Naturschutz

Grünbrücke über A6 bei Dielheim notwendig

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Staatssekretärin Gisela Splett, MdL informierte sich am 11. Dezember 2015, vor Ort über den im Landeskonzept Wiedervernetzung vorgeschlagenen Bau einer Grünbrücke an der Bundesautobahn A 6 östlich von Dielheim bei Wiesloch: „Um die Artenvielfalt in Baden-Württemberg dauerhaft zu erhalten, ist eine Wiedervernetzung zerschnittener Lebensräume notwendig. Wir brauchen eine „grüne“ Infrastruktur, die Tierarten Wanderungen und den Wechsel zwischen Lebensräumen ermöglicht““.

Splett wies darauf hin, dass die A 6 dort einen Wildtierkorridor von internationaler Bedeutung zerschneidet. Dieser Korridor verbindet den Schwarzwald, aber auch die Wälder des Strombergs mit dem Odenwald, und vermittelt großräumig zwischen den deutschen Mittelgebirgen und dem Alpenraum. Martin Strein von der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt ergänzte: „Im Naturpark Stromberg-Heuchelberg konnte in den letzten Jahren die Wildkatze nachgewiesen werden. Würde die Barrierewirkung der A 6 verringert und der Korridor wieder durchlässiger, so könnte sich die Wildkatze, aber auch weitere Tierarten allmählich weiter in den Odenwald verbreiten.“

Um die Nachteile und Gefahren der sogenannten „grauen“ Infrastruktur, d.h. der Siedlungs- und Verkehrsflächen, zu reduzieren, hat das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur ein Wiedervernetzungskonzept erstellt, das die Problemlage landesweit in den Blick nimmt. Ziel ist es, Lebensräume von Wildtieren und Pflanzen, die von Straßen durchschnitten werden, bestmöglich wieder miteinander zu vernetzen. Der Abschnitt an der A 6 ist mit hoher Priorität im Landeskonzept enthalten und soll auf Vorschlag des Landes auch in das „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ aufgenommen werden. Das Bundesprogramm enthält für Baden-Württemberg insgesamt 12 prioritäre Wiedervernetzungsstandorte, an denen Grünbrücken oder andere Tierquerungshilfen an Autobahnen und Bundesstraßen in Baden-Württemberg errichtet werden sollen.

Die A 6 wird von ca. 75.000 Fahrzeugen pro Tag befahren. Sie soll zwischen den Anschlussstellen Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg durchgehend auf sechs Spuren ausgebaut werden. Dies wird im Rahmen eines ÖPP-Projekts, also einer öffentlich-privaten Partnerschaft erfolgen. Dafür wird gerade das entsprechende Vergabeverfahren durchgeführt. Wenn alles planmäßig läuft, kann Anfang 2017 mit der Bauausführung begonnen werden. 

Eine Grünbrücke über die A 6 ist in den bisherigen Planungen allerdings nicht vorgesehen. Dafür wäre gegebenenfalls noch ein eigenes Planfeststellungsverfahren erforderlich. In den Vergabeunterlagen für das ÖPP-Projekt wurde bereits darauf hingewiesen, dass mit dem nachträglichen Bau einer Grünbrücke zu rechnen ist. Der Bau einer Grün¬brücke würde wesentlich dazu beitragen, dass die Lebensräume südlich und nördlich der A 6 wieder miteinander verbunden werden und Tiere die Autobahn überwinden können. 

Splett: „Ich hoffe, dass dieser Wiedervernetzungsabschnitt in das Bundesprogramm aufgenommen wird und eine Grünbrücke noch im Zuge des bevorstehenden Ausbaus der A 6 gebaut werden kann.“ Wegen des notwendigen Planungsvorlaufs könne davon jedoch nicht unbedingt ausgegangen werden. Das Land lege großen Wert darauf, dass die Ausbaumaßnahme zügig durchgeführt und die entsprechende Zeitplanung nicht gefährdet werde.

Generell sei es eine Herausforderung, in einem so dicht besiedelten und vielfach von Verkehrswegen zerschnittenen Land wie Baden-Württemberg Lebensräume wieder zu vernetzen. Splett zeigte sich aber zuversichtlich, dass es gelingen werde, mit vereinten Kräften ein Netz von grünen Korridoren und eine „grüne Infrastruktur“ zu schaffen und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass die biologische Vielfalt langfristig erhalten bleibt. 

Hintergrundinformation:

Das Bundesprogramm Wiedervernetzung sieht an der A 6 zwischen den Anschlussstellen Wiesloch/Rauenberg und Sinsheim bisher keinen prioritären Wiedervernetzungsabschnitt vor, dafür aber an der B 35 nordöstlich von Mühlacker. Das Land hält allerdings eine Tierquerungshilfe über die A 6 östlich von Dielheim für dringlicher, und hat dem Bund daher vorgeschlagen, diesen Wiedervernetzungsabschnitt in das Bundesprogramm aufzunehmen. 

Weitere Meldungen

Rückseite eines Fahrkartenautomates.
Schiene

Fahrkartenkauf aus einer Hand auch im Südwesten des Landes

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
Niedrigwasser

Baden-Württemberg verlängert Erleichterungen für Lkw-Transporte

Ein Straßenwärter mit orangenen Klamotten läuft auf einer Brücke.
Brücken

Taskforce treibt Ersatzneubau der Kochertalbrücke bei Unterkochen voran

Eine Frau schließt ihr Fahrrad ab an einem Radstellplatz.
Mobilität

Für mehr und bessere Rad-Stellplätze entlang der Filstalbahn

Staatssekretär eröffnet die Straße durch das Schneiden eines Bandes.
Straße

L 600a bei Heidelberg: Leistungsfähige Verbindung wieder frei

Ein Mann fährt auf einem Fahrrad.
JobBike

40.000 JobBikes für Landesbeschäftigte

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Straßenrand mit blühenden Blumen und Gräsern.
Naturschutz

Platz für Artenvielfalt: Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
E-Mobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz in Baden-Württemberg

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht