Verkehrspolitik im Dialog

Minister Hermann diskutierte mit Lkw-Fahrern

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Minister Winfried Hermann hat Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer zum Gespräch eingeladen. Gemeinsam mit Fachleuten aus dem Haus diskutierte er mit den Betroffenen deren Anliegen an die Verkehrspolitik. Der Dialog zeigte, dass sich die Fahrer insbesondere eine bessere Infrastruktur wünschen und zahlreiche praktische Ideen haben. Etwa zur Vermeidung von Staus, zur Abwicklung von Baustellen oder zur Verkehrssicherheit.

Minister Hermann kündigte unter anderem den Bau von weiteren Stellplätzen entlang der Autobahnen, die Freigabe von Standstreifen für den Verkehr auf bestimmten Streckenabschnitten sowie innovative Projekte zur besseren Verkehrssteuerung an. Weitere Vorschläge etwa zur Verbesserung der Berufskraftfahrerqualifikation, des Images der Berufsgruppe und zur vorgeschriebenen Sicherheitstechnik der Fahrzeuge werden die Experten des Ministeriums intensiv prüfen und die Ergebnisse in ihre Arbeit einfließen lassen.

Wo die Trucker der Schuh drückt, dokumentieren drei Statements von Teilnehmern des Zielgruppendialogs:

Jochen Dieckmann und Klaus Ullemeyer: „Wenn sich alle vertragen, kommen alle schneller ans Ziel. Umso wichtiger ist es, dass gerade die Politik eine Lanze für die Fahrer bricht. Wenn den Verkehrsteilnehmern bewusst ist, wie wichtig unsere Arbeit für die Wirtschaft ist und der Beruf ein besseres Ansehen bekommt, lassen sich viele Konflikte leichter befrieden. Deshalb engagieren wir uns beim Verein „Die Transportbotschafter“. Wir wollen den Autofahrern Wissen vermitteln und für mehr Gelassenheit werben. Nur als Beispiel: Der gefühlte Zeitverlust durch viele Lkws auf der Autobahn ist zum Beispiel meist viel größer als der reale. Umgekehrt appellieren wir an die Lkw-Fahrer, im Verkehr mit gutem Beispiel voranzugehen. Sie sind Profis und sollen sich auch so verhalten.“

Andreas Schweizer: „Ich wünsche mir vor allem ein optimiertes Baustellenmanagement. In Deutschland werden die Fahrstreifen extrem verengt. Wenn sich dann die Pkws am Lkw vorbeiquetschen, ist die Unfallgefahr hoch, da braucht es unter Umständen nur eine Bodenwelle und es kracht. Das versetzte Fahren, nach dem man in der Baustelle nicht überholen darf, ist zwar eine gute Idee, funktioniert in der Praxis aber nicht. Die Pkw-Fahrer ignorieren das Verkehrsschild und kennen wohl auch seine Bedeutung nicht. Zur Not soll man lieber eine Spur wegnehmen und die übrigen dafür breiter belassen. An besonders belasteten Autobahnabschnitten könnte man zudem die Standstreifen frei geben, um den Verkehr flüssiger und damit auch sicherer für alle zu machen.“

Helmut Bartl: „In meinen Augen widerspricht sich die Politik: Einerseits legt sie fest, wie lange wir fahren dürfen, wann wir Pause machen müssen und zwingt uns, das lückenlos nachzuweisen. Andererseits versäumt sie es, eine Infrastruktur zu schaffen, damit wir die Lenkzeiten auch einhalten können. Es gibt einfach zu wenig Parkplätze. Im Grunde muss ich schon weit vor Ende der Lenkzeit auf die Suche gehen und mich zur Not ins Industriegebiet stellen. Denn wenn ich sie überschreite und erwischt werde, zahle ich die Strafe aus eigener Tasche und nicht das Unternehmen. Die Parkplätze, die es gibt, sind außerdem oft nicht beleuchtet und sicher. In Frankreich machen sie das besser. Da sind die Plätze zum Teil eingezäunt und werden videoüberwacht.“

Weitere Meldungen

Bauarbeiter legen mit ihrer Teermaschine einen neuen Straßenbelag.
B 462

B 462: Fahrbahnsanierung Forbach–Gernsbach-Hilpertsau abgeschlossen

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
MOVERS

Neues Radfahrabzeichen BW stärkt Fahrradkompetenz von Kindern

Überwachsene Bahnschienen führen in die Ferne.
Schiene

Reaktivierung von Schienenstrecken: Land schreitet fokussiert voran

Junge Menschen steigen aus einem Zug am Bahnsteig aus.
Mobilität

Städte und Gemeinden machen ihre Verkehrsangebote mit Mobilstationen sichtbarer

Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen halten ihre Urkunde hoch, mit Staatssekretär Rainmund Haser.
Fußverkehr

Fußverkehrs-Checks 2026: 15 Kommunen setzen sich für bessere Fußwege ein

Rückseite eines Fahrkartenautomates.
Schiene

Fahrkartenkauf aus einer Hand auch im Südwesten des Landes

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
Niedrigwasser

Baden-Württemberg verlängert Erleichterungen für Lkw-Transporte

Ein Straßenwärter mit orangenen Klamotten läuft auf einer Brücke.
Brücken

Taskforce treibt Ersatzneubau der Kochertalbrücke bei Unterkochen voran

Eine Frau schließt ihr Fahrrad ab an einem Radstellplatz.
Mobilität

Für mehr und bessere Rad-Stellplätze entlang der Filstalbahn

Staatssekretär eröffnet die Straße durch das Schneiden eines Bandes.
Straße

L 600a bei Heidelberg: Leistungsfähige Verbindung wieder frei

Ein Mann fährt auf einem Fahrrad.
JobBike

40.000 JobBikes für Landesbeschäftigte

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers