SCHIENE

Spatenstich für die Weiterführung der Baumaßnahmen im DB-Netz

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Bauarbeiten auf der Höllentalbahn Ost planmäßig gestartet 
Komplexe Baumaßnahmen für die Breisgau-S-Bahn 2020 im Hochschwarzwald 
Gesamtbauzeit rund 18 Monate

Die Deutsche Bahn hat am 1. Juli 2018 mit den umfangreichen Bauarbeiten zur Modernisierung und zum Ausbau der Infrastruktur auf dem Streckenabschnitt der Höllentalbahn Ost zwischen Titisee/Neustadt und Donaueschingen begonnen. Bereits im Frühjahr 2018 begannen die Hauptbauarbeiten auf der Höllentalbahn West.

Nach dem Ausbau auf der Drei-Seen-Bahn Titisee – Seebrugg und der Strecke zwischen Müllheim und Neuenburg (Baden) im Rahmen des Gesamtvorhabens „Breisgau-S-Bahn 2020“ wird mit der Höllentalbahn Ost der nächste Abschnitt der durchgängigen West-Ost-Achse zwischen Breisach, Donaueschingen und Villingen realisiert. Damit wird eine weitere Teilbaumaßnahme im Netz der Deutschen Bahn wie geplant umgesetzt.  

Am 18. Juli 2018 gaben am Bahnhof Döggingen der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Steffen Bilger, der Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr des Landes Baden-Württemberg, Dr. Uwe Lahl, die Vorsitzende des Zweckverbandes Regio-Nahverkehr Freiburg, Landrätin Dorothea Störr-Ritter, der Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, Sven Hinterseh, sowie der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Sven Hantel, das symbolische Startsignal für die umfangreichen Arbeiten zur Elektrifizierung der Strecke.

Für die komplexen Baumaßnahmen wird eine komplette Sperrung der östlichen Höllentalbahn notwendig. Die Ausbauarbeiten auf der rund 38 Kilometer langen Strecke dauern bis Oktober 2019. Wie schon im Bereich Höllentalbahn West sorgt während der rund 18-monatigen Bauzeit ein Schienenersatzverkehr mit Bussen für die Verkehrsbedienung der Fahrgäste zwischen Titisee bzw. Neustadt und Donaueschingen. Ein wichtiger Aspekt für alle Fahrgäste: Durch die Vollsperrung der Strecke lässt sich die Gesamtbauzeit deutlich reduzieren.

Im Gegensatz zu den Arbeiten auf dem westlichen Abschnitt der Höllentalbahn wird der östliche Streckenabschnitt vollständig neu elektrifiziert. Dazu müssen insbesondere auch die fünf Tunnel auf der Strecke für den Einbau der Oberleitung vorbereitet werden. Beispielsweise müssen die Gleise in den Tunneln um bis zu 70 Zentimeter tiefer gelegt werden. Erschwert werden die Bauarbeiten durch eine teilweise schwierige Zugänglichkeit zu den Baustellen. Ein Großteil der Transporte wird deshalb über die Schiene abwickelt.

Bei seiner Begrüßung der rund 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft betonte Landrat Sven Hinterseh: „Von der stündlich umsteigefreien Verbindung zwischen den Oberzentren Villingen-Schwenningen und Freiburg wird der Schwarzwald-Baar-Kreis insgesamt profitieren. Ab Dezember 2019 werden 95 Prozent unserer Einwohner mit maximal einem Umstieg Freiburg mit Bus und Bahn erreichen können. Dies wird die Attraktivität unseres Landkreises als Lebens- und Wirtschaftsstandort weiter erhöhen und einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der gesamten Region leisten. Deshalb ist der Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises bereit, sich mit 15 Millionen Euro an den Kosten der Elektrifizierung zu beteiligen.“

Der Parlamentarische Staatsekretär Steffen Bilger „Der öffentliche Personennahverkehr verbindet die Menschen in unseren Regionen. Mit dem heutigen Spatenstich machen wir den ÖPNV im Großraum Freiburg zukunftsfähiger und moderner. Die Fahrgäste erhalten ein umfassendes attraktives Mobilitätsangebot. Der Bund investiert in das Vorhaben insgesamt rund 168 Millionen Euro. Das ist ein weiteres starkes Signal des Bundes für die Förderung des Regionalverkehrs.“

Für das Verkehrsministerium Baden-Württemberg betonte Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl: „Mit dem heutigen Spatenstich wird das Konzept für eine nachhaltige Mobilität in der Region Freiburg vorangetrieben. Die Menschen in der gesamten Region können sich auf einen modernen und noch attraktiveren Nahverkehr auf der Schiene freuen. Mit neuen Zügen und kundenfreundlichen Angeboten können wir Baden-Württemberg zum Wegbereiter nachhaltiger Mobilität machen.“

Landrätin Dorothea Störr-Ritter: „Das Ausbauprogramm BREISGAU-S-BAHN ist ein Quantensprung im S-Bahn-Angebot für die gesamte Region. Die unterbrechungsfreie West-Ost-Achse ist hierbei der zentrale Baustein für die umweltfreundliche Mobilität. Sie verbindet die Bevölkerung vom Rhein bis auf die Baar und stellt damit ein Signal für die große Bedeutung des Ländlichen Raums auch in Zukunft. Deshalb ist der ZRF bereit, etwa ein Drittel der gesamten Projektplanungs- und Baukosten zu tragen.“

Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Sven Hantel machte deutlich: „Für eine umweltfreundliche Mobilität ist bundesweit ein Ausbau der Schieneninfrastruktur gerade auch im Regionalverkehr unerlässlich. Ich freue mich, dass heute weitere 38 Kilometer zu dem insgesamt geplanten 120 Kilometern Streckenausbau für die Breisgau S-Bahn hinzukommen. Damit schaffen wir die Voraussetzung für durchgehende, umsteigefreie Verbindungen zwischen Breisach und Villingen und für eine Ausweitung des Zugangebotes. Mit modernen elektrischen Fahrzeugen wird die Breisgau S-Bahn künftig auch leiser und noch umweltfreundlicher.“

Durch die weitgehende Umstellung des Zugangebots und die neu geschaffenen durchgehenden Verbindungen mit modernen Fahrzeugen sind künftig weitere Qualitätsverbesserungen möglich. Insbesondere kann damit auch das Angebot für die Fahrgäste ausgeweitet werden. Zu der deutlichen Attraktivitätssteigerung des Schienenpersonennahverkehrs trägt beispielsweise die Verknüpfung der Breisacher Bahn mit der Höllentalbahn West und der Höllentalbahn Ost als durchgängige West-Ost-Achse zwischen Breisach und Villingen bei. In Gottenheim wird die östliche Kaiserstuhlbahn (Endingen - Riegel - Gottenheim) und in Titisee die Drei-Seen-Bahn nach Seebrugg mittels Flügelzügen eingebunden. Damit wird zwischen Breisach/Endingen und Neustadt entsprechend der Nachfrage ein Halbstundentakt möglich.

Die Elektrifizierung der Höllentalbahn Ost ermöglicht durchgehende Zugverbindungen im Stundentakt: Von Villingen über Donaueschingen, Löffingen, Neustadt, Hinterzarten und Kirchzarten nach Freiburg sowie weiter bis Breisach, beziehungsweise Endingen am Kaiserstuhl. Die Haltepunkte Bachheim und Unadingen wurden bisher nur sporadisch bedient. Künftig halten alle Züge auch hier im Stundentakt. Gleiches gilt für Hüfingen Mitte, das heute nur zweistündlich von den Zügen zwischen Neustadt und Ulm angefahren wird. Darüber hinaus ist auf der östlichen Höllentalbahn eine Ausweitung des Angebots in den Tagesrandzeiten vorgesehen.

Die wichtigsten Bauarbeiten im östlichen Abschnitt der Höllentalbahn beinhalten den Neubau der kompletten Oberleitungsanlage auf dem Abschnitt von Neustadt bis Donaueschingen. Auch die Stellwerkstechnik wird vollständig erneuert und künftig vom neuen Zentralstellwerk im Bahnhof Freiburg-Wiehre aus gesteuert. Im Bauabschnitt Höllentalbahn Ost sind an insgesamt zwei Bahnübergängen technische Anpassungen notwendig. Ein weiterer besonderer Vorteil für die Fahrgäste der Bahn bietet der barrierefreie Ausbau aller Stationen der östlichen Höllentalbahn. An den Stationen werden die Fahrgäste durch Rampen oder Aufzüge künftig überall bequem die 140 Meter langen Bahnsteige (Ausnahme: Gleis 1 im Bahnhof Neustadt (Schwarzwald) mit 210 Metern) und die modernen Elektrotriebzüge erreichen.

Im Februar 2019 starten dann planmäßig die Bauarbeiten auf der Breisacher Bahn. Die Arbeiten für die Elektrifizierung auf der Elztalbahn verzögern sich aufgrund von Einsprüchen einzelner Anwohner um voraussichtlich ein Jahr, so dass der Ausbau erst 2020 erfolgen wird.

Weitere Informationen zum Bauprojekt im Bauinfoportal unter www.bauprojekte.deutschebahn.com

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