berthold Frieß
ÖPNV-Zukunftskongress

Ministerium für Verkehr und bwegt küren 'BWeger und BWegerin'

Symbole für den öffentlichen Nahverkehr in Leipzig
ÖPNV-Report

ÖPNV-Angebot im Land wächst um 15 Prozent

Ein Motorradfahrer fährt auf einer Landstraße (Bild: © Verkehrsministerium Baden-Württemberg)
Lärm

Initiative Motorradlärm bilanziert Erfolge

Ein Auto mit Kameras und Sensoren auf dem Dach fährt an Parkplätzen vorbei.
Digitale Parkraumkontrolle

Bundesweite Premiere: Digitale Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug

Radfahrer mit Helm stehen auf dem neuen Radweg in Bad Wimpfen. Auf dem Boden steht in blau und pink: "In Bad Wimpfen fahren wir Rad"
Radschnellweg

Radschnellweg RS 3: Erstes Teilstück offiziell eröffnet

Bauarbeiten an einer Brücke (Bild: Fotolia.com/c-vom)
Kommunaler Straßenbau

Land unterstützt Kommunen mit 120 Millionen Euro

Mehrere Spaten stecken in einem Erdhügel.
Bad Urach

Bad Urach: Umbau der B 28 beginnt

Zwei Radfahrer:innen fahren einen Weg an einem Fluss entlang.
STADTRADELN

STADTRADELN 2025: Baden-Württemberg radelt wieder los