Lärmschutz

„Flüsterasphalt“ und Lärmschutzwände - Bauprogramm Lärmschutzmaßnahmen 2014

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Staatssekretärin Splett: Schutz der AnwohnerInnen vor Lärm verbessern

„Im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms an Bundes- und Landesstraßen werden im Jahr 2014 eine ganze Reihe von Projekten umgesetzt, die die Anwohnerinnen und Anwohner besser vor Verkehrslärm schützen sollen“, sagte die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung und Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, Gisela Splett MdL, am 02.04.2014 in Stuttgart.

Viele Menschen in Baden-Württemberg leiden unter Straßenlärm. Während beim Neu- und Ausbau von Straßen Grenzwerte eingehalten werden müssen, stellt die Lärmsanierung an bestehenden Straßen immer noch eine Freiwilligkeitsleistung dar. Maßnahmen an Bundes- und Landesstraßen können ergriffen werden, wenn es in Wohngebieten lauter als 67 dB(A) tags bzw. 57 dB(A) nachts ist. „Wir wollen die Lärmsanierung an bestehenden Straßen und Schienenwegen verbessern und haben deshalb ein Lärmsanierungsprogramm aufgelegt“, so Splett.

Neben dem Bau von Lärmschutzwänden und -wällen stellt der Einsatz lärmarmer Beläge eine wichtige Möglichkeit des baulichen Lärmschutzes dar. Die Straßenbauverwaltung des Landes prüft deshalb bei Sanierungsmaßnahmen, ob die Schwellenwerte für Lärmsanierung überschritten sind. Auch unabhängig von ohnehin anstehenden Sanierungsarbeiten werden Lärmsanierungsmaßnahmen an besonders belasteten Streckenabschnitten durchgeführt. Zum Einsatz kommen dabei pilothaft verschiedene Belagsarten. - siehe  Anlage 1 bzw. folgende Tabelle.

 

Ort

Belag

Belag-Eigenschaften

A81 FDE Freiberg


SMA LA

Lärmoptimierter Splittmastix­asphalt mit einem Erfahrungs­wert aus Pilotstrecken von - 4dB (A)

B27 FDE Neckarsulm

B292 FDE bei Aglasterhausen

B500 FDE Baden-Baden

B27 Sulmtalbrücke


PMA

Offenporiger Gußasphalt; noch keine Erfahrungswerte in Baden-Württemberg

L314 FDE OD Bergatreute


LOA 5 D

Lärmoptimierte Asphaltdeck­schicht mit einem Größtkorn von 5 cm und einem Erfahrungswert aus Pilotstrecken von - 4dB (A)

L1140 FDE OD Heimerdingen

B 294 FDE Hugenwaldtunnel bei Waldkirch


DSH-V

Dünne Asphaltdeckschicht in Heißeinbau auf Versiegelung

 

Der Bau von Lärmschutzwänden ist 2014 insbesondere an folgenden Bestands­strecken vorgesehen:

  • B 10 bei Reichenbach/Fils
  • B 10 bei Kuchen
  • Verlängerung Lärmschutzwand an der A5 bei Karlsruhe (mit Einbau von Waschbeton mit Lärmminderungswert von - 2 dB(A))  

Wo kein aktiver baulicher Lärmschutz möglich ist, kommen passive Lärmschutzmaßnahmen wie der Einbau von Lärmschutzfenstern in Frage. Bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Lärmsanierung können 75% der anfallenden Kosten bezuschusst werden. In folgenden Ortsdurchfahrten ist in 2014 die Durchführung von passiven Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen:

  • A 6 bei Wolpertshausen
  • B 14 bei Spaichingen
  • B 31 bei Aach, Eigeltingen, Nenzingen
  • B 3 bei Rastatt
  • B 294 bei Neulingen-Bauschlott
  • B 492 bei Gaggenau-Hörden
  • B 19 bei Hüttlingen
  • B 293 bei Albershausen
  • B 33 bei Markdorf, Wirrensegel
  • B 311 bei Erbach
  • L 592 bei Eppingen-Richen
  • L 1100 bei Ilsfeld
  • L 1100 bei Marbach
  • L 1103 bei Gügglingen
  • L 1110 bei Eppingen-Richen
  • L 1124 bei Marbach
  • L 1126 bei Steinheim
  • L 1127 bei Marbach
  • L 1136 bei Hemmingen
  • L 1140 bei Hemmingen
  • L 1221 bei Geislingen
  • L 1124 bei Geislingen
  • L 1230 bei Geislingen
  • L 1231 bei Geislingen
  • L 2218 bei Wolpartshausen      

