Qualität

Schiene: Verbesserungen für die Fahrgäste dringend notwendig

Das Land hat das Ranking des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) veröffentlicht. Die Qualität hat sich erneut leicht verschlechtert. Es besteht weiterhin Handlungsbedarf.

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Ein Passagierzug des Typs Lint 54 fährt auf einer Schiene.

Der Bericht für das erste Halbjahr 2025 zeigt: Die Qualität im Schienenverkehr hat sich im Vergleich zu den Vorjahren erneut etwas verschlechtert, insbesondere in den Kategorien Pünktlichkeit und Sauberkeit. Die Hauptprobleme sind weiterhin die marode und veraltete Infrastruktur, das schlechte Baustellen-Management sowie fehlende Informationen und Personalmangel. Die Baustellen-Tätigkeiten werden sich ab 2026 intensivieren und Einfluss auf den Schienenpersonenverkehr nehmen. Hier gilt es dringend entgegenzuwirken.

Verkehrsminister Winfried Hermann betonte: „Die Bahnbranche steht durch die gestiegenen Fahrgastzahlen, die marode und veraltete Infrastruktur sowie die knappen finanziellen Mittel vor großen Herausforderungen. Vor allem die Baustellen-Kommunikation muss verbessert und fahrgastfreundlich werden. Wir erwarten eine verlässliche Baustellenplanung von der InfraGO und zuverlässige Ersatzfahrplankonzepte von den Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen müssen frühzeitig informiert werden, um Störungen zu minimieren, einen zuverlässigen Ersatzverkehr planen und umfassend informieren zu können. Die Auswirkungen auf die Fahrgäste müssen so gering wie möglich bleiben. Nur ein zuverlässiger, sauberer und pünktlicher ÖPNV wird von den Menschen gerne genutzt und ist ein Beitrag zur Mobilitätswende und zum Klimaschutz.“

Qualität verbessert sich leicht

Die durchschnittlich erreichte Punktzahl in der Gesamtbewertung hat sich im ersten Halbjahr 2025 von rund 45 auf 48 von 100 möglichen Bewertungspunkten leicht verbessert. 15 der 32 bewerteten Verkehrsnetze konnten mehr als 50 Bewertungspunkte erreichen – im ersten Halbjahr 2024 waren es elf der bewerteten Netze. 100 Punkte erhält ein Eisenbahnverkehrsunternehmen, wenn es alle verkehrsvertraglichen Vorgaben des Landes erfüllt. Übertrifft es diese, wären auch über 100 Punkte möglich.

Über alle Netze hinweg zeigt sich im Durchschnitt eine leichte Verbesserung der Zuverlässigkeit. Die Sauberkeitsquote hat sich in allen Netzen, mit Ausnahme der Ortenau (Netz 8) weiter verschlechtert. Auch bei der Pünktlichkeit gab es 2025 einen Abfall auf 77,93 Prozent; liegt damit aber weiter deutlich vor dem Fernverkehr. Die Zugkapazität hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert, während sich die Note, die die Fahrgäste dem SPNV in Baden-Württemberg ausstellen, im Durchschnitt über alle Netze auf 2,5 wieder leicht verbessert hat.

  •   Pünktlichkeit: 2023: 78,65 Prozent; 2024: 79,91 Prozent; 2025: 77,93 Prozent
  •   Zuverlässigkeit: 2023: 98,79 Prozent; 2024: 98,68 Prozent; 2025: 99,13 Prozent
  •   Zugbildung:  2023: 96,54 Prozent; 2024: 95,72 Prozent; 2025: 95,54 Prozent
  •   Sauberkeitsquote:  2023: 87,81 Prozent; 2024 87,09 Prozent; 2025: 84,26 Prozent
  •   Fahrgastzufriedenheit: 2023: Schulnote 2,5; 2024: 2,52; 2025: 2,5

Verglichen werden hier je die Werte des ersten Halbjahres. Die Ergebnisse im ersten Halbjahr fallen grundsätzlich besser aus als im zweiten Halbjahr. Grund hierfür ist beispielsweise, dass es im zweiten Halbjahr aufgrund der höheren Anzahl an Baustellen in den Sommermonaten zu mehr Störungen kommt.

Veränderung auf dem Siegerpodest

Ganz oben auf dem Siegertreppchen steht dieses Jahr erstmals die Schwäbische Albbahn (Netz 50) mit der Strecke Amstetten – Gerstetten (Freizeitverkehr) sowie Ulm – Schelklingen – Gammertingen. Der langjährige Erstplatzierte, die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), rutscht mit dem Netz Klettgau (Netz 16d) und der Strecke Erzingen – Schaffhausen auf den zweiten Platz. Bronze geht dieses Jahr an die SWEG mit dem Netz Ulmer Stern (Netz 12) dazu gehören die Strecken Ulm – Langenau – Aalen sowie Ulm – Munderkingen.

Aufsteiger

Eine Steigerung von 30 Punkten und damit eine deutliche Verbesserung wurde von DB Regio BW auf der Ermstal- und Ammertalbahn (Netz 18) eingefahren. Vor allem durch die Verbesserung der Pünktlichkeit ist dieses Netz im Ranking von Platz 26 auf Platz 10 weit aufgestiegen. Das Freiburger Y (Netz 9b) mit der Eltztalbahn, Münstertalbahn sowie dem nördlichen Kaiserstuhl der SWEG hat sich um fast 23 Punkte von Platz 17 auf 9 verbessert.

Absteiger

Leider sind auch deutliche Verschlechterungen zu verzeichnen. Das Netz der S-Bahn Rhein-Neckar (Netz 6b), das von DB Regio Mitte gefahren wird, gibt es eine deutliche Verschlechterung von minus 12 Punkten, die vor allem auf die Kategorien Sauberkeit und Pünktlichkeit zurückzuführen sind. Die S-Bahn Rhein-Neckar ist 2025 mit ihrem Netz 6a Los 2 von Platz 27 auf den 32. und damit letzten Platz abgefallen.

Ranking: Qualität der Schienennetze im Vergleich

Das 2021 gestartete Qualitätsranking informiert alle halben Jahre darüber, wie sich die Betreiber der Schienennetze im Land hinsichtlich der Betriebsqualität schlagen und macht regionale Vergleiche möglich. In den Ergebnissen wird eine Vielzahl verschiedener Daten kombiniert. So besteht die Gesamtbewertung aus fünf Einzelkriterien: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Gesamtzufriedenheit der Fahrgäste gehen mit einer Gewichtung von jeweils 25 Prozent in das Ranking ein. Darüber hinaus fließen Bewertungen der Zugkapazität mit 15 Prozent und die Sauberkeit mit zehn Prozent in die Gesamtbewertung ein.

Mit dem neuen Ranking veröffentlicht das Land auch einen begleitenden Bericht mit Erklärungen und Hintergrundinformationen zu den Zahlen im Ranking und Wechselwirkungen im Eisenbahnverkehr.

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