Fluglärm

Staatssekretärin Splett fordert gemeinsame Flugroutenplanung

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Vor der am Dienstag geplanten Unterzeichnung des „Staatsvertrages über die Auswirkungen des Betriebs des Flughafens Zürich auf das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland“ durch Bundesrätin Doris Leuthard und Bundesminister Dr. Peter Ramsauer in Bern hat Staatssekretärin Gisela Splett den Bundesverkehrsminister am heutigen Montag in einem Telefonat gebeten, sich bei seinem Besuch in der Schweiz für eine frühzeitige gemeinsame Planung der Flugrouten einzusetzen. Die künftigen Flugrouten, auf denen spätestens von 2020 an der Flughafen Zürich über Süddeutschland angeflogen und von diesem abgeflogen werden soll, sollten gemäß der Vereinbarung im Staatsvertrag von den Flugsicherungsunternehmen Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) und Skyguide bereits jetzt gemeinsam geplant werden, betonte die Staatssekretärin.

Die Landesregierung habe den ausgehandelten Staatsvertrag als Kompromiss akzeptiert. Allerdings werde er von der Kommunalpolitik im Landkreis Waldshut, dem vom Fluglärm hauptbetroffenen Landkreis, fast einhellig abgelehnt. Die Ablehnung und das Misstrauen gegen die Ausgewogenheit der vertraglichen Regelungen in den kommunalpolitischen Gremien, aber auch bei den Bürgerinitiativen gegen Fluglärm werde von der jahrzehntelangen Erfahrung gespeist, dass es der Schweiz immer wieder gelungen sei, für sie belastende Regelungen in Vereinbarungen und Staatsverträgen - nicht nur im Bereich des Luftverkehrs - zu unterlaufen, wenn die Dinge nicht eindeutig geregelt worden seien.

„Bei der Festlegung der künftigen Flugrouten muss deshalb sichergestellt sein, dass die positiven Seiten des Staatsvertrages, die vereinbarte Ausweitung der Sperrzeiten und die damit verbundene Reduzierung der Anflüge über der Hochrheinregion zum Tragen kommen und nicht etwa Flugrouten festgelegt werden, die Süddeutschland wiederum belasten“, betonte Staatssekretärin Splett in ihrem Gespräch mit Bundesminister Ramsauer.
Die vom deutschen Verhandlungsführer bei den Staatsvertragsverhandlungen als „Generalschlüssel“ des Vertrages bezeichnete gemeinsame Luftraumplanung müsse jetzt möglichst rasch konkrete Formen annehmen. „Vor Ratifizierung des Staatsvertrages muss Transparenz über die künftigen Flugrouten bestehen. Nur wenn die Bevölkerung diesseits und jenseits des Rheins weiß, wie spätestens von 2020 an in der Region geflogen werden soll, kann bei den Fluglärmbetroffenen die Akzeptanz für den Staatsvertrag wachsen“, so Staatssekretärin Splett.
Während in der Schweiz zwischen dem Bund und den vom Fluglärm betroffenen Kantonen bereits erste Flugroutenvarianten diskutiert werden, die weiter vertieft und in ihren Grundzügen bis zum Jahresende feststehen sollen, geht es mit den entsprechenden Planungen in Deutschland nur schleppend voran. Staatssekretärin Splett hat Bundesminister Ramsauer deshalb aufgefordert, dass die DFS ihre Planungen rasch weiter vorantreibt und sich in den Schweizer Planungsprozess einbringt.

In der vom Fluglärm betroffenen süddeutschen Region dürfe auf keinen Fall der Eindruck entstehen, die Schweiz plane jetzt ihre künftigen Flugrouten und Deutschland werde diese wieder nur noch abzusegnen haben. „Entsprechend den Buchstaben und dem Geist des Fluglärmstaatsvertrages muss die vereinbarte gemeinsame Bewirtschaftung des Flugraums jetzt mit Leben und konkreten gemeinsamen Flugroutenfestlegungen erfüllt werden, wenn der Vertrag den jahrzehntelangen Konflikt doch noch befrieden soll“, erklärte Staatssekretärin Splett.

Quelle:

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig: Land unterstützt Neubau mit 12,9 Millionen

Bauarbeiter arbeiten mit Schaufeln und Schubkarren an einer Baustelle.
Gingen

L 1214: Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Ein Passagierzug von der Seite.
Vergabe

Netz 66: SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
RadMelder

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Mehrere Verkehrsschilder liegen übereinander. Darunter ein Vorfahrtsschild und ein Zone 30-Schild
Straßenschilder

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Kooperationserklärung: Regionales Verkehrsmanagement Heilbronn-Neckarsulm

Ministerin Razavi bei der Eröffnung der Mühlbachstrasse
Eislingen

Mühlbachtrasse legt Grundstein für lebenswerte Ortsmitte in Eislingen

Radfahrer auf dem Badischen Weinradweg in den Reben oberhalb von Freiburg - Sankt Georgen mit Blick auf die Stadt Freiburg.
Rad

Mehr Qualität auf Radreisen: Baden-Württemberg stärkt seine Position im Radtourismus

Zug auf Gleisen mit Frankreich-Flagge im Hintergrund.
Deutschlandticket

Erneut deutsch-französische Sommeraktion für junge Menschen

Straßenmeisterei Geislingen
Neubau

Übergabe des Neubaus der Straßenmeisterei Geislingen

Anzeigetafel mit Abfahrtszeiten von Zügen an einem Bahnhof.
ÖPNV

Neuer Fahrplan für Bus und Bahn

Regiobahn fährt auf Schienen durch eine grüne Landschaft.
LEFG

18 Millionen Euro vom Land für sichere Schieneninfrastruktur

Illustration. Ein autonom fahrendes Auto steht an einem Zebrastreifer und lässt Fußgänger:innen passieren.
Autonomes Fahren

Land gestaltet Europas Testfelder für autonomes Fahren mit