Bodensee

Neuer grenzüberschreitender Regionalexpress ab Dezember 2026

Ab Dezember 2026 verkehrt der neue, umsteigefreie Regionalexpress REX 1. Damit entsteht ein neues grenzüberschreitendes Angebot im Schienenpersonennahverkehr in der Vierländerregion am Bodensee.

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Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg

Der Regionalexpress REX 1 fährt zwischen Friedrichshafen – Lindau – Bregenz – Schruns im Zweistundentakt.

Gemeinsames Bekenntnis zum grenzüberschreitenden Nahverkehr

Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag und Gebiet des Freistaats Bayern den Schienenpersonennahverkehr finanziert, plant und organisiert, und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben den hierfür erforderlichen Verkehrsvertrag unterschrieben.

Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg, betonte: „Als erste grenzüberschreitende Nahverkehrslinie von Baden-Württemberg nach Österreich macht der neue REX den öffentlichen Verkehr im Bodenseeraum noch attraktiver. Mit der neuen Direktverbindung von Friedrichshafen nach Schruns wachsen die Bodensee-Anrainer noch näher zusammen. Die neuen umsteigefreien Direktverbindungen und stabileren Anschlüsse verbessern Angebot und Zuverlässigkeit für die Pendlerinnen und Pendler zwischen Oberschwaben, Bodensee und Vorarlberg, die in diesem wichtigen Wirtschaftsraum täglich unterwegs sind. Auch für den Freizeitverkehr ist diese Verbindung in der Tourismusregion Bodensee ein großer Gewinn – sei es für Ausflüge ins Montafon, einen Besuch der Bregenzer Festspiele oder zum Seehasenfest nach Friedrichshafen.“

Die neuen umsteigefreien Direktverbindungen und stabileren Anschlüsse verbessern Angebot und Zuverlässigkeit für die Pendlerinnen und Pendler zwischen Oberschwaben, Bodensee und Vorarlberg, die in diesem wichtigen Wirtschaftsraum täglich unterwegs sind.
Verkehrsminister Winfried Hermann

Christian Bernreiter, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, sagte: „Die neue Zuglinie zeugt von der hervorragenden Zusammenarbeit der drei Länder am Bodensee. Wir bringen in dieser wirtschaftsstarken und natursensiblen Region einen hochattraktiven Zug aufs Gleis, von dem auch Bayern profitieren wird. Ich bin zuversichtlich, dass Einheimische und Touristen ihn gut annehmen werden. Die ÖBB sind hierfür der perfekte Partner. “

Sabine Stock, Vorständin der ÖBB Personenverkehr AG, ergänzte: „Mit modernen ÖBB-Cityjets, stabilen Anschlüssen und einem klaren Fahrplankonzept stärken wir den Bodenseeraum und machen den öffentlichen Verkehr über die Landesgrenzen hinweg noch attraktiver. Für die Menschen in der Region bedeutet das bessere Verbindungen im Alltag, für den Tourismus eine attraktive, klimafreundliche Alternative zum Auto.“

Auch die Landesregierung von Vorarlberg begrüßte den Vertragsabschluss zwischen den ÖBB und den beiden deutschen Bundesländern. Landeshauptmann Markus Wallner erklärte: „Mit dem neuen grenzüberschreitenden Regionalexpress entsteht ein wichtiger Mehrwert für die ganze Bodenseeregion. Die direkte, umsteigefreie Verbindung von Friedrichshafen über Bregenz bis ins Montafon bringt Menschen und Regionen näher zusammen – für Pendlerinnen und Pendler ebenso wie für Gäste aus dem Bodenseeraum. Es ist ein tolles Beispiel für gelungene grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Der neue REX ist ein weiterer Schritt in Richtung eines modernen, vernetzten öffentlichen Verkehrs rund um den Bodensee und stärkt die Verbindung der beteiligten Regionen.“

Bewährtes Fahrplankonzept mit neuen Direktverbindungen

Alle beteiligten Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs haben sich auf die Umsetzung eines neuen Fahrplankonzepts verständigt. Die REX-Linie 1 verkehrt ab Dezember 2026 von Schruns und Bregenz kommend neu alle zwei Stunden ab Lindau-Reutin umsteigefrei weiter nach Friedrichshafen Stadt anstatt wie bisher nach Lindau-Insel. Zwischenhalte sind in Wasserburg und Langenargen vorgesehen. In Friedrichshafen besteht dann Anschluss an den RE 3 nach Ulm Hbf. Alle zwei Stunden und damit um eine Stunde versetzt zum REX 1 verkehrt der RE 3 wie heute von Lindau-Reutin über Friedrichshafen weiter nach Ulm. Zwischen Lindau und Friedrichshafen halten Züge dieser Linie in Nonnenhorn und Kressbronn. In Lindau-Reutin bestehen stabilisierte Anschlüsse aus und in Richtung Vorarlberg. Auf dem REX Friedrichshafen – Schruns gelten die Tickets, die für die anderen Züge des Nahverkehrs dort heute schon gelten.

