LÄRM

Leiser-Tuner können den Motoradlärm erheblich senken

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Motorrad und Auto auf Landstraße (Bild: Fotolia/ Jürgen Fälchle)

Staatssekretärin Zimmer: „Die Hersteller sind gefordert, leisere Maschinen auf den Markt zu bringen“

Die Staatssekretärin des Ministeriums für Verkehr, Elke Zimmer MdL, hat sich am Donnerstag mit Vertreterinnen und Vertretern der Tuning Szene über Lärmschutzfragen ausgetauscht. Dabei führte sie auch Gespräche mit Hubert Sommer, dem Gründer und Inhaber der Firma Hattech. Der Spezialist für Auspuffanlagen ist „Leiser-Tuner“. Er führt Geräuschreduzierungen an Motorrädern durch.

Die Staatssekretärin plädierte für die Herstellung von leiseren Motorrädern und Kraftfahrzeugen: „Die Hersteller sind nun dran, leisere Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Es ist doch absurd, wenn wir als Gemeinschaft auf der einen Seite horrende Summen für Lärmschutzmaßnahmen ausgeben. Auf der anderen Seite wird völlig unnötig Lärm erzeugt, indem Hersteller laute Sounddesigns verbauen. Firmen wie Hattech zeigen: Motorradfahren geht auch leiser.“

Hubert Sommer, Geschäftsführer der Firma Hattech sagte: „Uns persönlich liegt das Thema Geräuschreduzierung schon seit langem am Herzen, da wir selbst viel und gerne Motorrad fahren. Gerade bei langen Touren ist uns ein guter Sound wichtig, der aber nicht unangenehm für die Fahrerin/den Fahrer und das Umfeld ist. Daher haben wir schon früh angefangen, Schalldämpfer und Geräuschreduzierungen zu entwickeln, die einen tollen Klang haben, aber gleichzeitig angenehm von der Geräuschentfaltung sind."

Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) vom vergangenen Jahr hat ergeben, dass fabrikneue Motorräder und Sportwagen unnötig laut sind. Demnach erfüllen die Fahrzeuge zwar formal die europarechtlichen Voraussetzungen von Typprüfungen und sind somit auf dem europäischen Markt zulassungsfähig. Allerdings werden die gesetzlich festgelegten Lärmgrenzwerte nur innerhalb der abgeprüften Fahrmodi eingehalten. In der Praxis sind die Fahrzeuge deutlich lauter.

Das Land Baden-Württemberg fordert schon seit langem mehr Unterstützung vom Bund zu diesem Thema. Der müsste sich in den europäischen Gremien dafür einsetzen, dass die Typprüfung von Fahrzeugen stärker den realen Fahrbedingungen auf der Straße entspricht. Ziel ist, dass die Fahrzeuge nicht nur im Labor die Grenzwerte einhalten, sondern auch auf der Straße unter normalen Fahrbedingungen hörbar leiser unterwegs sind.

„Verkehrslärm ist eine der größten Umweltbelastungen unserer Zeit. Er beeinträchtigt die Gesundheit und Lebensqualität von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Erholungssuchenden zunehmend. Nur leise Mobilität ist nachhaltige Mobilität“, betonte Staatssekretärin Zimmer.

Hubert Sommer präsentierte der interessierten Staatssekretärin seine umgebauten, leiseren Fahrzeuge. „Die Geräuschreduzierung an bestehenden Motorrädern wird von Motorradfahrerinnen und -fahrern häufig nachgefragt und ist aus technischer, rechtlicher und finanzieller Sicht in gewissem Maße möglich. Um diesem hoch emotionalen Thema gerecht zu werden, bedarf es einer sachlichen Betrachtungsweise.“

Weitere Meldungen

Eine Person fährt mit einem Fahrrad über einen Weg mit einem großen Fahrradsymbol.
Radwege

Diese Radwege werden ab 2026 gebaut

Ein Zug fährt an einem mit Häusern übersäten Hügeln durch eine grüne Landschaft.
Schiene

Starker Bahnknoten Stuttgart: Grundlage für den Erhalt der Panoramabahn vereinbart

Schild warnt vor Straßenschäden.
Straße

500 Millionen Euro für Straßen-Erhalt im Land

Icon eines Gesetzbuches mit aufgedrucktem Paragrafenzeichen.
Landesmobilitätsgesetz

Bilanz nach einem Jahr Landesmobilitätsgesetz

Älteres Ehepaar geht Gehweg entlang
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Busse laden an einer Ladesäule.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Eine Kundenbetreuer von Arverio steht an der Türe eines Zuges.
Sicherheit

Austausch zu Sicherheit für Bahnverkehr und Pilotvorhaben

Der RABus hat die Farben schwarz und gelb und sieht einem Kleinbus ähnlich.
Autonomes Fahren

RABus-Ergebnisse sollen autonomen Regelbetrieb im ÖPNV voranbringen

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Straßenbau

Mehr Ruhe im Ortskern: Bau der Umgehungsstraße Rißtissen beginnt

Auf den Boden eines Parkplatzes ist als Symbol ein Auto mit einem Stromladestecker aufgemalt.
E-Carsharing

Neue Förderung: E-Carsharing für 66 Standorte

Versuchsprojekt Digitale Parkkontrolle
Scancars

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Nahverkehrszug der ÖBB vom Typ Siemens Desiro ML im Vorarlberg
Bodensee

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

von links nach rechts: Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr Stefan Schnorr,  Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Evelyn Palla, Bayerischer Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr sowie Vorsitzender der Landesverkehrsministerkonferenz Christian Bernreiter (CSU) sowie der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann vor dem Auftakt des Sicherheitsgipfel bei der Deutschen Bahn.
Sicherheit

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Kinder gehen zu Fuß und mit dem Tretroller zur Schule. Ein Schild zeigt den verkehrssicherten Schulweg an.
Sicherheit

Mehr Verkehrssicherheit vor Schulen durch Schulstraßen und Schulzonen