Hintergrundinformationen zu lärmarmen Belägen  

Werden bei der Planung von neuen Straßen Lärmpegelminderungsfaktoren von 4 bzw. 5 dB(A) erforderlich, kann derzeit nur der Offenporige Asphalt (OPA) verwendet werden, da nur er rechtlich anerkannte Lärmminderungswerte in dieser Größen­ordnung aufweist – dies ist Voraussetzung für die Anerkennung in Planfeststellungs­verfahren. Der OPA ist jedoch nur Außerorts ab Geschwindigkeiten über 60 km/h geeignet, und außerdem teuer, einbautechnisch problematisch und kurzlebig. Deshalb wurden bereits in der Vergangenheit alternative lärmarme Beläge untersucht, die jedoch derzeit wegen der fehlenden rechtlich anerkannten Lärmpegelminderungsfaktoren nur im Zuge von Lärmsanierungen an bestehenden Straßen angewandt werden können.

Gute Erfahrungen wurden für den Außerortsbereich bislang in Bayern und Baden-Württemberg insbesondere mit dem lärmarmen Splittmastixasphalt (SMA LA) gemacht. Für den Innerortsbereich wurde in Nordrhein-Westfalen die lärmoptimierte Asphaltdeckschicht (LOA 5 D) entwickelt.

Ziel ist, die Haltbarkeit dieser alternativen Beläge sowie die Reproduzierbarkeit und Beständigkeit der Lärmpegelminderung über die erforderliche Zeit nachzuweisen. Diese Nachweise sind Voraussetzung für eine Übernahme in das Asphaltregelwerk und in der Folge für die rechtliche Anerkennung der Lärmpegelminderungsfaktoren. Baden-Württemberg setzt sich für eine zeitnahe Aufnahme des SMA LA in das Regelwerk ein.

In der folgenden Liste bzw. der Anlage 2 finden Sie, auf welchen Strecken in den vorangegangenen Jahren lärmarme Belege eingebaut wurden.

Belagsart

Ort

  OPA

A5 zwischen AS Rastatt-Nord und Baden-Baden

A6 AK Weinsberg

A6 zw. AS Sinsheim bis Sinsheim-Süd

A8 AD Leonberg – AS Heimsheim

A8  zw. AS Heimshein und Pforzheim-Süd

A8 zw. AS Pforzheim-Ost und Pforzheim-West

A8 zw. AS Pforzheim-West und AD Karlsruhe

A8 Karlsbad in FR Stuttgart

A81 AK Weinsberg

A81 AS Böblingen-Hulb bis AS Gärtringen

B 297 OU Kirchheim

B 31 OU Immenstaad

B 36 Bereich Rheinstetten

B 313 Nürtingen-Köngen

SMA LA

B 10 Esslingen-Uhingen

B 10 / B27 Zuffenhausen

B 31 Oberuhldingen-Meersburg

B 313 Nürtingen – Metzingen

B 500 Maximilianstraße in Baden-Baden

L1182 OD Merklingen

LOA 5 D

B 30 OD Enzisreute

B 294 Neulingen-Bauschlott

DSH-V

L 314 bei Bad Wurzach

Weitere Meldungen

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Busse laden an einer Ladesäule.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Eine Kundenbetreuer von Arverio steht an der Türe eines Zuges.
Sicherheit

Austausch zu Sicherheit für Bahnverkehr und Pilotvorhaben

Der RABus hat die Farben schwarz und gelb und sieht einem Kleinbus ähnlich.
Autonomes Fahren

RABus-Ergebnisse sollen autonomen Regelbetrieb im ÖPNV voranbringen

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Straßenbau

Mehr Ruhe im Ortskern: Bau der Umgehungsstraße Rißtissen beginnt

Auf den Boden eines Parkplatzes ist als Symbol ein Auto mit einem Stromladestecker aufgemalt.
E-Carsharing

Neue Förderung: E-Carsharing für 66 Standorte

Versuchsprojekt Digitale Parkkontrolle
Scancars

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg
Bodensee

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

von links nach rechts: Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr Stefan Schnorr,  Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Evelyn Palla, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz Christian Bernreiter (CSU) sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.
Sicherheit

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Sicherheit

Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen

Fußgänger (Bild: ARTENS/ Fotolia.com)
Fußverkehr

Neue Strategie: Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag

Parken und Mitfahren (Quelle: Straßenverkehrs-Ordnung, DIN-Normen und Verkehrsblatt)
Mitfahren BW

Verkehrsministerium startet Plattform Mitfahren-BW

Schiene

Land stärkt kommunale Nebenbahnen – Verträge gelten rückwirkend für 2025

Viele Kinder freuen sich und halten ein Banner hoch.
MOVERS

Hermaringer Kinder holen den ersten Platz bei den „Schulwegprofis“

Ein Zug steht an einem Gleis des Stuttgarter Hauptbahnhofs.
Digitaler Knoten

Förderung: 340 Millionen Euro für digitalen Knoten Stuttgart