Anschlusssicherung wird gestärkt
Mit dem Fahrplanwechsel treten die Regeln für eine flächendeckend zuverlässigere Anschlusssicherung in Baden-Württemberg in Kraft. Dazu haben das Land, DB InfraGO und den Eisenbahnverkehrsunternehmen die „Wartezeitregel“ für Umsteigeknoten grundlegend überarbeitet. Ziel ist es, Fahrgäste auch bei Verspätungen möglichst verlässliche Umsteigemöglichkeiten anzubieten.
Verkehrsministerin Nicole Razavi MdL sagte im Vorfeld des Kleinen Fahrplanwechsels: „Damit alle Menschen gerne in Bus und Bahn steigen, müssen diese zuverlässig und pünktlich sein. Für das Land steht die Qualitätssteigerung ganz oben auf der Prioritätenliste. Unser neues automatisiertes Anschlusssicherungssystem trägt maßgeblich zur Verlässlichkeit der Reiseketten bei - über alle Eisenbahnverkehrsunternehmen hinweg.
Die neuen Regelungen legen klar fest, wie lange Züge bei Verspätungen auf Anschlüsse warten sollen. Insbesondere für die Abendstunden wurden die Wartezeiten verlängert, sodass die Reiseketten der letzten Verbindung des Tages künftig verlässlicher gesichert werden können.
Bereits Ende des vergangenen Jahres startete die Testphase des neuen landesweiten Softwaretools zur Automatisierung von Anschlussentscheidungen. Auf Basis von Echtzeitdaten überwacht es alle Züge und gibt Warteempfehlungen an die Eisenbahnverkehrsunternehmen weiter.
Um die Qualität der Anschlussempfehlungen so hoch wie möglich zu gestalten, wurden auch die Umsteigezeiten der Fahrgäste an allen relevanten Knoten auf Basis der aktuellen Infrastruktur neu berechnet. Damit kann die Ermittlung der Anschlüsse in Zukunft auch gleisgenau und insgesamt deutlich praxisnäher erfolgen. Gerade Anschlüsse, in denen es nur um wenige Minuten geht, können dadurch zuverlässiger gesichert werden.
Halbstundentakt für die Hermann-Hesse-Bahn
Die neue Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Weil der Stadt geht mit dem Fahrplanwechsel in den Vollbetrieb: Montags bis freitags erweitert das Land den bisherigen Stundentakt tagsüber zwischen 5 und 19 Uhr auf den Halbstundentakt. Zusätzlich werden zu Zeiten, in denen die Stuttgarter S-Bahn-Linie S62 planmäßig nicht verkehrt, alle Züge bis Renningen verlängert. Dort besteht für die Pendlerinnen und Pendler ein S-Bahn-Anschluss an die Arbeitsplatzschwerpunkte in Böblingen und Sindelfingen.
Verkehrsministerin Razavi machte deutlich: „Seit Februar verbinden die hochmodernen batterieelektrischen Züge der Hermann-Hesse-Bahn den Landkreis Calw mit der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Fahrplan können die Pendlerinnen und Pendler nun montags bis freitags von morgens bis abends alle halbe Stunde schnell und klimafreundlich zum Arbeitsplatz, zum Studium oder zum Sport fahren. Auch die Stuttgarterinnen und Stuttgarter kommen nun wieder komfortabel in den Nordschwarzwald. Das ist gut für den Wirtschafts- und Tourismusstandort. Allzeit gute Fahrt auf der reaktivierten Hermann-Hesse-Bahn!“
Was ist neu?
Die Fahrgäste der Linie S33 zwischen Germersheim/Philippsburg und Bruchsal können sich bei drei Verbindungen am Nachmittag und am Abend über verkürzte Reisezeiten von fünf bis neun Minuten freuen. Bei Verbindungen aus Schwetzingen/Hockenheim in Richtung Bruchsal bringt der Fahrplanwechsel kürzere Umsteige- und Wartezeiten.
Auf Wunsch des Landkreises Karlsruhe ändern sich die Start- und Zielbahnhöfe einiger Stadtbahnen der Linien S31 und S32.
