SCHIENE

Bahnhalt Aalen-West wird durchweg barrierefrei gebaut

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Land und kommunale Partner gemeinsam für Bahnsteige mit einer Höhe von 55 Zentimetern und einer Länge von 270 Metern

Der geplante Bahnhalt Aalen-West im Ostalbkreis wird durchgängig barrierefrei und mit langen Bahnsteigen gebaut. Bei einem Treffen im Verkehrsministerium am 8. Mai 2018 in Stuttgart verständigten sich die Vertreterinnen und Vertreter des Landes und der kommunalen Seite darauf, die Bahnsteige mit 55 Zentimeter Höhe und 270 Meter Länge zu bauen. Die Bahnsteighöhe passe zu den bestellten Regionalverkehrszügen sowie zu den übrigen Bahnstationen an der Remstalstrecke. Das Land erwartet durch den angestrebten Fahrgastzuwachs der kommenden Jahrzehnte längere Züge. An dem Treffen unter Leitung des Amtschefs des Ministeriums, Prof. Uwe Lahl, nahmen der Landrat des Ostalbkreises, Klaus Pavel, der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler, der Leiter des Regionalbereichs Südwest von DB Station und Service, Michael Groh sowie die Bundestagsabgeordnete Margit Stumpp und der Landtagsabgeordnete Martin Grath teil. Übereinstimmend wurde die DB gebeten, die Planung auf der Basis einer Bahnsteighöhe von 55 Zentimetern fortzusetzen.

Ministerialdirektor Lahl sagte: „Sollte langfristig – wie von der DB geplant – eine Umstellung auf die im Fernverkehr übliche Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern anstehen, können die Bahnsteige entsprechend erhöht werden. Deshalb sollte bei der Errichtung des Bahnhalts eine mögliche anschließende Erhöhung auf 76 Zentimeter baulich gleich mit vorgesehen werden, damit diese bei einer Belagssanierung nach frühestens 20 Jahren kostengünstig erfolgen kann. Wir streben für das Jahr 2020 die Baureife des Projekts und für 2021 den Baubeginn an, wenn es gelingt, das Vorhaben in einem Plangenehmigungsverfahren zu realisieren. Sollte ein Planfeststellungsverfahren notwendig werden, würde es allerdings länger dauern.“

Der Aalener Oberbürgermeister Rentschler betonte: „Ich bin sehr dankbar für den runden Tisch mit dem Land. Er hat gezeigt, dass man vernünftige Lösungen erarbeiten kann, wenn alle Beteiligten einbezogen werden. Deshalb sage ich auch im Namen des Gemeinderats ein herzliches Dankeschön.“

Landrat Pavel äußerte sich erfreut, dass infolge des Treffens Klarheit für die weitere Planung bestehe. Er sagte: „Aus Sicht des Kreises ist das eine sehr gute Ergänzung der Schieneninfrastruktur und damit des Öffentlichen Personennahverkehrs. Es bringt für den Halbstundentakt auf der Remsbahn von 2019 an einen erheblichen Mehrwert.“

Die Bundestagsabgeordnete Stumpp unterstrich: „Es war eine bemerkenswert konstruktive und zielorientierte Gesprächsatmosphäre.“

Der Landtagsabgeordnete Grath erklärte: „Die Zusammenkunft war ein sehr zielorientiertes Treffen mit einem guten Ergebnis.“

Ergänzende Information:
Das Land setzt sich in den seit geraumer Zeit laufenden Verhandlungen mit dem Bund und der Deutschen Bahn über die Bahnsteighöhen für eine Migrationsstrategie ein. Neue Stationen wie die Station Aalen-West sollen dabei zunächst auf eine Höhe von 55 Zentimeter ausgebaut werden, passend zu den dort verkehrenden Zügen.

Zur Erinnerung:
Während Bund und DB Station&Service AG die Strategie verfolgen, möglichst alle Bahnsteige auf eine Höhe von 76 Zentimeter zu bringen, betrachten die Länder dies im Hinblick auf die in fast allen Ländern vorhandenen Linien mit neu errichteten Bahnsteighöhen von 55 Zentimetern differenzierter. Einigkeit besteht in der Absicht, möglichst umfassend Barrierefreiheit an den Bahnsteigen herzustellen. Die Länder – und dies gilt auch für Baden-Württemberg – sehen den Weg zur Barrierefreiheit jedoch nicht im Aufhöhen aller Bahnsteige auf 76 Zentimeter, sondern darin, verschiedene Höhen zuzulassen und beim Zusammentreffen von Linien unterschiedlicher Höhe in einem Knotenbahnhof, dort die entsprechende Infrastruktur für beide Bahnsteighöhen zu schaffen. Die Länder sind unisono der Überzeugung, damit schneller und kostengünstiger zum Ziel der umfassenden Barrierefreiheit zu kommen und jahrzehntelange Zwischenzustände zu vermeiden.

Stuttgarter Netze
Für die Stuttgarter Netze strebt auch das Land langfristig eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern an. Dies ist jedoch nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen. In den Stuttgarter Netzen sind sehr unterschiedliche Einstiegshöhen zwischen 96 Zentimetern (Murrbahn, S-Bahnsteige) und unter 38 Zentimetern auf etlichen Stationen vorhanden. Hinzu kommt, dass in der Vergangenheit seit Mitte der 90er Jahre auch durch die Landesregierung in den Stuttgarter Netzen mit der Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern im Kernraum (Stuttgart) im Zuge von Stationsausbauten und des Bahnhofsmodernisierungsprogramms eine Bahnsteighöhe von 55 Zentimetern verfolgt wurde. So wurden z.B. die Bahnhöfe Aalen, Pforzheim oder Heilbronn auf 55 Zentimeter ausgebaut.

Es wird daher angesichts der begrenzten Investitionsmittel noch lange dauern, bis alle Bahnsteige mit einer Bahnsteighöhe von 38 Zentimetern und niedriger modernisiert sind. Für diesen sicherlich noch 20 Jahre andauernden Zustand kommen nur Fahrzeuge mit 55/60 Zentimetern Einstiegshöhe für den Einsatz in Frage. Insoweit hat das Land im Sinne der Barrierefreiheit die richtigen Züge bestellt.

In der Zwischenzeit verfolgt das Land eine Migrationsstrategie, wie sie in vielen Ländern mit ähnlichen Verhältnissen erforderlich ist. Dabei sollen zu sanierende Bahnhöfe auf eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern ausgerichtet, zunächst aber nur auf 55 Zentimeter erhöht werden und in einem späteren, zweiten Schritt kostengünstig - weil vorbereitet - auf 76 Zentimeter.

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