Viele Wege im Alltag beginnen oder enden zu Fuß. Damit Menschen jeden Alters sicher, komfortabel und möglichst barrierefrei unterwegs sein können, braucht es gute und durchgängige Fußwege. Deshalb gehen die Fußverkehrs-Checks des Landes 2026 in die nächste Runde: 12 Kommunen und der Rhein-Neckar-Kreis (mit drei Kommunen) nehmen an dem Programm teil. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wird genau hingeschaut, wo es Verbesserungsbedarf gibt.
Staatssekretär Raimund Haser MdL sagte bei der Auftaktveranstaltung in Stuttgart: „Alle Menschen sollten sicher und selbstverständlich zu Fuß unterwegs sein können – Kinder auf dem Schulweg genauso wie ältere Menschen, Schwangere, Eltern mit Kinderwagen oder Menschen mit Behinderungen. Ein zu schmaler Gehweg, eine fehlende Querung oder ein Hindernis auf dem Weg können für manche schnell zur echten Herausforderung werden. Gute Fußwege schaffen deshalb nicht nur mehr Sicherheit, sondern ermöglichen Teilhabe und ein selbstständiges Leben.“
Schulwege, Ortsmitten und Hauptfußwege im Fokus
Eine Fachjury mit Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), des Ministeriums für Kultus Baden-Württemberg, des Landkreistags, des Städtetags, des Gemeindetags sowie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) hat die eingegangenen Bewerbungen bewertet. Für die Auswahl waren drei thematische Schwerpunkte maßgeblich: Schulwege, Hauptfußwege und Ortsmitten.
Erstmals gibt es 2026 einen Fußverkehrs-Check auf Landkreisebene. Ausgewählt wurde der Rhein-Neckar-Kreis gemeinsam mit den drei kreisangehörigen Kommunen Stadt Eppelheim, Stadt Schriesheim und Gemeinde Reichartshausen. Die Begehungen finden in den einzelnen Kommunen statt und werden durch gemeinsame Auftakt- und Abschlussveranstaltungen auf Landkreisebene ergänzt. Der Landkreis übernimmt dabei eine koordinierende und verbindende Rolle. Im Mittelpunkt stehen sichere Schulwege.
Darüber hinaus wurden folgende Kommunen ausgewählt:
- Schulwege: Stadt Ludwigsburg und Gemeinde Sonnenbühl
- Ortsmitten: Gemeinde Bollschweil, Stadt Mannheim, Gemeinde Reilingen und Stadt Weingarten
- Hauptfußwege: Gemeinde Baiersbronn, Stadt Bruchsal, Stadt Neckarsulm, Gemeinde Neuhausen auf den Fildern, Stadt Öhringen und Gemeinde Steinach
Vor Ort unterwegs
Die Fußverkehrs-Checks leben von der Beteiligung vor Ort. Bei Workshops und gemeinsamen Begehungen betrachten Bürgerinnen und Bürger, Politik und Verwaltung die Fußwege aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei werden Stärken und Schwächen sichtbar, Hinweise aus der Bürgerschaft aufgenommen und konkrete Maßnahmen diskutiert.
Auf einen Auftaktworkshop folgen eine gemeinsame Begehung und ein Abschlussworkshop. Ein beauftragtes Fachbüro begleitet den Prozess und erstellt anschließend einen Abschlussbericht. Dieser enthält eine Bestandsaufnahme, eine Stärken-Schwächen-Analyse, einen Maßnahmenplan und Empfehlungen, wie die Fußverkehrsförderung vor Ort weiterentwickelt werden kann. Die Ergebnisse und Empfehlungen werden außerdem im Gemeinderat beziehungsweise Stadtrat vorgestellt.
Seit 2015 mehr als 120 Fußverkehrs-Checks
Seit 2015 hat das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg bereits mehr als 120 kommunale Fußverkehrs-Checks ermöglicht. Das Land finanziert die Checks, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) koordiniert sie. Die Durchführung vor Ort übernehmen spezialisierte Fachbüros.