Mit Inbetriebnahme des Projekts Stuttgart 21 wird der RE 3 in dieser Zeitlage durch die Linie RE 1 ersetzt werden. Diese wird dann auch die Städte Karlsruhe und Stuttgart über die Schnellfahrstrecke stündlich direkt an Friedrichshafen anbinden. Alle zwei Stunden werden Züge dieser neuen Linie, wie heute noch der RE 3, nach Lindau-Reutin verkehren. Damit ergeben sich stündliche Verbindungen Stuttgart – Bregenz/Vorarlberg mit stündlich wechselnden und stabilisierten Umstiegen in Friedrichshafen und Lindau.

Nach der Fertigstellung schon geplanter Verbesserungen an der Infrastruktur wird darüber hinaus die Option bestehen, mehr Regionalexpresszüge in Langenargen, Kressbronn, Nonnenhorn und Wasserburg halten zu lassen. Anstatt stündlicher wechselnder Halte sollen dann alle vier RE-Halte konsequent im Stundentakt bedient werden. Diese Maßnahme steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass das neue internationale Fahrplankonzept mit der erforderlichen Betriebsqualität produziert werden kann.

Neue Fahrzeuge sorgen für mehr Komfort und Qualität

Zum Einsatz kommen moderne Nahverkehrszüge der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML, die im Jahr 2023 ausgeliefert wurden. Jede der etwa 100 Meter langen, klimatisierten Garnituren verfügt über 290 Sitzplätze. Die Züge bieten bequeme Sitze, viel Beinfreiheit, sie verfügen über Multifunktionsbereiche, Rollstuhlplätze, einen Wickeltisch im barrierefreien WC sowie WLAN, Steckdosen und USB-Anschlüsse, um das Handy oder das Tablet aufzuladen. An jedem Einstiegsbereich befindet sich ein Kinderwagenabstellplatz. Durch das geräumige Fahrradabteil ist Platz für 39 Fahrräder. Separate Halterungen nach einem bereits in Kopenhagen bewährten Modell sorgen für Stabilität beim Transport der Fahrräder.

Verbesserte Betriebsqualität für eingleisige Bodenseegürtelbahn Ost

Die Verantwortlichen erwarten mit dem neuen Fahrplankonzept eine höhere Betriebsqualität auf der eingleisigen Strecke zwischen Friedrichshafen und Lindau. Durch die Durchbindung der Züge und durch fahrplanerische Anpassungen entstehen zusätzliche Zeitpuffer, was die Stabilität des Betriebs erhöhen soll.

Grenzüberschreitender Regionalverkehr gewinnt an Bedeutung

Mit der neuen Direktverbindung wird der grenzüberschreitende Verkehr zwischen Baden-Württemberg, Bayern und Vorarlberg deutlich gestärkt. Zwar bestehen traditionell bereits einzelne direkte Eisenbahnverbindungen über Lindau, seit Dezember 2025 wird diese Relation im Fernverkehr jedoch nur noch durch ein ICE-Zugpaar pro Tag bedient, nachdem ein Railjet-Zugpaar von Frankfurt nach Bregenz und weiter nach Wien eingestellt wurde. Damit gewinnt der Regionalverkehr für die internationale Erreichbarkeit der Region zunehmend an Bedeutung.

Letter of Intent – Wichtiger Meilenstein für die Umsetzung erreicht

Baden-Württemberg, Bayern und Vorarlberg sind in vielerlei Hinsicht miteinander verbunden, etwa durch den grenzüberschreitenden Berufspendlerverkehr oder insbesondere im Sommer durch einen starken Freizeit- und Tourismusverkehr. Im Rahmen der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) und der dortigen Arbeitsgruppe „BODAN-RAIL“ gibt es seit Jahren zahlreiche Bemühungen, den länderübergreifenden Verkehr auf der Schiene zu stärken.

Mit der Zeichnung der „Absichtserklärung über die Zusammenarbeit der Länder Baden-Württemberg und Vorarlberg zur Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs“ haben sich die beiden Bundesländer am 24. Juni 2024 zur Vertiefung des Engagements klar zur Prüfung und Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen bekannt. Zentrales Ziel ist die Herstellung einer durchgehenden und regelmäßigen Schienenverbindung zwischen Friedrichshafen und Vorarlberg. Mit dem nun geschlossenen Verkehrsvertrag ist hierfür ein wesentlicher Meilenstein erreicht.

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