Verbindungen mit Start und Ziel in Odenheim anstatt Menzingen:
- Abfahrt: 14:40 Uhr ab Ubstadt Ort, Ankunft Odenheim 14:55 Uhr.
- Abfahrt: 16:40 Uhr ab Ubstadt Ort, Ankunft Odenheim 16:55 Uhr.
- Abfahrt 18:40 Uhr ab Ubstadt Ort, Ankunft Odenheim 18:55 Uhr.
- Abfahrt 14:03 Uhr ab Odenheim, Ankunft Ubstadt Ort 14:18 Uhr.
- Abfahrt 15:23 Uhr ab Odenheim, Ankunft Ubstadt Ort 15:20 Uhr.
- Abfahrt 17:03 Uhr ab Odenheim, Ankunft Ubstadt Ort 17:00 Uhr.
Doppelte Anzahl an Sitzplätzen: Zwischen Schwaigern West, Heilbronn und Öhringen-Cappel fahren an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen tagsüber zwischen 8 und 17 Uhr viele Stadtbahnen mit größerer Kapazität.
In den Sommermonaten fahren die sehr gut von den Fahrgästen besuchten Züge des sogenannten Seehas am Bodensee mit doppelter Sitzplatzkapazität. Die Erweiterung zwischen Engen, Singen und Konstanz gilt zwischen 8 und 19 Uhr.
An den Wochenenden verkehren zwei zusätzliche Züge der trinationalen S-Bahn von Basel Bad zum Bodensee, um die hohe Nachfrage in der Urlaubs- und Ausflugsregion aufzufangen. Sie entlasten ab Basel Bad via Freiburg und Offenburg am Samstagmorgen mit rund 360 Sitzplätzen die Schwarzwaldbahn. Rückfahrt ist Sonntagabend.
An Sommersonntagen bringt auch die DB Regio einen Entlastungszug auf die Schwarzwaldbahn. Zum Einsatz gelangt ein Zug mit vier Doppelstockwagen und rund 450 Sitzplätzen.
Die Züge RB88/RE87 der Tauberbahn halten mit dem Fahrplanwechsel wieder in Markelsheim, Elpersheim und Igersheim. Igersheim und Königshofen können aus beiden Richtungen nur noch alle zwei Stunden bedient werden. Hintergrund ist die Anwendung neuer bundesweiter Parameter bei der Trassenplanung der DB InfraGO, die zu einer verlängerten Fahrtzeit führen. Durch die Ausfälle der Halte sind die Anschlüsse für die Fahrgäste in Lauda und Crailsheim gesichert.
Kleine Änderungen am Abend kommen für den RE 1: Der Zug aus Karlsruhe um 21:32 Uhr fährt nur noch bis Stuttgart Hbf und nicht mehr weiter nach Aalen. Dafür verkehrt der Zug um 22:06 Uhr ab Karlsruhe weiter nach Aalen Hbf.
Ab kleinem Fahrplanwechsel finden in Aalen Hbf überschlagene Wenden der RB89 statt. Dadurch steht in Aalen stets ein Zug zur Abfahrt bereit, auch bei Verspätungen aus Richtung Nördlingen. Dadurch stabilisiert sich die Pünktlichkeit auf der Riesbahn.
Was ändert sich im August noch?
Von August 2026 an sollen die Fahrgäste auch auf der Zugstrecke Tübingen-Stuttgart-Tübingen von mehr Zuverlässigkeit profitieren. Dazu werden die Kurzwenden der Züge in Tübingen von 10 Minuten auf 40 Minuten verlängert. Das heißt, es steht immer ein Zug zur pünktlichen Abfahrt bereit, auch wenn es in der Gegenrichtung zu Verspätungen kommt. Ziel ist es, die Pünktlichkeit zu steigern und Zugausfälle zu vermeiden.
Über den Fahrplanwechsel:
Europaweit werden Fahrpläne zweimal jährlich angepasst – mit dem Großen Fahrplanwechsel im Dezember und dem Kleinen Fahrplanwechsel im Juni.

















