Schienenpersonennahverkehr

Für mehr Komfort in den Nahverkehrszügen

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Gemeinsame Testfahrt des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg und des Fahrgastbeirats BW

Damit nicht nur am runden Tisch über den Komfort im Sitzbereich von Zügen diskutiert wird, haben das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) und die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) die Idee des Fahrgastbeirats Baden-Württemberg (FGB) aufgegriffen und eine gemeinsame Testfahrt organisiert.

Im Januar trafen sich Vertreter des FGB, der NVBW und des Ministeriums, um einen Tag lang in unterschiedlichen Zügen die Perspektive der Fahrgäste einzunehmen und Zugsitze auf ihre Abstände und Bequemlichkeit hin zu prüfen. Die erste Testfahrt fand von München-Pasing nach Weilheim in einem TALENT 2 des Herstellers Bombardier statt. Nicht nur den Sitzkomfort prüften die Teilnehmenden kritisch, sondern auch Möglichkeiten für die Gepäckablage, Platzierung der Abfallbehälter und Steckdosen, Gestaltung des Fahrradbereichs, der Toilette und des Einstiegsbereichs sowie die Qualität der optischen und akustischen Fahrgastinformationen. Die Bewertungen wurden in einem Fragenkatalog festgehalten. „Diese Ergebnisse werden wir prüfen und soweit wie möglich bei den Neuausschreibungen des SPNV einfließen lassen", erläutert Horst Künzl von der NVBW.

Von Weilheim ging es mit dem LINT weiter nach Augsburg, dann mit dem Coradia Continental des Herstellers Alstom, dem sogenannten Fugger-Express, nach Donauwörth, wo man in einen Coradia Continental des Unternehmens agilis stieg. Die Teilnehmer waren nach dem Umstieg verblüfft, wie unterschiedlich identische Fahrzeugtypen aufgrund der anders gestalteten Innenausstattung wirken können. „Das ist eine interessante Erfahrung, die uns noch einmal darin bestätigt, Wert aufs Zugdesign zu legen", so Sandra Schad, Vertreterin des Ministeriums.

Das Resümee der Testfahrt fiel von allen Teilnehmern sehr positiv aus. „Für uns war es ein erfolgreicher Tag, denn wir konnten uns gegenseitig für unsere Standpunkte sensibilisieren und hatten Zeit, um uns in Ruhe austauschen, was bei den gemeinsamen Treffen sonst nicht immer möglich ist", so Künzl. Auch Matthias Lieb, Vorsitzender des FGB, zeigte sich zufrieden: „Die Züge waren in ihrer Unterschiedlichkeit gut ausgewählt und wir konnten konkret erfahren, wie 5 cm Unterschied im Sitzabstand auf das Komfort-Empfinden der Fahrgäste wirken und dass die Toilette möglichst nicht zwischen Einstiegstüre und Fahrradstellplatz eingebaut werden sollte. Neue Züge in Verbindung mit verbesserten Fahrplänen lassen häufig die Fahrgastzahlen stark ansteigen, wie die Erfahrungen aktuell in Bayern zeigen – umso wichtiger ist es, bei den anstehenden Ausschreibungen neben dem Komfort auch auf eine ausreichende Sitzplatzzahl zu achten, die realistische Zuwächse schon mitberücksichtigt - denn spätere Nachbesserungen sind zumeist teurer“.

Über den Fahrgastbeirat:

Der Fahrgastbeirat für den vom Land Baden-Württemberg bestellten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) vertritt die Interessen der SPNV-Nutzerinnen und Nutzer. Er ist ein beratendes Gremium und stellt das Bindeglied zwischen den Fahrgästen und dem Land Baden-Württemberg als Aufgabenträger für den SPNV dar. Er ist unabhängig und kein Organ des Landes oder der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW). Durch seine Arbeit soll der Fahrgastbeirat zu einem attraktiven und nachhaltigen SPNV im Land beitragen. Der Fahrgastbeirat Baden-Württemberg umfasst 28 Mitglieder. Dazu zählen 14 interessierte Fahrgäste und 14 VertreterInnen von Verbänden einzelner Nutzergruppen im Schienenverkehr.

Anregungen und Vorschläge für die Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs nimmt der Fahrgastbeirat Baden-Württemberg gerne unter fgb-bw@nvbw.de entgegen.

Quelle:

Fahrgastbeirat Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Zwei Radfahrer:innen fahren einen Weg an einem Fluss entlang.
Rad

Mehr Qualität auf Radreisen: Baden-Württemberg stärkt seine Position im Radtourismus

Zug auf Gleisen mit Frankreich-Flagge im Hintergrund.
Deutschlandticket

Erneut deutsch-französische Sommeraktion für junge Menschen

Anzeigetafel mit Abfahrtszeiten von Zügen an einem Bahnhof.
ÖPNV

Neuer Fahrplan für Bus und Bahn

Regiobahn fährt auf Schienen durch eine grüne Landschaft.
LEFG

18 Millionen Euro vom Land für sichere Schieneninfrastruktur

Illustration. Ein autonom fahrendes Auto steht an einem Zebrastreifer und lässt Fußgänger:innen passieren.
Autonomes Fahren

Land gestaltet Europas Testfelder für autonomes Fahren mit

Drohne mit Baukränen im Hintergrund
BIM

B 29: Sanierung zwischen Urbach und Lorch abgeschlossen

Ein Mann mit Cap und eine Frau stehen vor einem Auto mit der Aufschrift DEINE MUTTER und haben schwarze T-Shirts an mit gelber Schrift "Deine Mutter..."
Team Vision Zero

Ein bekanntes Muster: Mehr Unfälle rund um die Feiertage

Zwei Radfahrerinnen fahren auf dem Fahrradstreifen einer Straße.
Rad- und Fußwege

Kommunen planen mehr Rad- und Fußwege für Baden-Württemberg

Der Blick aus dem Inneren eines Tunnels auf das Tunnelende.
Straße

Tunnel Albstadt-Laufen: Mehr Sicherheit und moderne Technik auf der B 463

Handybildschirm mit dem CiCoBW-Ticket
bwegt

Nie mehr als 72 Euro: Land und Verbünde führen Preisobergrenze bei CiCoBW ein

Mehrere Radfahrer:innen fahren auf einem breiten Fahrradweg aneinander vorbei.
STADTRADELN

Baden-Württemberg startet mit Schwung ins STADTRADELN 2026

Absperrung auf einer Straße. Im Hintergrund eine Autobrücke.
Straßeninfrastruktur

Land unterstützt Kommunen beim Umbau der Straßeninfrastruktur

Minister Hermann und die Bine von bwegt klatschen sich ab
bwegt-Wanderweg

Eröffnung: 14. bwegt-Wanderweg Tübingen-Rottenburg

Eine Person fährt mit einem Fahrrad über einen Weg mit einem großen Fahrradsymbol.
Radwege

Diese Radwege werden ab 2026 gebaut

Ein Zug fährt an einem mit Häusern übersäten Hügeln durch eine grüne Landschaft.
Schiene

Starker Bahnknoten Stuttgart: Grundlage für den Erhalt der Panoramabahn vereinbart