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Bundesweit erster Einsatz einer „Fly-Over-Rampe“ am Autobahnkreuz Hegau

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Minister Hermann: Innovativer Ansatz zur Minimierung von Verkehrsbeeinträchtigungen

Am Freitag, 28. September 2018, hat Verkehrsminister Winfried Hermann, MdL, zusammen mit Birgitta Worringen, Unterabteilungsleiterin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), eine so genannte „Fly-Over-Rampe“ am Autobahnkreuz Hegau bei Singen (Hohentwiel) freigegeben. Der Verkehr kann dabei auf einer provisorischen Fahrbahn über die Baustelle hinweg weitergeführt werden. „Ich freue mich, dass wir mit dieser bundesweit erstmaligen Pilotanwendung einen innovativen Ansatz zur Minimierung der Verkehrsbeeinträchtigungen nun auch auf die deutschen Straßen bringen“, so Minister Hermann.

Verkehr rollt mit der Rampe über die Baustelle hinweg

Brücken stellen im Verkehrsnetz oftmals die Achillesverse dar, weshalb die Erhaltung dieser Bauwerke und die Aufrechterhaltung der Verkehrsfunktion von Brücken von besonderer Bedeutung ist. Insbesondere die über die volle Fahrbahnbreite in Querrichtung eingebauten Fahrbahnübergänge, die die Längenänderungen einer Brücke ausgleichen und insoweit das Bindeglied zwischen Brücke und Strecke darstellen, unterliegen einem erhöhten Verschleiß und müssen daher regelmäßig gewartet und alle paar Jahre ausgetauscht werden. Solche Arbeiten sind bislang mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen verbunden, da sie üblicherweise unter Vollsperrung oder zumindest teilweisem Fahrspureinzug durchgeführt werden müssen. Abhilfe kann die „Fly-Over-Rampe“ schaffen. „Wir bauen hier eine Behelfsbrücke auf die eigentliche Brücke und lassen den Verkehr mit der vollen Anzahl an Fahrspuren, lediglich mit etwas verringerter Geschwindigkeit über die Baustelle hinweg rollen“, erklärte Hermann zu der Konstruktion.

Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Wir wollen, dass der Verkehr fließt – auch während der Brückenbauarbeiten am Autobahnkreuz Hegau. Das ist besonders wichtig, denn dieser Verkehrsknotenpunkt verbindet die Region am Bodensee mit Stuttgart bis hin nach Würzburg. Bei den Bauarbeiten kommen innovative Techniken zum Einsatz. Zum ersten Mal in Deutschland wird eine Fly-Over-Rampe gebaut. Während unten die Bauarbeiten laufen, rollen oben die Fahrzeuge. Damit reduzieren wir Fahrbahnsperrungen und optimieren den Verkehrsfluss.“

Da solche Rampen am freien Markt nicht verfügbar sind, hat das Land Baden-Württemberg zur Durchführung des Piloteinsatzes eine Fly-Over-Rampe des Bundesamts für Straßen der Schweiz (ASTRA) ausgeliehen bekommen „Das ist doch ein schönes Zeichen für die guten nachbarschaftlichen Beziehungen des Landes zur Schweiz. Mein Dank gilt an dieser Stelle den Zuständigen vom ASTRA und der NSNW AG, die die Fly-Over-Rampe für das ASTRA operativ betreut und auch den Auf- und Abbau im Kreuz Hegau übernommen haben,“ so Hermann weiter.

Minimale Verkehrsbeeinträchtigungen bei besserer Einbauqualität und verbessertem Arbeitsschutz für die Bauarbeiter vor Ort

Die räumliche Nähe zur Schweiz war der Grund, warum für das Pilotprojekt das Autobahnkreuz Hegau und dort die Verbindungsrampe von der A 81 aus Stuttgart kommend zur A 98 in Richtung Stockach ausgewählt worden ist. In einer Nachtaktion wurden die Einzelteile der Überfahrrampe vom Betriebspersonal der NSNW AG aufgestellt und montiert. Dabei sind die fünf Meter langen und 3,50 Meter breiten Fahrbahneinzelplatten wie ein Baukastensystem auf unterschiedlich hohen Böcken zu einer 110 Meter langen und in der Mitte 1,60 Meter hohen Rampe zusammengebaut worden. Der Aufbau der Rampe dauert in Abhängigkeit der Fahrspuranzahl acht bis zehn Stunden und kann bei geeigneten räumlichen Randbedingungen sogar unter spurweiser Aufrechterhaltung des Verkehrs erfolgen. Minister Hermann erwartet von dem Einsatz der „Fly-Over-Rampe“ minimale Verkehrsbeeinträchtigungen bei gleichzeitig besserer Einbauqualität und nicht zuletzt auch verbessertem Arbeitsschutz für die Bauarbeiter vor Ort. Der Abbau der Rampe im Kreuz Hegau ist für die Nacht vom 18. auf den 19. Oktober 2018 vorgesehen.

Für einen Wirtschaftlichkeitsvergleich der unterschiedlichen Bauverfahren wird im Anschluss an die Pilotanwendung der „Fly-Over-Rampe“ ein weiterer geschädigter Fahrbahnübergang im weiteren Verlauf der Verbindungsrampe konventionell unter Vollsperrung ausgetauscht. Es soll so eine valide Datenbasis für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung geschaffen werden. „Unsere Absicht ist es, dass wir eine eigene Fly-Over-Rampe anschaffen und dann dauerhaft nicht nur für die Autobahnen, sondern auch für die Bundes- und Landesstraßen vorhalten und betreiben, denn die Vorteile dieser Herangehensweise sind für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer erfreulich“, so Minister Hermann.

Weitere Information:

Bilder zur „Fly-Over-Rampe“ gibt es hier.

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