Verkehrssicherheit

Minister Hermann warnt vor Gefahren durch Ablenkung am Steuer

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Nur zwei Sekunden bei Tempo 50 aufs Handy zu blicken, bedeutet 28 Meter im Blindflug zurück zu legen. Verkehrsminister Winfried Hermann stellte deshalb am 5. November 2015 die Kampagne „Nicht ablenken lassen – Finger weg vom Handy!“ im Freiburger Schwarzwald-Stadion vor. Unterstützung bekam er von Oliver Leki, VorstandFinanzen, Organisation und Marketing, der stellvertretend für den SC Freiburg vor Ort mit dabei war. „Mehr Sicherheit beginnt im Kopf. Die Kampagne schärft das Problembewusstsein und zielt vor allem auf junge Fahrerinnen und Fahrer ab“, so Minister Hermann. Ablenkung durch das Smartphone ist eine große Gefahr im Verkehrsalltag und immer häufiger eine Ursache von Unfällen. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, haben das Bundesverkehrsministerium (BMVI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) eine umfassende Aufklärungskampagne entwickelt, an der sich auch das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) beteiligt. Unterstützt wird das MVI dabei vom SC Freiburg und weiteren Sportvereinen aus Baden-Württemberg.

Neben überhöhter Geschwindigkeit ist Ablenkung eine der häufigsten Unfallursachen am Steuer -  Tendenz steigend. Alleine 2014 starben 466 Menschen auf Baden-Württembergs Straßen – hinzukommen abertausende Unfälle mit Verletzten und Sachschäden. „Die Gefahren durch Ablenkung werden leider oft noch unterschätzt. Wir wollen die Menschen sensibilisieren, dass jede Form der Ablenkung im Straßenver-kehr Leben gefährdet“, so Minister Winfried Hermann. Dafür erhält Hermann auch Rückendeckung vom SC Freiburg und Oliver Leki: „Das Thema Verkehrssicherheit geht Alle etwas an. Dem SC Freiburg ist es ein großes Anliegen, dass unsere Fans sicher und unfallfrei zu den Spielen an- und abreisen. Deshalb unterstützen wir die Kampagne – insbesondere, um auch die gefährdeten jungen Fahrerinnen und Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren zu erreichen“.

Neben dem SC Freiburg beteiligen sich bisher auch der VfB Stuttgart, die TSG 1899 Hoffenheim, der Karlsruher SC, der SV Sandhausen und der FC Heidenheim sowie die Handballbundesligisten TVB Stuttgart, FRISCH AUF! Göppingen und HBW Balingen-Weilstetten an der Aktion. Die Vereine zeigen an Heimspieltagen ein 30-sekündiges Video über die Stadionleinwand, das auf die Kampagne aufmerksam macht. Ebenso werden in einigen Stadien Informations- und Aktionsmaterialien bei Heimspielen verteilt und Mithilfe eines überdimensionalen Smartphones auf die Aktion aufmerksam gemacht.

Hintergrund

Das Verkehrssicherheitskonzept der Landesregierung zielt darauf ab, die Anzahl der Toten und Verletzten auf Baden-Württembergs Straßen durch verschiedene Maßnahmen zu senken. Als ersten Schritt hin zu einer „Vision Zero“, einem Straßenverkehr ohne Getötete und Verletzte, sollen bis zum Jahr 2020 40 Prozent weniger Menschen auf Baden-Württembergs Straßen zu Tode kommen als im Ausgangsjahr 2010. Demgegenüber sterben noch immer rund 3.500 Menschen jährlich auf europäischen Straßen bei Unfällen, die durch Ablenkung im  Auto, wie dem Benutzen von Smartphones, verursacht wurden. Dabei waren insbesondere die Spur- und Abstandshaltungen sowie das Reaktionsvermögen der Fahrenden beeinträchtigt. Ablenkung beim Autofahren ist ein großes Sicherheitsrisiko – für Fahrende wie für andere Verkehrsteilnehmende. Nur zwei Sekunden bei Tempo 50 aufs Handy zu blicken, bedeutet 28 Meter im Blindflug zurück zu legen, bei Tempo 100 entsprechen zwei Sekunden Ablenkung sogar über 50 Meter Blindflug. Laut Europäischem Verkehrssicherheitsrat steigt das Unfallrisiko durch das Schreiben von Textnachrichten am Steuer um das 23-fache. Wer beim Fahren telefoniert, steigert das Risiko um den Faktor 1,3 und das Wählen während der Fahrt hebt das Risiko eines Verkehrsunfalles um das drei- bis sechsfache an.

Mit „Runter vom Gas“ machen sich das BMVI und der DVR seit 2008 für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen stark. Schwerpunkte der Aufklärungsarbeit sind das Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit, Ablenkung, gefährliches Überholen und dichtes Auffahren sowie das „Risiko Landstraße“. Dabei sprechen die Initiatoren neben AutofahrerInnen auch Motorrad- und RadfahrerInnen an – und rücken die besonders gefährdeten jungen FahrerInnen in den Fokus. 

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