Schiene

Förderung von Tarifmaßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV im ganzen Land

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Schienen mit einer Weiche (Bild: Fotolia.com/ Finkenherd)

Minister Hermann: „Die ÖPNV-Tickets müssen einfacher und preiswerter werden.“

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen zur WS-Tarifreform teilte Landesverkehrsminister Winfried Hermann, MdL am 13. September 2018 mit, dass sich das Land bereit erklärt hat, auch in anderen Verkehrsverbünden Tarifmaßnahmen zu fördern. Das Ziel hierbei ist vor allem, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Baden-Württemberg für die Bürger attraktiver zu machen. Diese Förderung des Landes erfolgt zusätzlich zur bereits bestehenden Verbundförderung.

Ziel des Landes ist eine umweltverträgliche Mobilität. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der ÖPNV. „Die Fahrgastzahlen im ÖPNV steigen schon jetzt stetig an. Viele Städte in Baden-Württemberg sind aber Stau geplagt. Mit den Auto-Lawinen einher gehen Luft- und Lärmbelastungen. Nur ein Grund für uns, den ÖPNV attraktiver zu machen“, so Minister Hermann. Der Verkehrsminister erklärte weiter: „Mit dem neuen Förderansatz soll die Tariflandschaft vereinfacht und preislich attraktiver gestaltet werden. In der Vergangenheit wurde die Tariflandschaft im ÖPNV in Baden-Württemberg vielfach kritisiert: Sie sei unübersichtlich und mit zu vielen Verbundtarifen. Es gäbe zu viele Tarifangebote innerhalb eines Verbundtarifs und die einzelnen Tarife seien zu kompliziert. Außerdem würden benachbarte Verbundtarife in Zonen-Wabengröße, Tarifniveau und so weiter, zum Teil untereinander auch nicht zusammenpassen. Vor allem beklagten sich Bürgerinnen und Bürger darüber, dass die Tarife insgesamt zu hoch seien. Dies soll sich aber nun ändern.“

Kundenfreundliche Tarife als Voraussetzung eines attraktiven ÖPNVs

In den Koalitionsverträgen von 2011 und 2016 wurde als Ziel formuliert, die Tariflandschaft im ÖPNV in Baden-Württemberg zu modernisieren. Denn einfache und kundenfreundliche Tarife sind eine wichtige Voraussetzung für einen attraktiven ÖPNV.

Die Förderung von Tarifmaßnahmen ist daher so auszurichten, dass sie die gesetzten Ziele verfolgt. Entsprechend sollen nur diejenigen Maßnahmen gefördert werden, die mit einem tiefgreifenden Eingriff in die bestehenden Tarife verbunden sind und allen Fahrgästen zu Gute kommen. Kleinere Einzelmaßnahmen, die sich nur auf einzelne Tarifangebote oder bestimmte Fahrgastgruppen beschränken, wirken bezüglich des gesetzten Ziels nicht und sollen daher auch nicht gefördert werden.

Im Hinblick auf ein konsistentes Tarifsystem müssen die Maßnahmen dahingehend wirken, dass sich die Tarifstrukturen der Verbünde Schritt für Schritt angleichen. Das heißt, dass sich die Tarifangebote und das Tarifniveau aller Verbünde innerhalb einer bestimmten Bandbreite bewegen müssen, in der sich auch der bwtarif befinden wird.

Kriterien für eine Förderung von Tarifmaßnahmen

Die Förderung kann ab dem Jahr 2019 beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg beantragt werden. Mindestens eine der folgenden aufgeführten förderwürdigen Maßnahmen muss vom Verbund umgesetzt werden und dauerhaft angelegt sein:

Ziel: Vereinfachung der Tariflandschaft
Förderwürdige Maßnahme innerhalb eines Verbundes:

  • signifikante Reduzierung der Anzahl an Tarifzonen/-waben (um mindestens 50 Prozent gegenüber Status quo)
  • Reduzierung der Tarifangebote (um 30 Prozent - 50 Prozent gegenüber Status quo)
  • Reduzierung der Preisstufen (um 30 Prozent - 50 Prozent gegenüber Status quo)

Förderung: Fördersumme ist gleich der Höhe einer Jahresscheibe der Mindereinnahmen;
wird verteilt über 6 Jahre in gleichen Raten oder abschmelzend ausgezahlt.


Ziel: Tarif-/Verbundkooperationen, Verbundfusionen
Förderwürdige Maßnahme über Verbundgrenzen hinweg

  • Schaffung von regionalen Verbundtarifgemeinschaften: mehrere Verbünde mit einem Gemeinschaftstarif mit Vollsortiment
  • Zusammenschluss von Verbünden

Förderung: 50 Prozent abschmelzend in 5-Prozent-Schritten über 10 Jahre


Ziel: preislich attraktiv
Förderwürdige Maßnahme:
Absenkung des Gesamttarifniveaus
Förderung: 10 Prozent abschmelzend über 6 Jahre


Zum Erhalt der Landesförderung müssen die ÖPNV-Verbünde die erwartete Wirkung der gewählten Tarifmaßnahmen vorab durch einen geeigneten Nachweis, zum Beispiel durch ein Gutachten oder durch Modellrechnungen belegen. Es steht den Verbünden frei, auch Tarifmaßnahmen zu ergreifen, welche die genannten Kriterien nicht erfüllen. Diese Maßnahmen werden dann jedoch nicht über die allgemeine Verbundförderung hinaus vom Land gesondert gefördert.

Das Verkehrsministerium hat die Verkehrsverbünde bereits über die Fördermöglichkeiten informiert und bei einem Treffen mit den Verkehrsverbünden Anfang September das Thema ebenfalls erörtert.

Weitere Meldungen

Eine Person fährt mit einem Fahrrad über einen Weg mit einem großen Fahrradsymbol.
Radwege

Diese Radwege werden ab 2026 gebaut

Ein Zug fährt an einem mit Häusern übersäten Hügeln durch eine grüne Landschaft.
Schiene

Starker Bahnknoten Stuttgart: Grundlage für den Erhalt der Panoramabahn vereinbart

Schild warnt vor Straßenschäden.
Straße

500 Millionen Euro für Straßen-Erhalt im Land

Icon eines Gesetzbuches mit aufgedrucktem Paragrafenzeichen.
Landesmobilitätsgesetz

Bilanz nach einem Jahr Landesmobilitätsgesetz

Älteres Ehepaar geht Gehweg entlang
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Busse laden an einer Ladesäule.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Eine Kundenbetreuer von Arverio steht an der Türe eines Zuges.
Sicherheit

Austausch zu Sicherheit für Bahnverkehr und Pilotvorhaben

Der RABus hat die Farben schwarz und gelb und sieht einem Kleinbus ähnlich.
Autonomes Fahren

RABus-Ergebnisse sollen autonomen Regelbetrieb im ÖPNV voranbringen

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Straßenbau

Mehr Ruhe im Ortskern: Bau der Umgehungsstraße Rißtissen beginnt

Auf den Boden eines Parkplatzes ist als Symbol ein Auto mit einem Stromladestecker aufgemalt.
E-Carsharing

Neue Förderung: E-Carsharing für 66 Standorte

Versuchsprojekt Digitale Parkkontrolle
Scancars

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg
Bodensee

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

von links nach rechts: Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr Stefan Schnorr,  Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Evelyn Palla, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz Christian Bernreiter (CSU) sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.
Sicherheit

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Sicherheit

Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen