Schiene

Neuordnung des Schienennahverkehrs zwischen Stuttgart, Karlsruhe und Heidelberg

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Mittel für den Schienenverkehr werden effizient eingesetzt

Bei dem Gesprächstermin am 21.04.2015 zum Thema „Regionalexpress zwischen Stuttgart und Heidelberg“ haben sich die Vertreterinnen und Vertreter aus dem Raum Heidelberg/Bretten und das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) unter Beteiligung der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg ausgetauscht.

Anlass des Treffens ist die vorgesehene Neuordnung der SPNV-Leistungen im Dreieck zwischen Stuttgart, Karlsruhe und Heidelberg. Dabei plant das Land Angebotsausweitungen auf den stark nachgefragten Strecken zwischen Stuttgart und Karlsruhe sowie zwischen Heidelberg und Karlsruhe, Begleiteffekt diese Neuordnung ist, dass die bislang verkehrende, aber schlecht ausgelastete zweistündliche Regionalexpress-Verbindung zwischen Stuttgart und Heidelberg über Bietigheim, Mühlacker, Bretten und Bruchsal in der bisherigen Form nicht mehr durchgehend verkehren wird. Dieser Zug benötigt zwischen den beiden Städten Heidelberg und Stuttgart mit einer Fahrzeit von rund 90 Minuten mehr als doppelt so lang wie der direkt verkehrende Intercity. In den vergangenen Monaten war daran Kritik aufgekommen, zum einen von Pendlern aus dem Raum Bretten nach Heidelberg, die künftig umsteigen müssen. Zum anderen wurde kritisiert, dass es damit zukünftig nicht mehr möglich sei, umsteigefrei zum günstigen Nahverkehrstarif von Heidelberg nach Stuttgart zu fahren.

Das Ministerium hat in der Sitzung dargelegt, dass mit der Neuordnung die Vorteile für die Fahrgäste deutlich überwiegen werden:

  • Eine stündliche  umsteigefreie Fahrt von Bruchsal und Bretten nach Stuttgart – unter Bedienung  aller Halte zwischen Bruchsal und Mühlacker – kann angeboten werden. 
  • Die stark nachgefragte Achse Karlsruhe-Pforzheim-Mühlacker-Vaihingen-Stuttgart wird mit einem halbstündlichen Angebot von Regionalexpress-Zügen zusammen mit einem zweistündlichen IC-Zug bedient. 

Auch bei der S-Bahn gibt es Verbesserungen:

 

  • Verlängerung der S-Bahnsteige zwischen Bruchsal und Heidelberg, damit wer-den in der S-Bahn mehr Sitzplätze geboten.
  • Verbesserte Anschlüsse in Bruchsal zwischen den S-Bahnen Heidelberg – Bruchsal und den Zügen Bruchsal – Bretten. Damit gibt es zu den Hauptver-kehrszeiten gute halbstündliche Verbindungen mit abgestimmten Umsteigezeiten zwischen Bretten und Heidelberg.
  • Zwischen Heidelberg und Bruchsal S-Bahn-Halbstundentakt auch am Wochenende.

 

Zwischen Stuttgart und Heidelberg verkehren IC-Züge weitgehend stündlich teils sogar halbstündlich mit einer kurzen Fahrzeit zwischen 40 und 46 Minuten, die auch in Wiesloch halten. Aufgrund der nicht ausreichenden Regionalisierungsmittel muss im Gegenzug das Angebot auf Strecken mit Überangebot angepasst werden. Für das spezielle Problem betroffener Pendlerbeziehungen von Bretten nach Heidelberg wird das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) nun prüfen, ob ein Umstieg in Bruchsal „auf demselben Bahnsteig gegenüber“ möglich ist, und ob die S-Bahn zwischen Bruchsal und Heidelberg bei den Verbindungen in den Hauptverkehrszeiten beschleunigt werden kann. 

Zwar sind bei dem Vergabeverfahren Verbesserungen gegenüber der aktuellen Situation vorgesehen, aber der Spielraum der Regionalisierungsmittel ist begrenzt. Eine Alternative zur Beibehaltung des zweistündlichen RE Stuttgart–Heidelberg ist die kommunale Finanzierung. Landesverkehrsminister Winfried Hermann fordert  daher Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, den Bedarf dafür anzuerkennen, dass das SPNV-Angebot deutlich ausgeweitet wird.

Die Regionalisierungsmittel des Bundes für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) reichen bereits heute nicht mehr aus. Das Land muss eigene Haushaltsmittel voraussichtlich in dreistelliger Millionenhöhe alleine im Jahr 2015 beisteuern, um ein Abbestellen bestehender SPNV-Leistungen zu verhindern. Zusätzliche Leistungsausweitungen können daher nicht bestellt und finanziert werden. Das Land ist vielmehr gezwungen, die Mittel unter Effizienzgesichtspunkten einzusetzen, die im Zielkonzept 2025 festgehalten sind. Die vereinfachte Grundregel darin heißt: pro angefangene 5.000 Fahrgäste pro Tag und Abschnitt wird ein Zugpaar je Stunde vorgesehen. Aus dem Zielkonzept 2025 wird damit eine neue Angebotsstruktur abgeleitet. 

Das Gesetz zur Regionalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs (RegG) definiert die Sicherstellung einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im Öffentlichen Personennahverkehr. Im anstehenden Vermittlungsverfahren zwischen den Ländern und dem Bund wird über die Fortführung und die finanzielle Ausgestaltung der Regionalisierungsmittel entschieden. Danach ergeben sich für Baden-Württemberg eventuell neue finanzielle Spielräume.

Weitere Meldungen

Straßenbegleitgrün
Straßenoasen

Wettbewerb „Straßenoasen“ geht in die nächste Runde

Vier Menschen mit Fahrradhelm lächeln in die Kamera
Stadtradeln

Die Sieger der STADTRADELN-Derbys stehen fest

Auf einer Autobahn fahren Lastwagen und Autos nebeneinander (Bild: Fotolia.com/ Gina Sanders)
LKW

Weitere Erleichterungen für Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Lkws auf einem Parkplatz (Bild: Fotolia.com/ B. Wylezich)
LKW

Baden-Württemberg erleichtert Lkw-Transporte wegen Niedrigwassers

Arbeiter in Warnwesten arbeiten mit Schaufeln auf einer Baustelle an einer Straße.
Fahrbahndeckenerneuerung

B 35 zwischen Bruchsal und Graben-Neudorf wird saniert

Straßenrand mit blühenden Blumen und Gräsern.
Naturschutz

Platz für Artenvielfalt: Land erfasst 25.000 Hektar Straßenbegleitgrün

Ministerin Razavi überreicht den Förderbescheid.
E-Mobilität

Startschuss für Lkw-Ladenetz in Baden-Württemberg

Die Absolventen der Straßenwärterprüfung, zusammen mit Minister Nicole Razavi
Straße

44 neue Straßenwärterinnen und Straßenwärter für Baden-Württemberg

Verkehrsministerin Razavi steht neben Autos mit einem Handy in der Hand.
VerkehrsInfo BW

VerkehrsInfo BW mit neuen Funktionen und mehr Übersicht

Eine Gruppe aus verschiedenen Politikerinnen und Politikern schneiden auf einer Brücke ein Band durch.
Straße

Große Pflugfelder Brücke vorzeitig fertig: Land unterstützt Neubau mit 12,9 Millionen

Bauarbeiter arbeiten mit Schaufeln und Schubkarren an einer Baustelle.
Gingen

L 1214: Ortseingang von Gingen an der Fils wird sicherer und moderner

Ein Passagierzug von der Seite.
Vergabe

Netz 66: SWEG fährt künftig auch am Hochrhein

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
RadMelder

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Mehrere Verkehrsschilder liegen übereinander. Darunter ein Vorfahrtsschild und ein Zone 30-Schild
Straßenschilder

Baden-Württemberg startet digitales Verkehrszeichenkataster

A 6 über das Kochertal. Quelle: Regionalverband Heilbronn-Franken
Mobilitätspakt

Kooperationserklärung: Regionales Verkehrsmanagement Heilbronn-Neckarsulm