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Straßenwärter: 41 junge Menschen und ein Beruf mit Potenzial

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2 Straßenwärterauszubildende in Arbeitsklamotten

Straßen ohne Wärter – das ist wie Prozesse ohne Richter, wie Krankenhäuser ohne Ärzte. 41 junge Menschen konnten am Freitag als Straßenwärter und Straßenwärterinnen Lossprechung feiern. Nun freuen sie sich auf einen Beruf mit Potenzial.

Elke Zimmer, Staatssekretärin im Verkehrsministerium, hat den 39 frisch gebackenen Straßenwärtern und 2 Straßenwärterinnen am Freitag im Ausbildungszentrum der Straßenbauverwaltung in Nagold ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Sie hob die Bedeutung der verantwortungsvollen und teilweise auch nicht ganz ungefährlichen Tätigkeit für die Infrastruktur im Land hervor: „Mit Ihrem Engagement und Ihrem persönlichen Einsatz bei jedem Wetter, ob tagsüber, ob nachts, sind Sie ein Garant für die Leistungsfähigkeit und Sicherheit auf unseren Straßen.“

Es ist eine Tätigkeit mit Perspektive – doch was genau zeichnet Straßenwärterinnen und Straßenwärter eigentlich aus? Ein paar Antworten:

Was tun Straßenwärterinnen und Straßenwärter?

Straßenwärter/Straßenwärterin ist ein dreijähriger staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit viel Chancen auf frische Luft. Die Tätigkeit umfasst alle Bereiche des Straßenbetriebsdienstes, mit dem Ziel, die Straßen befahrbar zu halten und so Verkehrssicherheit an den Straßen im Land zu sichern. Die Verkehrswege werden vom Straßenbetriebsdienst regelmäßig unterhalten, repariert und gereinigt. Dies gilt auch für die vielen Bauwerke, wie Brücken, Tunnel, Stützwände und Entwässerungseinrichtungen an und unter den Straßen. Für die Artenvielfalt sind behutsame Arbeiten in der Grün- und Gehölzpflege von großer Bedeutung. Natürlich ist auch der Winterdienst als Paradedisziplin ein wichtiger und anspruchsvoller Teil der Tätigkeit.

Was muss man mitbringen?

Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss oder eine höherwertiger Abschluss. Wichtig ist Freude am Arbeiten im Freien und im Team, mit modernen Geräten und Fahrzeugen. Sinnvoll sind außerdem ein gutes technisches Verständnis und handwerkliches Geschick.

Wie läuft die Ausbildung?

Landesweit stehen jährlich bis zu 60 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die duale Ausbildung zur Straßenwärterin/zum Straßenwärter findet blockweise als betriebliche und schulische Ausbildung statt.

Die betriebliche Ausbildung erfolgt bei 87 Straßenmeistereien der 35 Landratsämter im Land. Dort werden unter sachkundiger Anleitung vor Ort die handwerklichen Tätigkeiten vermittelt. Ergänzt wird dies durch den überbetrieblichen Unterricht im Aus- und Fortbildungszentrum der Straßenbauverwaltung in Nagold. Hier werden Straßen-, Beton- und Holzbau sowie die Handhabung von Fahrzeugen, Geräten und Werkzeugen gelehrt.

Die schulische Ausbildung erfolgt in der Landesfachklasse für Straßenwärterinnen und Straßenwärter an der Rolf-Benz-Schule Nagold. Unterrichtet werden dort unter anderem die Fächer Technische Mathematik, Fachzeichnen und Technologie. Während des Besuches des überbetrieblichen Unterrichts und der Landesfachklasse sind die Auszubildenden im Ausbildungszentrum Nagold untergebracht. Sozialpädagogische Betreuung mit vielfältigen Freizeitaktivtäten ist hier Standard.

Was wird geboten?

Einsteiger erwartet eine vielfältige Ausbildung bei 87 Straßenmeistereien in der Nähe des Wohnortes. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Mit Mittlerer Reife und/oder guten Leistungen ist es möglich, die Ausbildungszeit um 6 oder 12 Monate zu verkürzen.

Wer sich in der Ausbildung bewährt, hat beste Aussichten auf ein sicheres Arbeitsumfeld im öffentlichen Dienst. Die erfolgreich abgelegte Straßenwärterprüfung kann als mittlerer Bildungsabschluss anerkannt werden. Die Kosten für den Führerschein der Klasse CE (Lkw mit Anhänger) werden übernommen. Die Ausbildungsvergütung beträgt aktuell rund 1.100 Euro.

Was sagen die Aktiven?

Alexander Kuhn ist knapp 20 Jahre alt und hat seine Ausbildung mit 15 begonnen, in der Straßenmeisterei Bad Mergentheim. „Besonders gut gefällt mir an dem Beruf die Vielseitigkeit – sei es im Sommer in der Grünpflege, bei der Instandhaltung von Parkplätzen und anderen Verkehrsanlagen oder im Winterdienst mit den großen Maschinen.“

Die Vielfalt schätzt auch Maximilian Engelhardt, schon in der Ausbildung war sie für ihn ein echter Pluspunkt: „Man hat viel über Holz gelernt, wie man pflastert und mauert. Für daheim kann man bei der Ausbildung auch viel mitnehmen.“ Ausschlaggebend für seine Berufswahl war: „Ich bin gern in der Natur draußen, möchte eine abwechslungsreiche Arbeit machen und nicht nur im Büro hocken.“

Gibt es Aufstiegsmöglichkeiten?

Innerhalb der Straßenmeisterei kann man zum Kolonnenführer oder Streckenwart aufsteigen. Das ist mit Verantwortung in der Aufgabe und für Personal verbunden. Besonders geeignete und qualifizierte Straßenwärterinnen und Straßenwärter können nach einigen Berufsjahren durch eine zweijährige Zusatzqualifikation zur Straßenmeisterin bzw. zum Straßenmeister werden und eine Straßenmeisterei leiten. Auch Aufgaben in der Bauausführung bei einem Regierungspräsidium mit entsprechend höherer Verantwortung und höheren Einkommen sind dann möglich, genau wie eine Beschäftigung in den Straßenbauämtern bei den Landkreisen, die in einzelnen Fällen mit der Wahrnehmung von Ingenieuraufgaben verbunden sein kann.

Infos?

Weitere Informationen und Auskünfte zu den Ausbildungsmöglichkeiten geben die jeweils örtlich zuständigen Landratsämter.

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