Lärm

Fachtagung gegen Motorradlärm

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Motorrad und Auto auf Landstraße (Bild: Fotolia/ Jürgen Fälchle)

Verkehrsministerium und Arbeitsring Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik diskutieren mit Experten Lösungsansätze

Die Motorradsaison 2019 geht zu Ende und viele Menschen in Baden-Württemberg atmen auf. Mit Spitzenwerten über 100 dB(A) werden Anwohnerinnen und Anwohner an beliebten Motorradstrecken alljährlich geplagt – der Lärm erreicht ein Vielfaches von städtischen Hauptverkehrsstraßen. Derzeit gelten in Deutschland für den Verkehrslärm Richtwerte von 70 dB(A) am Tag und 60 dB(A) in der Nacht. Eine Pegeländerung um 10 Dezibel (dB) entspricht etwa einer Verdopplung beziehungsweise Halbierung der subjektiv empfundenen Lautstärke.

Grund genug für das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Arbeitsring Lärm (ALD) der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA) im Rahmen einer Fachtagung am 21. Oktober technische, rechtliche, planerische und kommunikative Lösungsansätze gegen den Motorradlärm zu diskutieren. Circa 130 Akteure aus Politik, Verwaltung, Polizei, Verbänden und Initiativen sind der Einladung nach Stuttgart gefolgt.

Für den Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung, Thomas Marwein MdL, ist die Fachtagung ein weiterer Baustein im Bemühen des Landes, gegen den zunehmenden und unnötigen Motorradlärm vorzugehen. Bei seiner Eröffnungsrede stellte der Beauftragte konkrete Forderungen an die politisch Verantwortlichen, an Hersteller und Händler von Motorrädern sowie an Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer:

„Motorräder müssen leiser werden und die Fahrzeuge müssen leiser gefahren werden!“ Motorradlärm könne gemindert werden, wenn die bestehenden Regelungen für Genehmigung und Zulassung der Maschinen angepasst würden. „Hier ist die Bundespolitik gefragt, aktiv zu werden. Wir brauchen eine ambitionierte Neufassung dieser Regelungen“, verdeutlichte Marwein, der die Fachtagung mitinitiiert hat. Aber auch ein Umdenken der Hersteller und Händler von Motorrädern sei dringend angezeigt – hin zu einer nachhaltigen und lärmarmen Mobilität, sagte der Lärmschutzbeauftragte, denn nur so könnten die hohen Lärmbelastungen in Baden-Württemberg verringert werden. Weniger laute Maschinen gäbe es schon heute und leise Elektromotorräder kämen auf den Markt.

Der Vorsitzende des Arbeitsrings Lärm der Deutschen Gesellschaft für Akustik, Michael Jäcker-Cüppers, hob die Bedeutung einer Zusammenkunft von Expertinnen und Experten hervor: „Die starke Nachfrage an der Fachtagung zeigt, dass uns der Motorradlärm vor große Herausforderungen stellt und dringend etwas geändert werden muss. Die Landesregierung von Baden-Württemberg nimmt durch verschiedene Anstrengungen eine Vorreiterrolle ein – das merken wir auch in Berlin.“

Motorräder haben zwar ein geringes Aufkommen am Gesamtverkehr, jedoch werden fossil-betriebene Motorräder durch die oft hohen Lautstärken und dem speziellen Klangcharakter als besonders störend wahrgenommen. Messungen an Strecken in Baden-Württemberg zeigen, dass etwa zehn Prozent der Motorräder bei Lärmpegeln zwischen 91 und 100 dB(A) liegen, bei PKW waren es gerade einmal ein Prozent.

Elektromotorräder liefern Fahrspaß ohne Lärm

Anders sieht das bei Elektromotorrädern aus, bei denen die Lärmwerte deutlich niedriger liegen. Der Elektro-Antrieb wird in Zukunft nicht nur bei PKW eine große Rolle spielen, sondern auch bei Motorrädern, da Motorräder dank guter Beschleunigung den Fahrspaß liefern, den Motorradfahrer wollen – ohne infernalischen Lärm. Die Experten der Fachtagung waren sich einig: Eine flächendeckende Lärmlösung lässt sich nur durch Anpassungen der Genehmigungs- und Zulassungsregelungen für Motorräder und den Umstieg auf nachhaltige und somit lärmarme Mobilität erreichen.

Weitere Meldungen

Auf den Boden eines Parkplatzes ist als Symbol ein Auto mit einem Stromladestecker aufgemalt.
E-Carsharing

Neue Förderung: E-Carsharing für 66 Standorte

Versuchsprojekt Digitale Parkkontrolle
Scancars

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg
Bodensee

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

von links nach rechts: Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr Stefan Schnorr,  Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Evelyn Palla, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz Christian Bernreiter (CSU) sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.
Sicherheit

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Sicherheit

Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen

Fußgänger (Bild: ARTENS/ Fotolia.com)
Fußverkehr

Neue Strategie: Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Parken und Mitfahren (Quelle: Straßenverkehrs-Ordnung, DIN-Normen und Verkehrsblatt)
Mitfahren BW

Verkehrsministerium startet Plattform Mitfahren-BW

Schiene

Land stärkt kommunale Nebenbahnen – Verträge gelten rückwirkend für 2025

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
MOVERS

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Ein Zug steht an einem Gleis des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Digitaler Knoten

Förderung: 340 Millionen Euro für digitalen Knoten Stuttgart

Seitenansicht eines Doppelstockzuges
Schiene

Zusätzliche 26 Coradia-Max-Züge für Baden-Württemberg

Ein Passagierzug des Typs Lint 54 fährt auf einer Schiene.
Qualität

Schiene: Verbesserungen für die Fahrgäste dringend notwendig

bwshuttle
bwshuttle

Land fördert fünf neue bwshuttle-Angebote

Icon eines Fahrrads. Darüber der Text "Mein Bike, mein Weg, mein Vorteil mit JobBike BW.
Rad

Landesbedienstete fest im Sattel: 5 Jahre JobBike BW

Ein Bus unterwegs auf einer Landstraße.
Regiobus

In 2026: bwregiobus-Netz wächst auf 52 Linien an